AktuellRache für Wald-Volksbegehren?
Dienstag 14. Dezember 2004, 13:27 Uhr «Racheaktion» - Mittelfranken streicht Geld für NaturschutzverbändeAnsbach (ddp-bay). Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) sieht sich als Opfer eines CSU-Komplotts. Die CSU-Fraktion im mittelfränkischen Bezirkstag wolle «völlig überraschend» die Zuschüsse modellhafter Naturschutz- und Umweltbildungsprojekte streichen, kritisierte der BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger. Weiger vermutet hinter dem plötzlichen Rückzug eine «Abstrafaktion der CSU für den Einsatz der Naturschutzverbände beim Volksbegehren Wald».Kurz vor der am Donnerstag stattfindenden Haushaltsdebatte habe die CSU-Fraktion die Streichung von Zuschüssen in Höhe von 111 700 Euro beantragt, sagte Bezirks-Pressesprecher Wolf-Dieter Enser am Dienstag auf ddp-Anfrage. Das Geld stamme aus Mitteln der Stiftung «Natur, Kultur, Struktur». Zuletzt habe der BN 61 400 Euro aus der Stiftungskasse bezogen, die nun komplett wegfallen sollen. Von den Kürzungsplänen betroffen ist auch der Landesbund für Vogelschutz (LBV). Die Vogelschützer sollen auf 50 300 Euro und damit auf den Löwenanteil der bisherigen Förderung von 79 000 Euro verzichten. Weiger betonte, dass die Förderung des Bezirks seit 20 Jahren laufe. Der Wegfall hätte «fatale Auswirkungen für Kindergärten und Schulen, vor allem aber Pflanzen und Tiere in Mittelfranken», fürchtet der BN-Chef. Denn mit den Stiftungsgeldern werden unter anderem umweltpädagogische Programme oder Vogelschutzprojekte im fränkischen Seenland finanziert. Beweidungskonzepte, Arten- und Biotopschutzprogramme, Amphibienkatierungen, Naturpädagogikveranstaltungen und Exkurisonen seien gefährdet. Die Bezirkstags-SPD und die Grünen sprechen von einem «politisch motivierten Racheakt» wegen des Widerstands gegen die Forstreform. Schaden werde dies vor allem der Umwelt, die der CSU offenbar «völlig egal» sei. Die CSU-Fraktion wies diese Vorwürfe zurück: Die Mittelfrankenstiftung müsse sparen. Immer mehr Posten würden aus dem regulären Bezirksetat in den Stiftungshaushalt überführt. Außerdem würden auch die anderen sechs Bezirke im Freistaat weder den BN noch den LBV fördern. Der BN wird in einer Pressekonferenz am Mittwoch (11.00 Uhr) in Nürnberg über die Auswirkungen des CSU-Antrags informieren. » zurück |
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