AktuellNaturerbe Buchenwälder
Buchen musst du suchenWaldeckische Allgemeine, 13.12.03KORBACH. Buchen würden als Allerweltsbaum gelten, erklärte Norbert Panek. Der stellvertretende Vorsitzende des Buchenwaldinstituts sieht aber gerade im Erhalt der stark dezimierten Buchenwälder ein dringliches Anliegen im Bereich des Naturschutzes. „Rotbuchenwälder kommen nur in Mitteleuropa vor, für einen Amerikaner oder Japaner sind Buchenwälder etwas Exotisches“, sagte Panek. Der Biologe und Vorsitzende, Andreas Hoffmann, fügte an, dass von den 1,5 Millionen Hektar Buchenwäldern in Deutschland lediglich 0,4 Prozent unter besonderem Schutz stehen. „Das sind nur 40 000 Hektar.“ Aber nur in diesem Schutzzonen könne sich die für Buchenwälder typische Artenvielfalt entwickeln. Der Verein, den sie 2001 gegründet haben, soll eine Plattform für wissenschaftliche Arbeit rund um die Buche bieten. „Derzeit haben wir neun Mitglieder, allesamt Wissenschaftler, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben“, so Hoffmann. Viel mehr Mitglieder sollen es auch nicht werden. „Wir wollen handlungsfähig bleiben“, sagte Hoffmann. Das erstes Projekt des Instituts ist die Öffentlichkeitskampagne „Naturerbe Buchenwälder“. In Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umweltschutz und dem Bundesamt für Naturschutz ist jetzt ein gleichnamiger Fotokalender erschienen, der in eindrucksvollen Fotografien Eindrücke von Buchenwäldern liefert. Der Kalender ist im Internet unter www.cognitio.de zu bestellen. Es gehe ihnen mit der Kampagne darum, Menschen für das Thema zu sensibilisieren. „Mit dem Buchenwaldbestand im Kellerwald haben wir eines der größten zusammenhängenden Gebiete Europas vor der Haustüre“, erklärte Panek. Allerdings stehe im Mittelpunkt ihres Interesses unbewirtschaftetes Waldgebiet, so genannte Urwälder. „Bis der Buchenwald im künftigen Nationalpark Kellerwald-Edersee wieder die Bezeichnung Urwald verdient, müssen aber noch mindestens 200 Jahre vergehen“, so Hoffmann. In Europa gebe es gerade mal zwei solcher Gebiete. Eines liegt in Slowakei, ein anderes im Drei-Ländereck zwischen der Ukraine-Polen-Tschechei, berichtet Hoffmann. „Hier setzt auch unser zweites Projekt an“, erklärte Panek, „wir bereiten eine europäische Buchenwald-Route vor.“ Diese solle touristische und naturschützerische Aktivitäten zusammenführen. „Für dieses Vorhaben fehlen uns aber noch konkrete Daten, wir haben nur eine vage Vorstellung davon, wo und in welcher Größenordnung überhaupt Gebiete liegen, die Frage kommen“, sagte Hoffmann. Das dritte Projekt ist ein Bildband, der verschiedene Buchenwälder und Biosphärenreservate vorstellt. (DDD) » zurück |
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