AktuellFörderverein NP Kellerwald
Verein zur Förderung des Nationalparks"Naturpark-Bürgermeister" starten "Unser Nationalpark Kellerwald/Edersee"von Hans-Heinrich Strippel, Waldeckische Landeszeitung, 25.11.03 WALDECK-FRANKENBERG. In Vöhl wurde am Montag der Grundstein für einen neuen Verein zur Förderung des Nationalparks Kellerwald/Edersee gelegt. Den Anstoß zur Gründung gaben nach intensiven Vorgesprächen die Bürgermeister der zehn Städte und Gemeinden, die Flächen im 40000 Hektar großen Naturpark des Umfeldes haben, und sein Geschäftsführer Dr. Hans-Werner Führer. "Der Verein Pro Nationalpark hat sein Ziel erreicht, die Ausweisung erfolgt am 1. Januar, die offizielle Eröffnung ist am 24. Mai 2004. Auch der Verein Bürger gegen einen Nationalpark hat sich im Prinzip erledigt, er konnte ihn nicht verhindern", sagte der Vöhler Bürgermeister Harald Plünnecke. Deshalb habe er mit seinen Kollegen die Initiative zur Gründung des neuen Fördervereins ergriffen, der alle am Nationalpark interessierten Bürgerinnen und Bürger, Vereinigungen und Verbände integrieren solle. Ziel sei die Bündelung der Kräfte. Im Entwurf der Satzung des "Vereins in Gründung" sind Zweck und Aufgaben so fixiert: "Er widmet sich allem, was dem Aufbau und der Entwicklung des Nationalparks Kellerwald/Edersee dient. Anliegen ist insbesondere die Hilfe, Unterstützung und Förderung zu leisten, die das Bewusstsein der Bevölkerung über den Nutzen für die Region stärken und die dazu notwendige öffentliche und private Identifikation stiften, dem Inhalt der Nationalparkverordnung Rechnung trägt und außerhalb der Grenzen die Ziele des Naturparks voranbringen." Die Initiatoren des politisch und konfessionell neutralen gemeinnützigen Vereins wollen ihn "als Mittler und Bindeglied zum Nationalparkamt und zu allen administrativen, gesellschaftlichen und (land-)wirtschaftlichen" Institutionen etablieren. Er soll dazu beitragen, "das natürliche und kulturelle Erbe zu bewahren, zusätzliche Prosperität für die Region zu schöpfen, aber auch finanzielle und materielle Mittel akquirieren". Gesucht wird ein Vereinspate, der als Sympathieträger ein nationaler und internationaler Repräsentant wird. Ihm soll der Ehrentitel "Schirmherr unseres Nationalparks Kellerwald/Edersee" verliehen werden. Die Bürgermeister wollen in dem Förderverein nicht ihre Städte und Gemeinden vertreten, sondern als Multiplikatoren wirken, machte der Bad Wildunger Rathauschef Reinhard Grieneisen deutlich. Die seit Jahren für den Natur- und den Nationalpark aktiven Arbeitsgruppen und Vereinigungen, deren Einsatz geschätzt und anerkannt werde, sollten nicht aufgegrenzt, sondern in einen Neuanfang einbezogen werden. Der Frankenauer Bürgermeister Dr. Reinhard Kubat betonte, es dürften keine im gemeinsamen Engagment entstandenen Freundschaften zerbrechen. Deshalb forderte sein Kollege Rudolf Backhaus aus Haina vor der endgültigen Vereinsgründung zunächst eingehende Gespräche mit allen Interessierten. Kreisbeigeordneter Otto Wilke verwies besonders auf die angestrebte Unterstützung durch Sponsoren aus der Wirtschaft: "An ihnen wird deutlich, welchen Stellenwert der Nationalpark hat." Firmen, die bereit seien, sich für Umwelt und Naturschutz einzusetzen, sollten die Möglichkeit erhalten, dies mit der Verwendung eines Logos auch in ihrer Werbung zum Ausdruck zu bringen. Hartmut Mai, aus Bad Wildungen-Wega stammender Geschäftsführer des Naturschutzbundes Hessen, begrüßte die Gründung eines Fördervereins, der mit breiter gesellschaftlicher Basis "Politik, Wirtschaft und Fachliches unter einen Hut bringt". Der NABU würde in ihm gerne Mitglied sein. Dies gelte auch für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, sagte ihr Kreisvorsitzender, der Waldecker Bürgermeister Peter Brandenburg. Mit den weiteren Vorbereitungen für die Vereinsgründung wurden neben dem Vöhler Bürgermeister Harald Plünnecke sein früherer Kollege in Edertal, Willi-Ernst Schreiber, und Naturpark-Geschäftsführer Dr. Hans-Werner Führer beauftragt. Nach Gesprächen mit den Natur- und Umweltschutzverbänden, den beiden Pro- und Kontra-Vereinen, dem Kellerwaldverein, sowie Wirtschafts- und Tourismusorganisationen soll die erste Mitgliederversammlung für die Vorstandswahl und die Verabschiedung der Satzung im nächsten Frühjahr vor der offiziellen Einweihung des 5700 Hektar großen Nationalparks erfolgen. Der gewählte Name sei ein "Arbeitstitel", erklärte Schreiber. "Andere Vorschläge greifen wir gerne auf und stellen sie zur Abstimmung." » zurück |
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