Aktuell


Ökomanager des Jahres SCA

Mittwoch, 24. November 2004

WWF und Capital küren Ökomanager des Jahres

"Ökomanager des Jahres" von WWF und 'Capital': Jan Åström, SCA AB, sowie Dr. Kurt Schmalz und Wolfgang Schmalz, J. Schmalz GmbH

Jan Åström, President und CEO der Svenska Cellulosa Aktiebolaget SCA, Stockholm, ist "Ökomanager des Jahres 2004" für den Bereich Konzerne. SCA ist in Deutschland stark vertreten: An mehr als 20 Standorten beschäftigt das Unternehmen 5.750 Mitarbeiter und erzielt 1,4 Milliarden Euro Umsatz. Bei den mittelständischen Unternehmen wurden Dr. Kurt Schmalz und Wolfgang Schmalz, Geschäftsführende Gesellschafter der J. Schmalz GmbH, Glatten/Schwarzwald, ausgezeichnet. Die Auszeichnungen wurden heute vom WWF Deutschland und dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' in Anwesenheit von Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Vorsitzender des Umweltausschusses des Deutschen Bundestages, in Berlin übergeben.

Zum 14. Mal zeichnen der WWF Deutschland und die Redaktion 'Capital' die "Ökomanager des Jahres" aus. Dieser Umweltpreis ist dank seiner herausragenden Preisträger einer der renommiertesten Deutschlands. "Ökomanager sind Macher, die in ihren Unternehmen die notwendigen Veränderungen für nachhaltiges Wirtschaften vorantreiben - und auch dadurch den Geschäftserfolg sichern", erläutert Carl-Albrecht von Treuenfels, Präsident des WWF in Deutschland, das wichtigste Auswahlprinzip der Jury.

Mit ihrem Engagement liegen die Ökomanager im Trend: Die neueste Erhebung des Bundesumweltministeriums "Umweltbewusstsein in Deutschland 2004" zeigt, dass 92 Prozent der Bevölkerung Deutschlands der Umweltschutz wichtig ist. Gefragt nach den wichtigsten Problemen des Landes rangiert er (zusammen mit sozialer Gerechtigkeit) sogar auf Platz 3 - nach dem Arbeitsmarkt und der wirtschaftlichen Lage. Und 94 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Förderung umweltfreundlicher Produktionsweisen für wichtig bzw. sehr wichtig halten. "Unsere diesjährigen Preisträger beweisen wieder eindrucksvoll, dass sie die Wünsche der Menschen nach einer sauberen Umwelt ernst nehmen und dass sie dennoch erfolgreich und profitabel wirtschaften können. Ökonomie und Ökologie sind keine Gegensätze", betont 'Capital'-Chefredakteur Kai Stepp den Sinn der Preisverleihung "Ökomanager des Jahres".

Ökomanager Konzerne: Nachhaltige Papierwirtschaft

Als Jan Åström in den Beruf einstieg, war die Papierherstellung kein besonders umweltfreundliches Unterfangen. Neben dem hohen Verbrauch von Holz, oft beschafft durch großflächigen Einschlag, und Unmengen von Wasser belastete das giftige Chlor, das zum Bleichen genutzt wurde, die Abwässer. Papierfabriken konnte man lange riechen, bevor man sie sah. Jan Åström hatte während seines Studiums jedoch schon bessere und umweltfreundliche Methoden kennengelernt, die zunächst bei seinen Vorgesetzten nicht besonders hoch im Kurs standen - der wirtschaftliche Vorteil war nicht klar zu erkennen. Letztendlich aber entschieden die Verbraucher: Ab Mitte der 90er Jahre wollte keiner mehr chlorgebleichtes Papier kaufen und auch die Behörden erließen strengere Umweltauflagen. SCA, die weltweit 44.000 Mitarbeiter beschäftigt und 9,6 Milliarden Euro umsetzt, geht darüber längst weit hinaus. Das Credo von Jan Åström: "Meine Kinder sollen einmal von mir sagen: Er hat SCA vorangebracht und den Umweltschutz."

Hauptansatzpunkt bei SCA ist die Verminderung der Luftschadstoffe. Knapp ein Drittel des Stroms für die Papierfertigung erzeugt SCA durch Kraft-Wärme-Kopplung. Beim Sammeln und Verwerten von Altpapier ist der Konzern die Nummer 1 in Europa. Papierfasern können mehrmals wieder zu Papier verarbeitet werden, danach sind sie zu kurz und dienen noch als Brennstoff. Tonerde und Kreide, die der Zellulose zugesetzt werden, um das Papier heller zu machen, werden wieder ausgewaschen und an Baustein-Hersteller verkauft.

In Dänemark heizt die Abwärme einer SCA-Fabrik 1.000 Wohnungen in der Nachbarschaft. Noch eindrucksvoller: Aus den Holzresten eigener und fremder Sägewerke presst SCA Pellets, deren Heizwert 70 000 Tonnen Heizöl entspricht. Sie werden in Wohnhäusern oder auch in Schulen verheizt, aber mit einer günstigeren Umweltbilanz als fossile Brennstoffe: Bei der Verbrennung von Holz entsteht zwar auch Kohlendioxid, aber nur soviel, wie der Baum während seines Wachstums aus der Luft aufgenommen hat.

Mehr als die Hälfte des Holzes für die Papierherstellung kommt aus eigenen Forsten. SCA ist der bedeutendste private Forsteigner Europas und arbeitet nach den Regeln des Forest Stewardship Council ohne Kahlschläge und unter Erhaltung der Ökosysteme an Gewässern. Zwei Drittel der SCA-Werke sind bereits nach der internationalen Ökonorm 14001 bzw. den strengen Regeln des EU-Umweltaudits kontrolliert.

Um noch bestehende Schwächen im Konzern beheben zu können, gründete Jan Åström einen Nachhaltigkeitsrat, indem sich unter seiner Leitung die Führungskräfte mit Umweltthemen befassen. Die SCA-Aktie steht daher auch in vielen Auswahllisten für nachhaltiges Investment wie im FTSE4Good Global Index und als einziger Papierhersteller im deutschen Natur-Aktien-Index.

Ökomanager Mittelstand: Vakuum mit Umweltschutz

Umweltfreundliches Vakuum? Auf den ersten Blick ein erstaunlicher Gedanke. Die Brüder Dr. Kurt Schmalz und Wolfgang Schmalz, beide geschäftsführende Gesellschafter der J. Schmalz GmbH in Glatten im Nordschwarzwald, sind Vorreiter im Bereich Vakuumhandhabungstechnik. Sie stellen Produkte her, mit denen Werkstücke aller Größen angehoben und festgehalten werden können, um sie zu bewegen oder zu bearbeiten. So packen zum Beispiel Roboter in der Autoindustrie damit Bleche an, um sie dann zum Stanzen in Pressen zu legen.

Bei ihren Umweltschutzmaßnahmen setzen die Schmalz-Brüder vor allem auf erneuerbare Energien. So senkten sie - trotz eines jährlichen Umsatzwachstums von mehr als zehn Prozent - den Heizöleinsatz in der Produktion um gut ein Zehntel. Eine Wärme-Rück-Gewinnungsanlage heizt die Zuluft für die Fabrik mit der Abluft vor und erspart so etwa 11.000 Liter Heizöl pro Jahr. Das gut gedämmte Bürogebäude braucht nur etwa halb soviel Heiz-energie wie ein normaler Bau. Die Raumwärme wird über Holzschnitzel aus Abfallholz erzeugt, die billiger sind als Erdöl. "Restholz verrottet in Mengen in den Wäldern", so Dr. Kurt Schmalz, und "das Aufarbeiten schafft Jobs, wir verfeuern weniger Erdöl".

Auf den Hügeln nebenan stehen zwei Windräder, die schon nach sieben Monaten soviel Energie erzeugt hatten, wie ihre Herstellung und Montage kosteten. Um so viel Strom, wie sie beide in einem Jahr liefern, mit Gas zu erzeugen, müssten 660.000 Kubikmeter davon verfeuert werden.

Windräder im Landschaftsbild sieht Wolfgang Schmalz recht positiv: "Es sind eher die vom sauren Regen entwaldeten Gipfel, die den Nordschwarzwald verschandeln. Sie zeigen, wie unsere Gesellschaft mit der Natur umgeht." Das benötige Warmwasser wird bereits über Solarkollektoren vorgewärmt. Zusätzlich wird nun das Hallendach mit Solarzellen besetzt, die ab 2005 etwa 80.000 Kilowattstunden Strom liefernwerden. Und am Bach neben dem Werk wird ab 2006 eine Turbine weitere 120.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Auch beim Recycling setzt Schmalz Maßstäbe: 15 Abfallarten werden getrennt und dann verkauft. Ohne Trennung müssten die Abfälle als Gemisch teuer entsorgt werden. Das Regenwasser wird in einer Zisterne und einem Rückhaltebecken gesammelt, mit dem Effekt, dass der Bach und seine Uferregion am Firmengelände keine zusätzlichen Sturzfluten verkraften muss.

Die J. Schmalz GmbH wird seit 1997 in punkto Umweltschutz und Materialeinsatz nach den Regeln des EU-Umweltaudits geprüft. Und statt in Billiglohnländer auszulagern, erhöhen die Brüder die Fertigungstiefe. Die Mitarbeiter werden überdies mit Kursen zu Berufs- und Umweltthemen fit gemacht. Dies hat Erfolg: Beim EU- Wettbewerb "Bester Arbeitgeber" erreichte Schmalz in Deutschland Platz 7.

Quelle/Text: Capital


Donnerstag 25. November 2004, 10:56 Uhr

Junghanns: Gute Chancen für Umweltwirtschaft in neuen EU-Ländern

Potsdam (ddp-lbg). Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) sieht neue Potenziale für die Brandenburger Umweltwirtschaft. Die Nachfrage nach Umwelttechnologien und -verfahren in den neuen EU-Mitgliedsstaaten sei groß, sagte Junghanns am Donnerstag in Potsdam. Die Erschließung der angrenzenden Märkte biete für die märkische Umweltbranche viele Möglichkeiten. Das Land werde vor allem Unternehmen, die sich den Anforderungen des globalen Umweltschutzes stellen, durch Förderung von Firmennetzwerken gezielt unterstützen.

Nach Angaben von Junghanns sind derzeit rund 2000 Brandenburger Unternehmen in der Umweltbranche tätig. Sie beschäftigen insgesamt mehr als 30 000 Mitarbeiter. Die meisten Firmen sind in den Bereichen Umwelttechnik und Abfallwirtschaft tätig. 44 Prozent der Umweltunternehmen zählen zum verarbeitenden Gewerbe und 56 Prozent zum Dienstleistungsgewerbe.


Donnerstag 25. November 2004, 10:38 Uhr

Zwei neue Firmen in Umweltallianz

Magdeburg (ddp-lsa). Die Umweltallianz zwischen Wirtschaft und Landesregierung Sachsen-Anhalts wächst. Wie das Umweltministerium am Donnerstag in Magdeburg mitteilte, sind die Firmen Multiport Recycling GmbH Bernburg und LBR Beratung Rohstoffe GmbH aus Braunsbedra im Landkreis Merseburg-Querfurt dem Bündnis beigetreten. Die beiden Firmen hätten mit Projekten zur Verbesserung des Gewässerschutzes, der Energieeinsparung sowie mit der Einführung eines Umweltmanagementsystems die Grundlagen für die Aufnahme geschaffen. Der Allianz gehören somit knapp 140 Unternehmen an.

Mit der Umweltallianz seien «wichtige Weichen für eine dauerhafte umweltgerechte Entwicklung im Land gestellt», sagte Umweltstaatssekretär Hermann Onko Aeikens anlässlich der Aufnahme. Zudem erwarte er, dass die Allianz weiterhin wachsen werde und verwies damit auf den so genannten Umweltbonus. Wenn eine Firma Mitglied im Bündnis sei und bestimmte Umweltstandards erfülle, biete der Bonus die Möglichkeit einer um fünf Prozent höheren Investitionsförderung.

Die Umweltpartnerschaft zwischen Politik und Wirtschaft wurde 1999 geschlossen. In der Umweltallianz führen die Unternehmen freiwillig ein Umweltmanagement ein, sparen Energie und Wasser und verbessern den Gewässer-, Natur- und Bodenschutz. Im Gegenzug wird ihnen weniger Bürokratie zugesichert.


Mittwoch 24. November 2004, 14:39 Uhr

Nur die Umwelt zählt

Energieversorger E.ON spendiert 250 000 Euro für neuen Ökopreis
Schnappauf: Projekt stärkt Klimaschutz


Regensburg (ddp-bay). Einen der höchst dotierten Umweltpreise in Deutschland hat der Energieversorger E.ON Bayern neu ins Leben gerufen. 250 000 Euro stellt das Unternehmen ab 2005 jährlich für ökologisches Handeln zur Verfügung, wie E.ON am Mittwoch in Regensburg mitteilte. Mit dem Umweltpreis wolle E.ON «ein Ausrufezeichen für aktives Engagement setzen», sagte der Chef der E.ON Bayern AG, Peter Deml. Umweltminister Werner Schnappauf (CSU), unter dessen Schirmherrschaft der Ökopreis steht, begrüßte das Projekt als «deutliches Signal für gesellschaftliche Mitverantwortung».

Nach den Worten Demls soll der Umweltpreis «Projekte der Gegenwart und der Zukunft» unterstützen, die ohne Förderung nicht oder nur schwer zu verwirklichen wären. «Eine idealtypische Energieversorgung» bewege sich im Dreieck von «Versorgungssicherheit, Preiswürdigkeit und Umweltverträglichkeit. Diesem Ideal fühle sich das Energieunternehmen mit Sitz in Regensburg verpflichtet, begründete er die Einführung des Umweltpreises. Der Preis richtet sich an Kommunen, kommunale Einrichtungen, Vereine, Kirchen und Bürgerinitiativen. Mit dem Umweltpreis wolle E.ON die Partnerschaft zu den Kommunen weiter ausbauen, sagte der Vorstandschef.

Umweltminister Schnappauf erwartet von dem Ökopreis, dass er »dem Umwelt- und Klimaschutz vor Ort« neue Schubkraft geben werde. Gerade im Interesse des Klimaschutzes seien »eine bessere Energieausnutzung und klimafreundlichere Energien« notwendig, unterstrich der CSU-Politiker. Dazu werde der Umweltpreis mit seinen zusätzlichen finanziellen Anreizen »viele gute Ideen« beitragen. Schnappauf betonte, Ökonomie und Ökologie seien nicht »der viel beschworene Widerspruch«, sondern bedingten sich gegenseitig.

Der E.ON Bayern Umweltpreis wird ab 2005 jährlich verliehen. Er soll der Einführung und Umsetzung »innovativer energie- und umweltschonender Projekte" dienen. E.ON zufolge geht es dabei um die Reduktion des Primärenergieverbrauchs, die Verminderung von Schadstoffemissionen, den Schutz natürlicher Ressourcen und ökologisch orientiertes Bauen.

Das Preisgeld ist zweckgebunden für die jeweiligen Konzepte und Maßnahmen. Die Gesamtsumme von 250 000 Euro teilt sich auf in einen Top-Preis von 50 000 Euro und zehn weitere Preise von je 20 000 Euro. Die Bewerbungsfrist läuft bis 30. April 2005. Bewerbungsunterlagen sind bei E.ON Bayern oder im Internet unter www.eon-bayern.com zu beziehen.

Die E.ON Bayern AG ist eigenen Angaben zufolge mit rund 2,2 Millionen Kunden, einem Umsatz von 2,4 Milliarden Euro und einem Stromabsatz von rund 30 Milliarden Kilowattstunden Deutschlands größter regionaler Energiedienstleister. (Quellen: alle in Regensburg)


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