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Aktuell
Kommunalwald in NRW
Förderung des Kommunalwalds
Von GUDRUN KLINKHAMMER, Kölnische Rundschau, 15.12.03
NETTERSHEIM. Eine erfolgreiche Zwei-Jahresbilanz zog der Gemeindewaldbesitzerverband Nordrhein-Westfalen auf seiner Mitgliederversammlung am Mittwochabend im Holzkompetenzzentum in Nettersheim.
Als größten Erfolg werteten der Vorsitzende Hermann-Josef Mießeler (Nettersheim) und der Geschäftsführer Dr. Gerd Landsberg (Bonn) die Entscheidung von NRW, den Kommunalwald bei der FFH-Förderung mit dem Privatwald gleichzusetzten. Mit dieser Gleichstellung werde in beispielhafter Weise die Naturschutzleistung Wald besitzender Kommunen in FFH-Gebieten anerkannt und finanziell abgegolten.
Weit entfernt sind die Kommunalwälder dennoch von den "schwarzen Zahlen". Die wirtschaftliche Situation stellt sich unter den gegenwärtigen forstpolitischen Rahmenbedingungen als ausgesprochen schwierig da, befanden die Fachleute. Ein Problem bilden die stagnierenden Holzpreise , während die Lohnnebenkosten immer weiter ansteigen. Während 1955 mit dem Erlös von einem Kubikmeter Holz noch 42 Arbeitsstunden im Wald bezahlt werden konnten, seien es heute gerade noch zwei Stunden. Vor diesem Hintergrund sind kommunale Forstbetriebe auf staatliche Unterstützung angewiesen. Mießeler und Landsberg sehen es daher als eine wichtige Aufgabe des Gemeindewaldbesitzerverbandes, diese Unterstützung einzufordern.
Der Zertifizierungsstreit habe dem Wald nichts genutzt, so die Fachleute, und im Ergebnis nur zur Verunsicherung des Verbrauchers beigetragen. Der Gemeindewaldbesitzerverband hat in der Zertifizierungsfrage keine Empfehlung ausgesprochen. Mießeler: "Letztendlich muss jede Wald besitzende Gemeinde mit Blick auf die spezifischen Verhältnisse vor Ort eine Entscheidung in eigener kommunaler Verantwortung treffen." Als äußerst wichtig erachten es Landsberg und Mießeler, Holz als Baustoff weiter publik zu machen. Als besonders vorbildlich bezeichnete Hermann-Josef Mießeler die Aktivitäten des Landes im Bereich der Holzenergie. Mit der 1998 erlassenen Holzabsatzförderrichtlinie habe das Thema eine Aufmerksamkeit erlangt, die man sich in dieser Form zunächst nicht habe vorstellen können.
"Schlankeres" Bundeswaldgesetz
Sorgen bereitet den kommunalen Forstbetrieben die anstehende Novelle zum Bundeswaldgesetz. Statt neuer Bürokratie erwartet der Gemeindewaldbesitzerverband eine deutliche Verschlankung des Bundeswaldgesetzes. Nur so könne ein effektiver Beitrag zur Stärkung des Holzabsatzes und der Holzverwendung geleistet werden. Insbesondere müsse Schluss gemacht werden mit einer Politik, die den Bürgerinnen und Bürgern suggeriere, Forstwirtschaft und heimische Holznutzung schade dem Wald und dem Naturschutz, so sehen es die Vertreter des Verbandes.
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