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Aktuell

Schüler pflanzen Wald

Ehrgeiziges Projekt: Realschüler pflanzen einen Wald

Bei WVR-Projekt wird ein brachliegendes Ackergelände aufgeforstet
Im Frühjahr beginnen die Arbeiten vor Ort


Fränkische Nachrichten, 13.12.2003

Walldürn. Ein besonderes Projekt haben sich die Klassen 8a und 8b der Konrad-von-Dürn Realschule in diesem Schuljahr auf die Fahnen geschrieben: Unter dem Motto "Wir pflanzen einen Wald" sind die Schülerinnen und Schüler aktiv.

Das diesjährige WVR-Projekt der Klassen 8a und 8b der Realschule hat sich zum Ziel gesetzt ein brachliegendes Ackergelände aufzuforsten. In einem WVR Projekt (Wirtschaften, Verwalten, und Recht) sollen Schüler und Realschule besser in das wirtschaftliche Umfeld vor Ort eingebunden werden. Die Schülerinnen und Schüler erlangen exemplarisch Einsichten in die Bedeutung der arbeitsteiligen Wirtschaft, in Organisations- abläufe und Verwaltungstätigkeiten sowie in die dazugehörigen rechtlichen Rahmenbedingungen.

In dem diesjährigen WVR Projekt erleben und erlernen die Schüler die Bedeutung des Waldes als komplexes und hochentwickeltes Ökosystem und erweitern ihr Problembewusstsein für die Natur und Umwelt. Sie erkennen, dass der Wald lebenswichtige Funktionen erfüllt als Lieferant des nachhaltig wachsenden Rohstoffes Holz, als Sauerstoff- produzent, als Klimafaktor, als Wasserspeicher und nicht zuletzt als Erholungsraum für den Menschen. Die Aufforstung dieses circa ein Hektar großen Ackergeländes entspricht einer Ausgleichsmaßnahme, das heißt in der Gemarkung Walldürn wurde ein entsprechend großes Waldstück in der Vergangenheit völlig gerodet, um dann zum Beispiel für Bauplätze zur Verfügung zu stehen.

Die Schüler der Konrad-von-Dürn Realschule, mit Projektleiter Realschullehrer Uwe Wesch, arbeiten eng mit Oberforstrat Niemann, Forstrevierleiter Riemer und Büroleiter Schlör vom Staatlichen Forstamt Walldürn zusammen, die das Projekt sehr engagiert unterstützen und bei allen Fragen beratend zur Seite stehen.

Die beiden Klassen haben zur Planung und Durchführung des Projekts fünf verschiedene Arbeitsgruppen gebildet: Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoren, Behörden und Recht, Bodenanalysen und Pflanzung, Finanzen, Schutz- maßnahmen und Pflege der Pflanzung. Der erste Schritt zur Realisierung der Aufforstungsmaßnahme wurde von der Planungsgruppe Behörden und Recht bereits getan. Nach einem persönlichen Gespräch mit Bürgermeister Karl-Heinz Joseph, bei dem die Schüler ihr Vorhaben vorstellten, hatte die Gemeindeverwaltung keine Bedenken gegen das Projekt und erteilte ihre Zustimmung. Der nächste Schritt war nun beim Amt für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur in Buchen einen Antrag auf Erteilung einer Aufforstungsgenehmigung zu stellen.

Parallel zu den Genehmigungsanträgen hat die Gruppe Bodenanalysen und Pflanzung zusammen mit RL Tonnier Bodenproben entnommen und diese im Schullabor untersucht und analysiert. Diese Bodenuntersuchung ist notwendig, um herauszufinden, welche Baumarten für diesen Standort besonders geeignet sind. Nach Vorgabe des Forstamtes soll hier ein Laubmischwald entstehen. Das Ergebnis der Bodenuntersuchung ist Grundlage für die Arbeit der Gruppe Finanzen. Sie hat die Aufgabe Kostenvoranschläge bei verschiedenen Baumschulen einzuholen und unter Berücksichtigung der Qualität, das günstigste Angebot auszuwählen.

Bis April sollen alle Planungsmaßnahmen abgeschlossen sein, um dann mit dem praktischen Teil des Projekts, der Bepflanzung des Grundstücks, beginnen zu können. Natürlich wird dieser Jungwald in den nächsten Jahren gepflegt werden müssen, eine Aufgabe auch für kommende Klassen der Konrad-von-Dürn Realschule.

Zunächst steht noch die Theorie auf dem Plan, etwa Gespräche mit dem Bürgermeister, mit dem Landwirtschaftsamt oder dem Naturschutz. Vor der Umsetzung steht nämlich der Gang durch die Behörden, "das ganz normale Genehmigungsverfahren". Und natürlich die Suche nach Sponsoren, denn so ein Projekt kostet natürlich auch etwas. Besuche bei den Banken und Firmen standen und stehen hier auf dem Programm.

Die Schüler freuen sich aber auf die Praxis. Das merkt man im Gespräch der Schüler mit den FN. Sie haben etwa schon ganz genaue Vorstellungen davon wie der Boden bearbeitet werden muss. Ein Pferd wird dabei zum Einsatz kommen, das steht schon fest aber natürlich landwirtschaftliches Gerät. Wenn der Boden dann bereitet ist, kommt das Saen und Pflanzen. Ein gutes Drittel der Fläche etwa wird mit jungen Eichen und Bucheckern bepflanzt werden. Bis es aber so weit ist, muss erst noch der Winter über das Land gehen. Dann aber werden die Schülerinnen und Schüler der Realschule aktiv werden. mar


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