AktuellDas Grüne Band
Freitag 12. Dezember 2003, 11:03 Uhr Flächenübernahme am einstigen DDR-Grenzstreifen in MecklenburgSchwerin (AP) Mecklenburg-Vorpommern übernimmt vom Bund kostenlos die Flächen am einstigen innerdeutschen Grenzstreifen in Westmecklenburg. Mit der Übernahme setze die Landsregierung ein eindeutiges Zeichen zum dauerhaften Erhalt des dort entstandenen europaweit einmaligen Biotop-Verbundsystems, erklärte Schwerins Umweltminister Wolfgang Methling am Freitag. Die aus der Flächenübernahme entstehenden Kosten - wie Sicherungspflichten, Steuern und Beiträge - werden künftig vom Land getragen.Das so genannte «Grüne Band» erstreckt sich über 1.400 Kilometer von der Ostsee bis ins Vogtland. Auf Grund jahrzehntelanger Unberührtheit des zu DDR-Zeiten scharf bewachten Grenzgebiets wurde es ungewollt zu einem Rückzugsgebiet zahlreicher störungsempfindlicher Arten. Beteiligt am «Grünen Band» sind neben Mecklenburg-Vorpommern auch Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und durch Rückübertragung einstiger DDR-Gebiete auch Niedersachsen. Freitag, 12. Dezember 2003 NABU begrüßt Übernahme von Flächen des Grünen BandesUnselt: Ein wichtiger Schritt zur Sicherung eines einmaligen BiotopsystemsDer Naturschutzbund NABU hat die vom Landeskabinett in Schwerin beschlossene Übernahme von Flächen im *Grünen Band" ausdrücklich begrüßt. *Damit ist der Erhalt dieses ökologisch wertvollen Biotopverbundsystems entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenzen einen wichtigen Schritt weitergekommen", sagte NABU-Vizepräsident Christian Unselt. Mit dem heute bekannt gegebenen Kabinettsbeschluss zur kostenlosen Übernahme der Flächen im Grünen Band wurde bestätigt, was Ministerpräsident Ringstorff auf der diesjährigen NABU-Bundesdelegiertenkonferenz im November bereits angekündigt hatte. *Wir freuen uns sehr, dass der Ministerpräsident sein Versprechen einlöst und Mecklenburg-Vorpommern zukünftig seinen Beitrag zur Sicherung einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt im ehemaligen Todesstreifen leistet", so Unselt. Für die Übertragung der Bundesflächen im *Grünen Band" an die Länder ist die Zustimmung aller neuen Bundesländer notwendig. Der NABU appellierte daher auch an das Land Berlin, eine entsprechende Entscheidung zu fällen. *Auch Berlin sollte sich jetzt endlich einen Ruck geben und dieser einmaligen Chance für den Naturschutz in Deutschland zum Durchbruch verhelfen", sagte Unselt. Die Zustimmung Berlins ist zur endgültigen Sicherung des Grünen Bandes notwendig, da das Bundesland auch an den Privatisierungserlösen der ehemaligen Mauergrundstücke beteiligt ist. Auch wenn mit dem Verbleib der Flächen in der öffentlichen Hand Einnahmen verloren gingen, wäre dies eine beispiellos gute Investition in die Bewahrung unseres Naturerbes, so Unselt. Der NABU selbst ist über seine Stiftung Nationales Naturerbe am Grünen Band Sachsen sowie in Sachsen-Anhalt tätig, wo er bereits umfangreiche Flächen zur Sicherung des Gebietes selbst erworben hat. Quelle/Text: NABU » zurück |
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