AktuellWeihnachtsbaumkauf
Freitag 3. Dezember 2004, 11:20 Uhr «Oh' Tannebaum» - aber bitte aus heimischen WäldernWiesbaden (ddp-swe). Pünktlich zu Beginn der Adventszeit appelliert der hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) an die Bürger des Landes, Weihnachtsbäume aus heimischen Wäldern zu kaufen. Bislang stammten nur etwa ein Drittel der jährlich rund 1,5 Millionen in Hessen benötigten Christbäume aus dem waldreichen Bundesland selbst, teilte Dietzel am Freitag in Wiesbaden mit. Dabei tut nach seiner Darstellung jeder, der einen hessischen Tannenbaum kauft, etwas Gutes für die Umwelt.«Die Bäume werden geschlagen, um den verbleibenden Bäumen mehr Platz zum Wachsen zu geben», sagte Dietzel. Die meisten der beim Förster angebotenen Weihnachtsbäume stammten nämlich nicht aus speziell für diesen Zweck angelegten Kulturen, sondern direkt aus den umliegenden Wäldern. Die Nutzung diene damit auch der Waldpflege. Außerdem komme der Erlös aus dem Weihnachtsbaumverkauf wiederum dem heimischen Wald zu Gute und die Zahl umweltbelastender Transporte quer durch Europa verringere sich. Die Bäume der Forstämter kosten laut Dietzel je nach Art, Größe und Qualität von fünf Euro an aufwärts. Termine und Verkaufsstellen der Forstämter sind in der örtlichen Presse nachzulesen. Informationen auch im Internet unter www.hessen-forst.de. Freitag 3. Dezember 2004, 10:35 Uhr Kurze Wege - Plakette soll Kauf heimischer Weihnachtsbäume fördernSchlettau (ddp-lsc). Es gibt wohl keine andere deutsche Erfindung, die sich mit seiner Bekanntheit vergleichen kann. Als das Symbol des Weihnachtsfestes ist der geschmückte Baum über geografische, gesellschaftliche und religiöse Grenzen hinweg bekannt. Für die Forstleute indes ist der Tannenbaum traditionell ein Nebenprodukt von Jungholzbeständen. «Diese Bäume zu nutzen, macht ökologisch als auch ökonomisch Sinn. Der Kauf eines Baumes aus der Region reduziert Belastungen der Umwelt durch lange Transporte und unterstützt die Jungholzpflege in den sächsischen Wäldern», heißt es in der Geschäftsstelle des Naturparks Erzgebirge/Vogtland in Schlettau.Deshalb wurde zur Förderung der einheimischen Weihnachtsbäume vom Naturpark gemeinsam mit den sächsischen Forstämtern eine Plakette entworfen, die auf die Herkunft der Bäume hinweist. Das Motiv des Siegels ist ein Mann mit einer Axt in der Hand und einem Christbaum unter dem Arm in Form des bekannten Tellerhäuser Baumschmuckes. «Wer einen Baum aus einheimischen Wäldern kauft, unterstützt damit die Waldbesitzer bei den notwendigen Pflegeeingriffen», sagt Ingo Reinhold vom Umweltministerium in Dresden. Hauptsächlich heimische Nadelbäume wie Fichten, Kiefern und Weißtannen, aber auch Exoten wie Blau- und Stechfichten, Schwarzkiefern und Douglasien werden von den Forstämtern als Weihnachtsbäume und Schmuckreisig angeboten. Eine seit Anfang der 90er Jahre veränderte Waldbaustrategie, welche die vielfach vorhandenen reinen Nadelbaumbestände mit einheimischen Laubbaumarten ergänzt, wird das Angebot von Weihnachtsbäumen zukünftig etwas verringern. Trotzdem soll Sachsen auch künftig nicht von Importbäumen abhängig sein. Waldflächen, auf denen das Baumwachstum aus verschiedenen Gründen begrenzt ist, wie Energietrassen oder Einflugschneisen, sollen gezielt für den Weihnachtsbaumanbau genutzt werden. In Deutschland werden nach Angaben der Branche jährlich rund 25 Millionen Weihnachtsbäume verkauft, die in etwa 80 Prozent der Haushalte aufgestellt werden. Etwa zwei Drittel der Bäume wachsen auch in Deutschland und sichern somit bis zu 10 000 Arbeitsplätze. Mit dem Gedanken, die echten Tannenbäume schonen zu wollen, werden oft künstliche Weihnachtsbäume gekauft - nach Branchenschätzungen deutschlandweit rund 2,5 Millionen jährlich. Eine Umweltverträglichkeitsstudie der niederländischen Verbraucherzeitschrift «Consument gids» von 1997 nährt jedoch Zweifel an solchen Überlegungen. Der einmalige Transportaufwand für den Wiederverwendbaren relativiert sich durch die Entfernung der Herstellungsländer China, Thailand oder Vietnam beträchtlich. Auch der Chlorgehalt der PVC-Nadeln und der hohe Anteil an Schwermetallen wie Chrom, Cadmium und Blei schlagen in der Gesamtbetrachtung von Produktion, Nutzung und Entsorgung negativ zu Buche. Selbst bei einer Verwendung über 20 Jahre, hieß es in der Untersuchung, sei die Belastung durch einen Kunstbaum größer als durch natürliche Bäume. Wenig Schweizer Bäume70 Prozent aller bei uns verkauften Weihnachtsbäume stammen aus dem Ausland. Doch das könnte sich ändern.Berner Zeitung, 2.12.04 Das wollen zumindest die Schweizer Christbaumproduzenten erreichen. Sie gründeten die «IG Schweizer Christbaum». Alljährlich kaufen die Schweizer in der Adventszeit rund eine Million Christbäume. Der Markt ist stabil, der Absatz praktisch garantiert – ein attraktives Geschäft für Landwirte, die ein Stück Wald besitzen. Dennoch ist die Herstellung von Weihnachtsbäumen in der Schweiz noch eine Nischenproduktion. Das ist insofern verwunderlich, als die von den Konsumentinnen und Konsumenten geschätzte ursprüngliche Nordmannstanne auch bei uns gut gedeiht. Noch ist aber Dänemark der Lieferant Nummer eins für Weihnachtsbäume: Rund 700 000 Christbäume importiert die Schweiz aus dem skandinavischen Land. In der Schweiz werden rund 300 000 Bäume hergestellt – zumeist Rottannen. «Der Trend geht aber zur Nordmannstanne», bestätigt auch Josef Brägger vom solothurnischen Bildungszentrum Wallierhof. Brägger ist einer der Initianten der IG Schweizer Christbaum. Die aus dem Kaukasus stammende Nordmannstanne hat weiche Nadeln, die auch in der warmen Wohnstube gut halten. Sie muss aber stets feucht gehalten werden, weil sie innerlich vertrocknen kann. Die schnell wachsende Rottanne hingegen hat härtere Nadeln und nadelt rascher. Sowohl in der Schweiz als auch im Ausland werden auch Weisstannen, Blautannen, serbische Fichten und Koreatannen als Weihnachtsbäume kultiviert. Die Blautanne sieht der Nordmannstanne ähnlich. Ihre Nadeln sind aber sehr spitz und stechen. Deshalb sollte man beim Aufstellen und Dekorieren Handschuhe tagen. Ihr Vorteil: Sie wird gerade deswegen von Haustieren gemieden. Ein edles Gewächs schliesslich ist die Nobilistanne. Sie stammt aus Nordkalifornien und verströmt ätherische Öle mit charakteristischem Waldduft. Ökologisch wäre die Schweizer Christbaum-Herstellung durchaus sinnvoll. Josef Brägger: «Im Verhältnis zu den Bäumen aus Dänemark, die mit grossen Mengen Pflanzenschutzmitteln und Dünger produziert werden, ist bei uns sehr wenig Chemie nötig.»thk Freitag 3. Dezember 2004, 10:37 Uhr Zur Geschichte des WeihnachtsbaumesSchlettau (ddp-lsc). Die Ursprünge des heutigen Weihnachtsbaumes sind vielfältig und gehen zurück bis zu den Germanen. Um sich vor Geistern, Dämonen und sonstigem Unheil zu schützen, sollen sich schon die Druiden um 300 vor Christus während der Sonnenwendfeiern Misteln von den Bäumen geschnitten haben. Der Baum galt als Sitz guter Götter, besonders das «Immergrün» der Bäume wurde als Fortdauer des Lebens wahrgenommen.Auch von den Römern ist der Symbolwert des Grüns überliefert. Während ihrer Feiern zu Ehren des Fruchtbarkeitsgottes Saturn vom 17. bis 24. Dezember wurden die Häuser mit Misteln, Lorbeer und Efeu geschmückt, außerdem gab es Lichterprozessionen und Geschenke. Als eine der christlichen Wurzeln des Weihnachtsbaumes gilt die Legende vom heiligen Christopherus. Der Heilige, der in Person des Christkindes die Last der Welt trug, wurde mit der Verwandlung seines Stabes in einen Gabenbaum belohnt. Der Übergang zum Schmuckbaum ist erstmals 1419 belegt - Freiburger Bäckerknechte dekorierten einen Baum mit Äpfeln, Lebkuchen, Papierschmuck und gefärbten Nüssen. Im Jahr 1660 werden erstmals Kerzen auf einem Baum erwähnt. Die Mehrzahl der Weihnachtsbäume erstrahlte jedoch erst nach der Erfindung des Parafin im Jahr 1830 im Glanz von möglichst 24 Kerzen. (Quelle: Naturpark Erzgebirge/Vogtland) » zurück |
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