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Rohstoff Holz

Rohstoff Holz wird an Bedeutung gewinnen

Forstpolitiker warnt vor Strukturwandel

Münchner Merkur, 20.12.04

Lengdorf (prä) - In den nächsten 25 Jahren wird der Rohstoff Holz sehr an Bedeutung gewinnen, prognostizierte Professor Michael Suda, Inhaber des Lehrstuhls für Forstpolitik und Forstgeschichte der TU München, bei der Mitgliederversammlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) Erding in Lengdorf. "Damit werden die WBV und Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) ein breiteres Aufgabenfeld zu bestreiten haben."

Der Erfolg der Waldwirtschaft stehe und falle mit der Menge, die über die WBV vermarktet werde. Die Wertschätzung des Rohstoffes Holz nehme künftig weiter zu, sagte Suda. Die Wertschöpfung werde dabei aber aus dem Wald in die Fabrik verlagert. Mittelständische Sägewerke werde es kaum mehr geben.

Die Erlös-Kostenschere der Holzproduktion und somit auch in der Waldwirtschaft öffne sich weiter, wobei der Rohholzpreis gleich bleibe oder eher sinke, so Suda. Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an Mengen, Qualität, Sortierung und Bereitstellung. Zunehmende Mechanisierung der Waldarbeit und Senkung der Fixkosten, z.B. durch Personal, seien die Folgen.

Die Logistik werde ein zentraler Kompetenzbereich für die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse als Konsequenz der Entwicklungen, erklärte der Professor. Der verstreute Holzeinschlag müsse gebündelt und in markgerechte Sortimente zusammengestellt werden. Die Mobilisierung von Holzvorräten werde zum Kerngeschäft.

Die Schlagkräftigkeit einer WBV oder FBG ergibt sich laut Suda aus dem Verhalten seiner Mitglieder. Wer Holz an der eigenen Selbsthilfeeinrichtung vorbei vermarkte, schwäche die Organisation.

In den nächsten 25 Jahren werde weiter zu beobachten sein, dass sich der Strukturwandel der Forstbetriebe weiter beschleunige. Täglich gebe es 18 Betriebsaufgaben in Bayern. Der Anteil an nichtbäuerlichen Waldbesitzern in Bayern steige dramatisch. Und zuletzt werde sich der Staat noch mehr zurückziehen, weiter Personal abbauen und weniger Geldmittel zur Verfügung stellen.

Wer die Folgen dieser Herausforderungen bestehen will, müsse die bestmögliche Lösungen dafür finden in den Bereichen: professionelle Geschäftsführung, funktionierendes Obmännersystem, Mitgliedermanagement, Selbsthilfeeinrichtung zum Dienstleistungszentrum entwickeln, Kooperationen mit Nachbar-WBV und Öffentlichkeitsarbeit.


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