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Mehr Wildunfälle
Donnerstag 27. Oktober 2005, 11:53 Uhr
Alle zweieinhalb Minuten wird ein Reh überfahren
Bonn (AFP) - Angesichts einer deutlichen Zunahme von Wildunfällen haben Experten die Autofahrer zu besonders vorsichtiger Fahrweise in der bevorstehenden dunklen Jahreszeit aufgerufen. Allein rund 200.000 Rehe kamen von März 2004 bis April 2005 auf Deutschlands Straßen ums Leben - elf Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) in Bonn mitteilte. Damit starb alle zweieinhalb Minuten ein Reh auf deutschen Straßen.
Noch deutlicher stieg die Zahl der von den Statistikern erfassten Kollisionen mit Wildschweinen, nämlich um rund ein Drittel auf 21.000.
Unfallursache Nummer eins ist laut DJV nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit. "Ein Reh nimmt das heranbrausende Auto ab einer Geschwindigkeit von etwa 70 Stundenkilometern nicht mehr wahr und rennt ins Verderben", warnte DJV-Präsident Jochen Borchert.
Zugleich verwies ADAC-Präsident Peter Meyer auf die enorme Gefahr für Autofahrer durch Wildunfälle. So schlage ein ausgewachsenes Wildschwein beim Zusammenstoß mit einem 50 Stundenkilometer schnellen Auto mit dem Gewicht von rund zwei Tonnen ein, was einem Nashorn gleich komme. "Autofahrer sollten unbedingt die Schilder 'Achtung Wildwechsel' beachten und in waldreichen Gebieten besonders aufmerksam sein", mahnte Meyer.
Besonders zu Beginn des Winterhalbjahres sollten Autofahrer Vorsicht walten lassen, empfahlen DJV und ADAC. Durch die Zeitumstellung am kommenden Wochenende falle der Feierabendverkehr in die Dämmerung, eine Zeit, in der auch viele Wildarten aktiv sind. Rutschiges Laub und nasse Straßen erhöhen zudem die Gefahr von Wildunfällen.
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