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Der Uhu in SA

Donnerstag 23. Dezember 2004, 09:50 Uhr

Totgesagte leben länger

Der Uhu wird in wieder in Sachsen-Anhalt heimisch
Naturschützer rechnen mit 13 Brutpaaren


Magdeburg (ddp-lsa). In Sachsen-Anhalt wird der Uhu wieder heimisch. Noch Anfang der 70er Jahre war in den Bezirken Halle und Magdeburg dessen Vorkommen praktisch vollständig erloschen. Inzwischen gehen Vogelexperten davon aus, dass etwa 50 Tiere im Bundesland leben. 13 Brutpaare sorgten für ein langsames aber stetiges Anwachsen der Population, sagt Michael Wunschik vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). Die anderen Uhus üben sich im Single-Dasein und lassen sich nur sehr schwer feststellen.

Der Vogel des Jahres 2005 sei ein gutes Beispiel dafür, wie Arten- und Naturschutz über längere Zeiträume erfolgreich sein kann, erläutert Wunschik. Im 18. und 19. Jahrhundert hatte der Mensch dem Uhu im Rahmen staatlich geförderter «Raubzeugbekämpfung» den Garaus gemacht. Er galt als Schädling für das Niederwild. Immer mehr junge Uhus wurden zudem aus den Horsten genommen und als Lockvögel verwendet. Die Ausrottung der ganzen Spezies war dann in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts fast geschafft. Nur gerade einmal schätzungsweise 50 Brutpaaren gelang es, sich der Verfolgung zu entziehen. Sie lebten vorwiegend in den Alpen und im Fichtelgebirge.

In den 60er und 70er Jahren setzte ein strenger Artenschutz ein. In Niedersachsen begann erfolgreich ein Auswilderungsprogramm, von dem letztlich auch das heutige Sachsen-Anhalt profitieren sollte. Einige Uhus hätten vor allem im Nordharz und dessen Vorland, rund um den Kyffhäuser sowie im Südharz und im Tal der Unstrut wieder eine Heimat gefunden, erläutert Wunschik. Eine gute Kontrolle ist durch die Beringung aller Jungtiere möglich. 1999 brütete sogar ein Paar in einer Bergbaufolgelandschaft im Landkreis Merseburg-Querfurt. Dazu kommt, dass im Bundesland «ein sehr guter Bruterfolg zu verzeichnen ist». Beim Uhu erblicken in der Regel zwei bis drei Junge das Licht der Welt. Im statistischen Durchschnitt der Bundesrepublik überleben 1,3 Tiere die Kinderstube. «In Sachsen-Anhalt dagegen schaffen es zwei von drei Tieren», berichtet der NABU-Artenschutzreferent. Das liege vermutlich unter anderem an einer guten Nahrungssituation in den Regionen. Es gebe für die Uhus Mäuse, Ratten und kleine Füchse. Zudem verschmähen sie selbst einen Igel nicht.

Trotz aller Erfolge drohen dem Uhu nach wie vor Gefahren. Die sind in der Regel vom Menschen verursacht. Überlandleitungen der Stromversorger erweisen sich als gefährlich. Bei einer Landung kann es sehr schnell zum Stromschlag kommen. Bauliche Veränderungen an den Anlagen sorgen jedoch Schritt für Schritt für eine Verbesserung der Situation. Außerdem werden immer wieder Windkraftanlagen zu tödlichen Fallen. Selbst der Überflug in niedriger Höhe über Straßen kann einem Uhu durchaus bei der Kollision mit einem Auto das Leben kosten. Der vorwiegend in Felsen brütende Großvogel wird nach wie vor bei Arbeiten in Steinbrüchen gestört. Kletterer in Felsen kommen ihm unbeabsichtigt in die Quere.

Mittlerweile leben in ganz Deutschland schätzungsweise wieder 850 Brutpaare. Schwerpunkte sind dabei die Mittelgebirge Süd- und Westdeutschlands, die Alpen und Schleswig-Holstein. Europaweit geht man von etwa 25 000 Paaren aus. 50 Prozent von ihnen leben in Russland und in Skandinavien.

Der Uhu verdankt seinen Namen dem eigenen, zweisilbigen Balzruf. Auch die lateinische Bezeichnung Bubo wurde davon abgeleitet. Er erreicht eine Höhe von bis zu 70 Zentimetern mit durchaus 1,80 Metern Spannweite. Durch die Musterung des Federkleides in hellen und dunklen Brauntönen ist der Uhu trotz seiner Größe selbst am Brutplatz sehr gut getarnt. (www.nabu-lsa.de)


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