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Neuer NP Eifel

Nationalpark Eifel: Landschaft bleibt Natur überlassen

28.12.03 (dpa) Schleiden - Nordrhein-Westfalen weist seinen ersten Nationalpark zum 1. Januar in der Eifel aus. Das Schutzgebiet mit einer Größe von 110 Quadratkilometern umfasst die südlichen Teile der Kreise Aachen, Düren und den westlichen Teil des Kreises Euskirchen. Rund zwei Drittel sind Staatswaldflächen des Landes. Mit dem Truppenübungsplatz Vogelsang gehört knapp ein Drittel dem Bund. Nach dem Abzug des belgischen Militärs 2005 soll das Gebiet in den Park eingehen. Das Schutzgebiet der strengsten deutschen Naturschutzkategorie besteht zu 80 Prozent aus Wald. Hauptmerkmal sind "bodensaure" Buchenwälder - Buchen, die auf nährstoffarmen Böden wachsen. Etwa 40 Prozent des Waldes bestehen heute noch aus gepflanzten Fichten. Ohne Einfluss des Menschen soll sich die Buche wieder durchsetzen. Weitere Kennzeichen des Nationalparks sind Bachtäler, Quellgebiete und Felsformationen. Das Gebiet ist Lebensraum für 230 gefährdete Pflanzen- und Tierarten wie Wildkatze, Schwarzstorch, Eisvogel, Uhu und eines der größten Vorkommen der Mauereidechse in Deutschland. Ihre Lebensräume sollen geschützt und erweitert werden. Ein Ziel des Nationalparks ist die internationale Anerkennung. Das bedeutet unter anderem, dass mindestens 75 Prozent der Gesamtfläche vom Menschen unbeeinflusst der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Der Wald sorgt selbst für Nachwuchs, muss keine Axt und keine Säge fürchten, darf in Ruhe alt werden. Und wenn die Bäume sterben, bleibt ihr Totholz an Ort und Stelle liegen. dpa


Schutzzone für 230 Pflanzen- und Tierarten

Grenz-Echo, 30.12.03

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen plant, zum 1. Januar 2004 in der Nordeifel per Rechtsverordnung den Nationalpark Eifel auszuweisen.

Das Großschutzgebiet liegt zwischen Nideggen im Nordosten und dem Königreich Belgien im Südwesten und umfasst die südlichen Teile der Kreise Aachen und Düren sowie den westlichen Teil des Kreises Euskirchen.

Der Nationalpark Eifel wird der erste Nationalpark in NRW, gleichzeitig der 14. Nationalpark in Deutschland und darüber hinaus der erste Nationalpark der bodensauren Buchenwälder sein.

Das Nationalparkgebiet soll rund 11000 Hektar mit überwiegend Waldflächen umfassen. Über zwei Drittel dieser Fläche entfallen auf Staatswaldflächen des Landes NRW.

Dabei handelt es sich um die Staatswaldgebiete Dedenborn, Hetzingen, Kermeter und Wahlerscheid. Darüber hinaus sollen ab Beginn 2006 die Flächen des Truppenübungsplatzes Vogelsang einfließen, der bis dahin seinen Betrieb aufgeben wird.

Mit dem Nationalpark sollen die für die Naturlandschaft der nördlichen Eifel charakteristischen Lebensräume und Lebensgemeinschaften auf bodensauren Standorten zwischen 200 und 600 Meter über NN (Normalnull) besonders geschützt werden.

Dies sind insbesondere Laubwälder, Quellgebiete, Bachtäler, Felsbildungen und diverse Offenlandbiotope.

Im Nationalparkgebiet kommen über 230 gefährdete Pflanzen- und Tierarten vor. Schutzzweck ist es u.a., die Lebensräume u.a. folgender Tierarten zu bewahren bzw. wiederherzustellen: Wildkatze, Biber, verschiedene Fledermausarten, Uhu, Roter Milan, Schwarzstorch, Wespenbussard, Eisvogel, Neuntöter, Schwarz- und Mittelspecht, Mauereidechse und Schlingnatter. Unter den Pflanzenarten sind besonders hervorzuheben: Deutsche Hundszunge, Gelbe Narzisse, Astlose Graslilie sowie Moorlilie, Fieberklee, Hirschzunge oder aber die sogenannte Mondviole.


Ranger erhielten ihre Diplome

Grenz-Eco, 30.12.03

Gemünd -Am 1. Januar 2004 wird der Nationalpark Eifel für zahlreiche Besucher seine Tore öffnen. Dafür werden interessierte Mitarbeiter der Landesforstverwaltung Nordrhein-Westfalen zu Natur- und Landschaftspflegern fortgebildet.

Sie sollen die ganze Familie aber auch das Fachpublikum bei den beliebten Führungen während der Schulferien, bei zahlreichen Veranstaltungen oder auf besondere Anfrage über das Großschutzgebiet informieren und hochwertige Naturschutz- und Landschaftspflegearbeiten durchführen.

Elf Forstwirtinnen und Forstwirte des Staatlichen Forstamtes Schleiden haben kürzlich die praktischen, schriftlichen und mündlichen Prüfungen bestanden.

Damit vergrößert sich das »Ranger-Team« des künftigen Nationalparks Eifel auf 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der 640 Schulungsstunden umfassende Lehrgang wurde gemeinsam von der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe und der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) ausgerichtet. Die Teilnehmer(innen) aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz konnten mit Aushändigung der Urkunden durch Dr. Gertrud Hein, Vorsitzende der Prüfungskommission und Mitarbeiterin der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW, sowie den Lehrgangsleiter Klaus Zimmermann ihre Ausbildung zu Rangerinnen und Rangern erfolgreich abschließen.

Frau Dr. Hein, zugleich Referentin für Fortbildung der NUA, über die frisch gebackenen Natur- und Landschaftspfleger/Innen:

»Die Rangerinnen und Ranger sind gut ausgebildet und für ihre Arbeit im künftigen Nationalpark Eifel hochmotiviert. Ihre breite Ausbildung macht es möglich, sie sowohl im praktischen Naturschutz als auch in der Öffentlichkeitsarbeit einzusetzen, was insbesondere in der Startphase des neuen Nationalparks sehr wichtig ist.«

Eine praktische Umsetzung des Erlernten an einer Vielzahl von Naturschutzmaßnahmen rundete die Fortbildung ab und gab den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Staatlichen Forstamtes Schleiden - als künftiges Nationalparkforstamt Eifel - die Möglichkeit, sich beruflich weiterzuqualifizieren.

Die frisch geprüften Natur- und Landschaftspfleger(innen) freuen sich, im künftigen Nationalpark Eifel für die Bereiche Besucherbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit sowie im praktischen Naturschutz und der Landschaftspflege tätig zu werden.

Bereits im Jahr 2002 hatten sechs Forstwirtinnen und Forstwirte die Gelegenheit, sich zu Rangerinnen und Rangern fortbilden zu lassen.

Gemeinsam mit ihren neuen Kolleginnen und Kollegen möchten sie auch im nächsten Jahr wieder den Besuchern des künftigen Nationalparks interessante Führungen anbieten. Weitere Informationen über Führungen, Veranstaltungen und aktuelle Termine sind der Internetseite www.nationalpark-eifel.de zu entnehmen.

Weitere Informationen bei:

Naturschutz- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA) oder Staatliches Forstamt Schleiden, Tel. 0049 2361 3050; 0049-2444-9510-0; 0049-2361-305340; 0049- 2444-9510-85

poststelle@nua.nrw.deinfo@nationalpark-eifel.de


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