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Aktuell

Wettbewerb "ne Menge Holz"

Bundesumweltminister Trittin prämierte die Gewinner des Wettbewerbs "...'ne Menge Holz"

Preisverleihung und Fachforum zur umweltfreundlichen Beschaffung und FSC-Zertifizierung in Berlin

Pressemitteilung Klima-Bündnis, 6.12.04

Passend zum Nikolaustag prämierte Bundesumweltminister Jürgen Trittin heute in Berlin die Gewinner des kommunalen Wettbewerbes "...'ne Menge Holz". Dieser Wettbewerb wurde im Rahmen des vom Bundesamt für Naturschutz mit den Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit geförderten Projektes "Wald 21" durchgeführt. Umweltminister Trittin hatte dazu die Schirmherrschaft übernommen.

Den ersten Preis erhielt die Stadt Freiburg im Breisgau für ihr Projekt "Brennholz aus dem Ökoforst" und wurde hierfür mit einem FSC- zertifizierten Abenteuerspielplatz belohnt. Das Projekt aus Freiburg ermöglicht die Finanzierung einer Initiative für Arbeitslose, indem selbst aufgearbeitetes Brennholz im FSC-zertifizierten Forstbetrieb vermarktet wird. Die Initiative verknüpft hierbei vorbildlich die drei Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung: die sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekte.

Der zweiten Platz ging an das Projekt "Klimabrücke", das die niedersächsische Gemeinde Ostrhauderfehn mit Gemeinden im brasilianischen Mantiqueira-Gebirge verbindet. Das Vorhaben Aussichtsturm "Heimliche Liebe", ein Holzturm zur Umweltbildung und Waldbrandmeldung, der durch die Stadt Essen auf den nördlichen Ruhrhöhen errichtet werden soll, wurde von der Jury zum dritten Sieger gewählt. Ausgezeichnet wurden die zweiten und dritten Preisträger jeweils mit einer FSC-zertifizierten Parkbank.

Die Bewertung der Projekte erfolgte über eine Jury und eine Internetabstimmung bei der im Projektverlauf über zwei Millionen Stimmen für die eingereichten Projekte abgegeben wurden. Dies zeigt, dass es mit dem Projekt "Wald 21" gelungen ist, den Wald und den Rohstoff Holz vermehrt in den Blickpunkt der Bevölkerung zu rücken.

Berlin beteiligte sich an dem Wettbewerb mit einem Projekt zur Bewerbung von lokalem Holz. Ingeborg Junge-Reyer, Senatorin für Stadtentwicklung, begründete in ihrem Grußwort an die Veranstaltungsteilnehmer das Berliner Engagement: "Es ist ökologisch wie ökonomisch unbefriedigend, wenn Berliner Holz zwar als FSC- zertifizierte Spanplatte in China oder als Parkettholz in Dänemark zu erwerben ist, in der eigenen Region mit einem unmittelbaren Einzugsgebiet von über vier Millionen Menschen aber kaum zu bekommen ist. Die Berliner Forsten haben sich daher daran gemacht, Mitstreiter zu suchen, um verstärkt auf das hochwertige Berliner Holz aufmerksam zu machen und Anstöße zu geben, Berliner Holz in der Region zu attraktiven Produkten weiter zu verarbeiten."

Um alle eingereichten innovativen Projekte zu würdigen, erhielten alle TeilnehmerInnen eine Holzkiste mit FSC-zertifizierten Produkten, die einen Einblick über die Möglichkeiten einer umweltfreundlichen Beschaffung von Büromaterialien gibt.

Zweiter Höhepunkt der Veranstaltung war ein Fachforum, in dem praxisnah die Themen "umweltfreundliche öffentliche Beschaffung" und "verantwortungsvolle Waldwirtschaft" durch die drei Experten Heinz Josef Houf, Leiter der Dienststelle für Vergabewesen aus Bonn, Elmar Lakenberg, Leiter der Berliner Forsten, und Dr. Carola Taschner, Vorstandsvorsitzende der European Environmental Citizens Organisation for Standardisation (ECOS) aus Brüssel beleuchtet wurden. Dabei wurden die Rahmenbedingungen für die Nutzung von Holzsiegeln bei öffentlichen Ausschreibungen erörtert sowie die Möglichkeit, durch Zertifizierung von Kommunalwäldern einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, diskutiert.


Hintergrund zum Projekt "Wald 21" Neben dem Wettbewerb sind das im Frühjahr 2005 erscheinende Handbuch "FSC-Zertifizierung im Kommunalwald" und der Leitfaden "Verantwortungsvolle Forstwirtschaft - Vom Wald ins Rathaus" wichtige Ergebnisse des Projektes Wald 21. Das Projekt wurde von der FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit dem Klima-Bündnis durchgeführt. In dem gemeinsamen Projekt Wald 21 wurde das Ziel verfolgt, lokale Prozesse und Aktionen in den Handlungsfeldern Wald und Holz anzustoßen. Kommunen sollten hierbei in ihrer Doppelfunktion als Holzerzeuger mit kommunalem Waldbesitz und Konsument von Holz im Rahmen der öffentlichen Beschaffung motiviert werden, Projekte zum Thema zu initiieren und durchzuführen.

Mehr Informationen zu Wald 21 und den eingereichten Projekten finden Sie unter www.wald21.de

Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder / Alianza del Clima e.V.
Europäische Geschäftsstelle
Galvanistr. 28, D-60486 Frankfurt am Main
Fon +49-69-717139-0, Fax +49-69-717139-93
europe@klimabuendnis.org
www.klimabuendnis.org


Gülle killt den Wald

BMU, 6.12.04

Auf die Bedeutung einer naturnahen Bewirtschaftung der Wälder für die biologische Vielfalt und die Stabilität der Waldökosysteme hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin aufmerksam gemacht.

"Nicht nur in den Tropen, auch bei uns schreitet die Schädigung der Wälder voran", sagte der Bundesumweltminister bei der Preisverleihung des Wettbewerbs "...’ne Menge Holz" zur nachhaltigen Waldwirtschaft und Holz-Zertifizierung. Der aktuelle Waldzustandbericht belege, dass vor allem die Einträge von Stickstoffverbindungen wie Ammoniak aus der Landwirtschaft noch viel zu hoch seien. "Sie führen zu weiterer Bodenversauerung und zur Überdüngung der Waldökosysteme. Damit schwächen sie die Vitalität der Bäume. Gülle killt den Wald", so Trittin.

Besonders anfällig sind dabei Wälder, die ohne ausreichende Naturnähe bewirtschaftet werden. Die Bundesregierung strebt daher eine naturnahe Waldbewirtschaftung möglichst auf der gesamten forstwirtschaftlich genutzten Waldfläche an. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisten auch globale Zertifizierungssysteme, die mit der Kennzeichnung von Produkten die Verbraucher darüber informieren, wie das im Produkt verwendete Holz hergestellt wurde. Der Bundesumweltminister würdigte dabei die besonderen Verdienste des Forest Stewartship Council (FSC). "Von den vielen existierenden Zertifikaten ist noch immer der FSC das einzige weltweit anwendbare, das anspruchsvollste und das glaubwürdigste Siegel", sagte Trittin. Die Fläche FSC-zertifizierter Wälder nimmt auch in Deutschland kontinuierlich zu. Der Bund wird sich bei seiner eigenen Beschaffung von Holz und Holzprodukten zukünftig am FSC-Standard orientieren und auch die Zertifizierung der deutschen Bundesforste schreite voran, so der Bundesumweltminister.

Der bundesweite Wettbewerb "...’ne Menge Holz" richtet sich an Städte, Gemeinden, Kreise sowie regionale Zusammenschlüsse oder Kooperationen zwischen Unternehmen und Kommunen. Er wird von der FSC-Arbeitsgruppe Deutschland und dem Klima-Bündnis der europäischen Städte durchgeführt. Die Preisträger haben sich für eine beispielhafte Holzverwendung und Waldbewirtschaftung in Kommunen beziehungsweise für die Unterstützung des Bereichs "Wald und Holz" in den Prozessen der Lokalen Agenda 21 eingesetzt.

Weitere Informationen: www.wald21.de


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