AktuellDer Waldzustandsbericht (erweitert)
Dienstag 7. Dezember 2004, 21:00 Uhr Waldzustandsbericht im KabinettBerlin (AP) Die Schäden am deutschen Wald beschäftigen am (morgigen) Mittwoch (09.30 Uhr) das Bundeskabinett. Unter Vorsitz von Vizekanzler Joschka Fischer berät die Ministerrunde den Waldzustandsbericht 2004. Danach informiert Agrarministerin Renate Künast die Öffentlichkeit (11.30 Uhr).Nach Angaben der Bonner Stiftung «Wald in Not» geht aus dem Bericht hervor, dass die deutschen Wälder wegen des heißen Sommers 2003 so stark geschädigt sind wie nie zuvor. Danach liegen die Schäden in einzelnen Regionen und bei den Laubbäumen «zum Teil höher als vor 20 Jahren bei der ersten Erhebung des Waldzustandes». Mittwoch 8. Dezember 2004, 13:56 Uhr Deutschem Wald geht es so schlecht wie nieBerlin (dpa) - Der deutsche Wald ist so krank wie nie zuvor. Nur noch gut ein Viertel aller Bäume ist gesund. Knapp ein Drittel der Hölzer verlören deutlich Blätter und Nadeln, sagte Bundesagrarministerin Renate Künast (Grüne) in Berlin bei der Vorlage des Waldzustandsbericht 2004.Damit sind sogar die Anfang der 1990er Jahre erreichten Negativrekorde bei den Waldschäden gebrochen. Schuld daran sind vor allem die Hitze und Trockenheit im Sommer 2003 sowie die hohe Schadstoffbelastung der Böden. «Das Ergebnis ist alarmierend», sagte Künast. Besonders Buchen, Eichen und Fichten haben dem Bericht zufolge Blätter und Nadeln in bisher nicht da gewesenem Ausmaß verloren. Eine Gefahr bleibt der Borkenkäfer, der sich massenhaft vermehrt hat. Der Anteil gesunder Bäume sank im Vergleich zum Vorjahr um drei Punkte auf 28 Prozent. Die Zahl der Bäume mit starken Kronenschäden stieg um acht Punkte auf den Höchststand von 31 Prozent. Besonders stark haben sich die Baumkronen in Bayern und Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Berlin gelichtet. «Trockenstress» und hohe Ozonwerte haben Künast zufolge den Wald angegriffen, der ohnehin geschwächt sei durch die jahrzehntelange Schadstoffbelastung aus Luft und aus Boden. Das größte Problem ist die Buche. Der Anteil der Kronenschäden sprang um 25 Punkte auf 55 Prozent. Bei der Fichte stiegen die deutlichen Schäden um 8 Punkte auf 35 Prozent, bei der Eiche um 6 Punkte auf 45 Prozent. Nur die Kiefer hält sich relativ stabil. Mit 17 Prozent (plus 4 Punkte) ist sie weiterhin die Baumart mit den wenigsten Kronenschäden. Insgesamt sind die Schäden bei allen Baumarten im Jahr 2004 auf 22,8 Prozent gestiegen (2003: 19,9 Prozent). Künast rief die Verbraucher zu einem Beitrag für den Schutz der Wälder auf. Sie sollten bei Autos und im Haushalt mehr Energie sparen. Künast appellierte an die Konsumenten, mehr heimisches Holz anstatt Tropenhölzer zu verbrauchen. Die Holzvorräte seien mit 320 Kubikmeter pro Hektar zu hoch. Die Wälder aber müssten verjüngt werden. Nach Angaben des Holzabsatzfonds (Bonn) verfügt Deutschland mit 3,4 Milliarden Kubikmetern über die größten Holzvorräte in Europa. Trotz der Schäden wächst die Waldfläche laut Künast schneller als je zuvor. «Das heißt aber nicht, dass der Wald gesünder ist.» Die Bundesregierung will den Holzverbrauch in den nächsten zehn Jahren um 20 Prozent steigern. Eine Prognose zur Entwicklung des Waldes wagte Künast nicht. «Der Boden hat ein jahrzehntelanges Gedächtnis.» Die Umweltorganisationen Greenpeace, BUND und NABU forderten eine Wende in der Verkehrspolitik, konsequenteren Klimaschutz und eine verstärkte Ökolandwirtschaft. Robin Wood verlangte eine Ausdehnung der Maut für Lastwagen auch auf Landstraßen sowie eine drastische Erhöhung der Gebühr. Der Deutsche Naturschutzring forderte die Einführung einer kohlendioxidbezogenen Kraftfahrzeugsteuer und eine Kerosinsteuer für den Flugverkehr. Die Union warf der Bundesregierung vor, den Waldbesitzern die Pflege und Bewirtschaftung des Waldes durch immer neue Auflagen zu erschweren. Parallel zu Künast legte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) am Mittwoch im Kabinett den Wald- Fortschrittsbericht vor. Die Waldvernichtung vor allem in den Tropen gefährdet demnach die Existenzgrundlage mehr als 1,5 Milliarden Menschen. Pro Jahr stellt Deutschland rund 125 Millionen Euro für internationale Waldschutzprogramme bereit. Mittwoch 8. Dezember 2004, 15:56 Uhr So krank wie noch nieDer deutsche Wald ist in einem traurigen ZustandFast jeder dritte Baum ist stark geschädigt Berlin (ddp). Ein bedrückendes Bild ist es, das der «Waldzustandsbericht 2004» der Bundesregierung vom deutschen Wald zeichnet: Mit nur noch 28 Prozent weist gerade einmal ein gutes Viertel aller Bäume keine sichtbaren Schäden auf - so wenig wie noch nie. Umgekehrt muss mit 31 Prozent ein knappes Drittel des Baumbestandes als stark geschädigt gelten - so viel wie noch nie seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1984. Als Ursache dieses traurigen Befunds werden vor allem die Spätfolgen des Hitzesommers 2003 ausgemacht. Lang anhaltende Trockenheit und hohe Ozonwerte haben den Wäldern, die ohnedies durch Säure- und Stoffeinträge aus der Luft geschwächt sind, schwer zugesetzt, lautete die Diagnose von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne), die den Bericht am Mittwoch in Berlin vorstellte. Besonders betroffen sind die Laubbäume und hier vor allem die Buche, mit einem Flächenanteil von 15 Prozent die am weitesten verbreitete Laubbaumart in Deutschland. In nur einem Jahr stieg der Anteil der stark geschädigten Buchen - also von Bäumen mit deutlichen «Kronenverlichtungen» - von 30 auf nunmehr 55 Prozent: Mehr als die Hälfte aller Buchen weist deutliche Blattverluste auf. von den älteren Exemplaren mit mehr als 60 Jahren sind mit 65 Prozent sogar knapp zwei Drittel betroffen. Bei den Eichen, die als vierthäufigste Baumgruppe etwa ein Zehntel der Waldfläche ausmachen, verzeichnet der Bericht einen Anstieg der stark geschädigten Bäume von 39 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 45 Prozent. Damit zeigte fast jede zweite Eiche deutliche Kronenverlichtungen, während mit 17 Prozent nur jede sechste keine Schäden aufwies. Etwas besser, aber alles andere als gut liest sich der Befund bei den Nadelbäumen: Unter der Fichten, die als häufigste Baumart in der Bundesrepublik auf etwas mehr als einem Viertel der Waldfläche anzutreffen ist, ist der Anteil der Exemplare ohne sichtbare Schäden mit 26 Prozent auf einen neuen Tiefststand gesunken. Zugleich stieg der Anteil der deutlich geschädigten Fichten um acht Prozentpunkte auf den Höchstwert von 35 Prozent. Verhältnismäßig gut geht es dagegen noch der Kiefer, hier zu Lande mit einem Flächenanteil von 23 Prozent die zweithäufigste Baumart. 17 Prozent des Kiefernbestandes und damit vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr weist der Bericht als stark geschädigt aus, während der Anteil der Bäume ohne erkennbare Verlichtung unverändert bei 34 Prozent liegt. Dabei gibt es je nach Bundesland deutliche Unterschiede. Nimmt man alle Baumarten zusammen, sind vor allem die Wälder in Baden-Württemberg und Berlin in einem beklagenswerten Zustand: Dort macht der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden jeweils 40 Prozent der Waldfläche aus. Kaum besser sieht es in Schleswig-Holstein mit 39 Prozent und in Bayern mit 37 Prozent aus. In diesem vier Ländern hat sich der Kronenzustand der Bäume im Vergleich zum Vorjahr auch besonders stark verschlechtert. In Baden-Württemberg stieg der Anteil stark geschädigter Bäume um 11 Prozentpunkte, in Bayern um 15, in Berlin um 16 und in Schleswig-Holstein sogar um 18 Prozentpunkte. Eine vergleichsweise geringe Zunahme deutlich geschädigter Baume verzeichnete dagegen Rheinland-Pfalz mit einem Punkt, gefolgt von Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen mit 2 Punkten. In Bremen blieb der Anteil deutlicher Kronenverlichtungen mit 6 Prozent sogar unverändert. Zustand des Waldes ist alarmierendKünast stellt Waldzustandsbericht 2004 des Bundes vorBMVEL Pressemitteilung, 8. Dezember 2004 "Der Zustand unserer Wälder ist alarmierend. Ursache dafür sind vor allem die Spätfolgen des extremen Sommers 2003. Die lang anhaltende Trockenheit und hohe Ozonwerte trafen auf Wälder, die durch anhaltende Säure- und Stoffeinträge aus der Luft geschwächt sind. Wir werden daher unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Waldökosysteme konsequent fortführen", erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2004 heute in Berlin. Der Anteil der Bäume ohne sichtbare Schäden läge mit nur noch 28 Prozent so gering wie nie zuvor. Knapp ein Drittel der Bäume zeigten deutliche Nadel- bzw. Blattverluste. Damit habe die Zahl der stark geschädigten Bäume gegenüber 2003 um acht Prozentpunkte zugenommen. Dies sei die größte Zunahme im Vergleich zum Vorjahr und gleichzeitig würde damit der höchste Stand seit Beginn der Zeitreiche 1984 erreicht. Besonders betroffen seien die Laubbäume. So wiesen mehr als die Hälfte der Buchen deutliche Blattverluste auf. Bei den älteren Buchen fielen sogar 65 Prozent in diese Schadstufen. Dabei gebe es erhebliche regionale Unterschiede. "Wir müssen alle Möglichkeiten ergreifen, um die Belastungen für die Waldökosysteme weiter zu verringern und die Stabilität der Wälder zu stärken," so Künast. Sie wies darauf hin, dass die Bundesregierung ein Bündel von Maßnahmen ergriffen habe, um schädliche Einflüsse auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt und auch auf die Waldökosysteme zu verringern: Dazu gehöre neben Maßnahmen zu Klima- und Emissionsschutz auch die Förderung erneuerbarer Energien. So sei es durch den Einsatz regenerativer Energieträger gelungen, die Emissionen von Kohlendioxid um rund 53 Mio. Tonnen, und Schwefeldioxid um rund 30 Mio Tonnen, von Stickstoffoxiden um rund 32 Mio Tonnen und von Kohlenmonoxid um rund 26 Mio Tonnen zu verringern. Mit dem Programm zur Verringerung der Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft, der EU-Agrarreform und der Förderung des ökologischen Landbaus seien auch in der Agrarpolitik weitere Schritte zur Verringerung der Stoffeinträge in die Waldböden getan worden. Künftig wolle sie die naturnahe Waldwirtschaft weiter stärken und die Schalenwildbestände den regionalen ökologischen Rahmenbedingungen anpassen, damit ein großflächiger Aufbau naturnaher Mischwälder möglich werde. Da sich in den Waldböden allerdings die Stoffeinträge von Jahrzehnten angesammelt hätten und der Ausstoß von Luftverunreinigungen gemessen an der Belastbarkeit der Ökosysteme immer noch zu hoch sei, halte die Bundesregierung eine konsequente Luftreinhaltepolitik auch weiterhin für dringend geboten. Künast appellierte an die Verbraucherinnen und Verbraucher, Energie zu sparen und nachwachsende Rohstoffe verstärkt zu nutzen, um die Schadstoffbelastungen zu senken. Dazu gehöre auch die stärkere Nutzung von Holz. "Wer Holz nutzt, hilft dem Wald und trägt zum Klimaschutz bei", so Künast. Außerdem leiste eine stärkere Nutzung von Holz aus heimischen Wäldern einen Beitrag dazu, den illegalen Holz in anderen Teilen der Welt zu verringern. Deshalb habe die Bundesregierung die Charta für Holz aufgelegt, mit dem Ziel, den Holzverbrauch in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft in den nächsten zehn Jahren um 20 Prozent zu steigern. Der vollständige Waldzustandsbericht 2004 steht Ihnen hier zur Verfügung. Tabellen zum Waldzustandsbericht 2004 Dienstag 7. Dezember 2004, 15:58 Uhr Dem deutschen Wald geht es so schlecht wie nieBerlin (AP) Die deutschen Wälder sind wegen des heißen Sommers 2003 so stark geschädigt wie nie zuvor. Das meldete die Bonner Stiftung «Wald in Not» am Dienstag unter Berufung auf den Waldzustandsbericht 2004 der Bundesregierung. Danach liegen die Schäden in einzelnen Regionen und bei den Laubbäumen «zum Teil höher als vor 20 Jahren bei der ersten Erhebung des Waldzustandes». Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast will den Bericht am (morgigen) Mittwoch in Berlin vorstellen.Die hohe Schadensquote sei die erwartete Folge des trockenheißen Sommers 2003, hieß es in der Meldung. Zusätzlich habe die Belastung durch Bodenversauerung, gestörte Nährstoffkreisläufe und geschädigte Wurzelsysteme die Lebenskraft der Bäume geschwächt. Der «kühlfeuchte Sommer» 2004 habe das Leid des Waldes nicht wesentlich gemindert, aber immerhin dazu beigetragen, «dass Borkenkäferschäden nicht im erwarteten Umfang auftraten». Die Stiftung begrüßte den Aufruf der Bundesregierung in ihrer «Charta für Holz», mehr Holz zu nutzen. Trotz der Schäden liege der deutsche Wald mit einem Holzvorrat von 3,4 Milliarden Kubikmeter in Europa an der Spitze. Der jährliche Holzzuwachs werde bisher nur etwa zu drei Vierteln genutzt. In Mecklenburg-Vorpommern zählen die Wälder weiterhin zu den gesündesten in Deutschland. «Die befürchtete drastische Verschlechterung des Waldzustands nach dem Jahrhundertsommer 2003 ist im Nordosten glücklicherweise nicht eingetreten», sagte Landes-Agrarminister Till Backhaus am Dienstag in Schwerin bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2004. Das Schadensvolumen liege deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt. Rund 36 Prozent der Bäume in Mecklenburg-Vorpommern zeigen laut Bericht keinerlei Schadensmerkmale. Aber der Anteil der Bäume, die deutliche Schäden aufweisen, hat um drei auf 17 Prozent zugenommen. Wie im Vorjahr zeigte 47 Prozent der Bäume schwache Schädigungen. http://www.wald-in-not.de/ » zurück |
|
Aus der easy.wdss.de, gedruckt am: Sa, 30.08.2008 © easy.wdss Besuchen Sie die www.weitblick.net unter www.weitblick.net Bildschirm-Version |
|