Aktuell


Waldbesitzer zum Waldzustandsbericht

Den Worten Taten folgen lassen

Waldbesitzer begrüßen die klaren Vorstellungen von Forstministerin Künast anlässlich der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2004 - Forstpolitischer Rückblick

AGDW Pressemitteilung, 20.12.04

„Die Dramatik des Waldzustandes und die wirtschaftlich bedrohliche Situation der Forstbetriebe sind im Ministerium mittlerweile erkannt worden. Deshalb begrüße ich die Aussagen von Frau Ministerin Künast zum Waldzustandsbericht. In Zeiten knapper öffentlicher Mittel ist es um so wichtiger, die Forstbetriebe fit zu machen, um die Pflege unserer Wälder auch in Zukunft zu gewährleisten“, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW), Michael Prinz zu Salm-Salm, anlässlich einer Presseveranstaltung gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. in Berlin.

Für die Waldbesitzer geht ein turbulentes Jahr zu Ende. Insbesondere das Ringen um die Novellierung des Bundeswaldgesetzes hat die Diskussionen bestimmt. Die AGDW lehnt die geplante Novellierung nach wie vor ab und begründet dies mit den aktuellen Ergebnissen der Bundeswaldinventur II. Diese hat eindrucksvoll bewiesen, dass die Betriebe seit Jahren den Regeln der Nachhaltigkeit entsprechend gewirtschaftet, den ökologischen Belangen große Bedeutung beigemessen und den Waldumbau erfolgreich fortgesetzt haben. Wozu also ein neues Waldgesetz? Vielmehr sollte das vorhandene Potential für Wachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen und für Innovationen genutzt werden. „Es bleibt zu hoffen, dass die verantwortlichen Politiker diese glänzenden Schulnoten der Forstwirtschaft beherzigen und - egal wie die Diskussionen um die Föderalismuskommission weiter gehen - von den Novellierungsplänen ablassen,“ so Prinz Salm.

Zufrieden über verschiedene gemeinsame Auftritte und Initiativen von Forst- und Holzwirtschaft zeigte sich Thomas Reiche, Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR). „Bereits in den Verhandlungen zur ´Charta für mehr Holzverwendung´ war der Schulterschluss unserer Branchen sinnvoll und zielführend. Auch in Zukunft wollen wir als ´Cluster Forst und Holz´ wahrgenommen werden und die Vorteile einer verstärkten Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz mit dem großen Potential für Wachstum, den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen in den Branchen deutlich machen“, so Reiche.

Für das Jahr 2005 wünscht sich die AGR mehr Flexibilität des Gesetzgebers in den Fragen des zulässigen Gesamtgewichtes bei Holztransporten. Was in anderen europäischen Ländern möglich sei, sollte auch in Deutschland erlaubt sein. Straßen und Lastkraftwagen sind auf höhere Gewichte ausgelegt. Jede Tonne zusätzliche Tonne beim zulässigen Gesamtgewicht verbessert die Ökobilanz der Holztransporte.

Gemeinsam mit der AGR als diesjährigem Kooperationspartner fand der schon traditionelle forstpolitische Weihnachtsspaziergang wieder im Forstamt Grunewald statt. Nach Vorstellung verschiedener Waldbilder wurden die aktuellen Themen der Forstpolitik in einem umfassenden Jahresrückblick gemeinsam diskutiert.


Waldzustand alarmierend – Nutzungspotential enorm

Waldbesitzer in Sorge um falsche Signale aufgrund Waldzustandsbericht 2004

AGDW Pressemitteilung, 8.12.04

„Wichtig wird es jetzt werden, den Widerspruch zwischen dem kläglichen Waldzustand und dem unbestreitbaren, nachhaltig nutzbaren Potenzial im Wald aufzulösen. Denn nur aktive Forstwirtschaft kann unserem Wald wieder auf die Beine helfen“, sagte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. (AGDW), Michael Prinz zu Salm-Salm, nach Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2004 durch Verbraucherschutzministerin Renate Künast heute in Berlin. Die Wälder in Deutschland und in ganz Europa weisen 2004 eine deutlich geringere Vitalität auf als in den zurückliegenden Jahren. Als Gründe dafür sind vor allem der Trockenstress aus 2003 und die hohen Kalamitätsschäden aus 2004 anzuführen. Aber auch die kontinuierlichen Schadstoffeinträge aus der Luft. Deshalb werden die Wälder noch mehrere Jahre brauchen, um sich von diesem Tiefstand wieder zu erholen. Verkehrt wäre es in dieser Situation, den Wald aus falscher Anteilnahme sich selbst zu überlassen. Der Wald braucht Pflege statt Mitleid. Daher gilt es, die vorhandenen guten forstpolitischen Ansätze umgehend umzusetzen.

Entscheidend wird es nach Ansicht der AGDW sein, dass die kürzlich vorgestellte „Charta für mehr Holzverwendung“ zügig mit Leben gefüllt wird. Grundlage hierfür bietet die Bundeswaldinventur II, die unlängst belegt hat, dass wir über ein enormes Nutzungspotential und eine gute Struktur in unseren Wäldern verfügen. Einer Novelle des Bundeswaldgesetzes bedarf es hierfür nicht, da sich die Ergebnisse der Bundeswaldinventur auf Grundlage des geltenden BWaldG´es entwickelten.

„Als Sofort-Maßnahme zur Linderung der katastrophalen Waldschäden fordern die Waldbesitzer eine verstärkte Bodenschutzkalkung der Wälder. Diese unterbleibt vielerorts, weil die Waldbesitzer den Eigenanteil daran nicht leisten können. Warum sollten sie? Diese Schäden sind durch die Allgemeinheit in Form von schädlichen Emissionen verursacht. Von Schadenersatz in Form von Nutzungsausfall ist dabei noch gar nicht die Rede. Also: Hilfe zur Selbsthilfe muss die Devise lauten. Wenn die Forstbetriebe wirtschaftlich gesund sind, können sie dem Wald die Pflege geben, die er so dringend braucht!“, schloss Salm.


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