AktuellIG Bau zu Forstreformen (erweitert)
IG Bau siehtWald in GefahrHNA-Online, 7.12.03ALSFELD. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hat vor der geplanten Entlassung von über 900 hessischen Forstbediensteten gewarnt. Damit würden der Klima- und Wasserschutz sowie der Wald als Erholungsort gefährdet, sagte Gewerkschafts-Sprecher Hans-Ulrich Blöcher auf einer Protestveranstaltung gegen die Sparpläne der Landesregierung in Alsfeld. Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel (CDU) verteidigte dagegen die geplanten Kürzungen. Die Forstverwaltung könne damit weiterhin ihre Aufgaben wie die Waldpflege erfüllen. Künftig solle sie außerdem schwarze Zahlen schreiben. „Viele Städte und Gemeinden verlieren ihre Förster vor Ort“, kritisiert Blöcher. Zur massiven Verschlechterung des Angebotes komme hinzu, dass die Kommunen künftig mehr Geld ans Land für die Waldwirtschaft durch Landesbedienstete zahlen müssten. Bisher sei es Konsens gewesen, dass das Land den Kommunen mit moderaten Entgelten für die Waldpflege entgegenkomme. Dieser Konsens werde nun einseitig aufgekündigt. Das Land, so Blöcher, zwinge den Kommunen den Weg in Holzhackerbetriebe auf, weil das verbleibende Personal keinerlei Arbeitskapazitäten außerhalb der Holzbereitstellung mehr haben werde. Blöcher: „Der Wald wird öder.“ Für mehr als 900 der 3000 hessischen Forstbediensteten bedeutet die „Operation Sichere Zukunft“ der Landesregierung genau das Gegenteil: Sie werden durch die Sparpläne in tiefe Unsicherheit gestürzt. Waldarbeiter wissen nicht, ob sie bald in einem Gefängnis oder als Fleischbeschauer ihr Geld verdienen oder als Ich AG des Landes Bäume schlagen. Gut 200 Förster und 40 Forstamtsleiter stehen auf jeden Fall bald ohne Revier da. Allein 600 der heute 1330 Waldarbeiter sollen in den nächsten drei Jahren gehen. Die meisten von ihnen sind zwischen 31 und 40 Jahren alt. Die ersten 200, die ihren Job verlieren, sollen im kommenden Frühjahr benannt werden. Ein Drittel der 664 hessischen Revierförstereien wird aufgelöst, von den 85 Forstämtern wird etwa jedes zweite geschlossen. „Wir erleben jetzt den radikalsten Einschnitt in der hessischen Forstgeschichte“, beschreibt der Vorsitzende des Gesamtpersonalrates beim Landesbetrieb Hessenforst, Harry Trube, die Sparpläne. Die Beschäftigten seien nicht nur verunsichert, sondern auch wütend und enttäuscht, viele fühlten sich verraten und verkauft. Um die verbleibenden Stellen habe der Konkurrenzkampf unter den Forstbediensteten bereits begonnen. Trube: „Jeder will die eigene Haut retten.“ (TOM/LHE) » zurück |
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