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Aktuell

Kritik an Schweizer Waldgesetz

Kritik von überall an Revision des Waldgesetzes

sda, 01.11.2005

Bern / Das neue Waldgesetz ist in der Vernehmlassung zerzaust worden. Waldwirtschafts- und Umweltverbände halten es einhellig für ungenügend. Erstere können den Wald zu wenig nutzen, letztere sehen seinen Schutz gefährdet.

Für Lignum, den Holzwirtschafts-Dachverband, entspricht das Gesetz nicht den Vorgaben des Waldprogramms Schweiz. Dessen ganzheitlicher Ansatz werde nicht umgesetzt. Die Auflagen für die Waldwirtschaft würden weiter erhöht, ohne dass die Abgeltung geklärt sei.

«Mager» findet der Schweizerische Bauernverband (SBV) die Revision. Sie erfülle die Erwartungen aus dem Waldprogramm nicht. Immerhin stimmt der SBV den «sehr bescheidenen» Verbesserungen zu. Insbesondere der neu erlaubte Kahlschlag von bis zu zwei Hektaren sei positiv. So lasse sich der auf Landwirtschaftsland vordringende Wald in Zaum halten.

Der Fachverein Wald beim Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (sia) findet die Revision nicht zwingend. Viele Vorschläge des Waldprogramms liessen sich mit dem Waldgesetz von 1991 umsetzen.

Auch Umweltverbände lassen kaum ein gutes Haar am neuen Gesetz. Pro Natura, Schweizer Vogelschutz/BirdLife, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und der WWF halten die Revision für überflüssig. Die Grünen wollen am geltenden Gesetz festhalten. Das breit abgestützte Waldprogramm lasse sich ohne Gesetzesänderungen durchziehen.

SVP und CVP dagegen begrüssen die Revision. Die Waldfläche nehme zu, der Borkenkäfer wüte, das Holz werde zu wenig genutzt, der Wald sei alt und die «Wettbewerbsuntauglichkeit» der Holzwirtschaft erwiesen, schreibt die CVP. Die Revision biete hier Lösungsansätze.

Die SVP lobt die Effizienzsteigerung bei der Waldwirtschaft. Angesichts der Finanzen sei die zeitliche Befristung der Bundeshilfen an den Strukturwandel des Forstwesens zu begrüssen.


Waldgesetz fällt durch

mu/sda, 31.10.05

Das neue Waldgesetz ist in der Vernehmlassung zerzaust worden. Waldwirtschafts- und Umweltverbände halten es einhellig für ungenügend. Erstere können den Wald zu wenig nutzen, letztere sehen seinen Schutz gefährdet.

Für Lignum, den Holzwirtschafts-Dachverband, entspricht das Gesetz nicht den Vorgaben des Waldprogrammes Schweiz. Dessen ganzheitlicher Ansatz werde nicht umgesetzt. Die Auflagen für die Waldwirtschaft würden weiter erhöht, ohne dass die Abgeltung geklärt werde.

Dienstleister oder Wirtschaftszweig

Das Lignum-Mitglied Waldwirtschaft Schweiz (WVS) verlangt Klarheit, ob der Bund eine privatwirtschaftliche Waldbranche will oder einen öffentlichen Dienstleister. Das Gesetz nehme von den fünf Prioritäten des Waldprogramms nur jene im öffentlichen Interesse - Schutzwald und Artenvielfalt - auf. Die Interesssen der Holzbranche würden kaum berücksichtigt.

Das bemängelt auch der Schweizerische Forstverein, der die Revision zwar für nötig befindet, vom Entwurf aber «enttäuscht» ist.

«Mager» findet der Schweizerische Bauernverband (SBV), bei dem viele Mitglieder eigenen Wald bewirtschaften, die Revision. Sie erfülle die Erwartungen aus dem Waldprogramm nicht. Immerhin stimmt der SBV den «sehr bescheidenen» Verbesserungen zu. Insbesondere der neu erlaubte Kahlschlag von bis zu zwei Hektaren sei positiv. So lasse sich der auf Landwirtschaftsland vordringende Wald in Zaum halten.

Lieber geltendes Gesetz beibehalten

Bei jenen, die mit Holz planen und bauen, tönt es auch wenig begeistert. Der Fachverein Wald beim Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (sia) findet die Revision nicht zwingend. Viele Vorschläge des Waldprogramms liessen sich mit dem Waldgesetz von 1991 umsetzen.

Auch die Umweltverbände lassen kaum ein gutes Haar am neuen Gesetz, wenn auch aus völlig anderen Gründen als die Wirtschaft. Pro Natura, Schweizer Vogelschutz/BirdLife, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und der WWF halten die Revision für überflüssig.

Greenpeace verlangt, dass mindestens 10 Prozent des Waldes menschlichem Eingriff entzogen werden. Der Rest sei naturnah zu bewirtschaften, was das neue Gesetz verhindere.

Die SP und die Grünen finden eine Revision unnötig. Das breit abgestützte Waldprogramm lasse sich ohne Gesetzesänderungen durchziehen, schreiben die Grünen. Die SP erteilt einer vollständigen Liberalisierung der Waldwirtschaft, die zwar in der Revision nicht erwähnt wird, laut SP aber «offenbar zur Diskussion stand», eine Absage. Die vom Bundesrat auf Ende 2005 in Aussicht gestellten Schwerpunkte zur Artenvielfalt sollten zudem in das Gesetz einfliessen.

Bürgerliche Zustimmung

SVP und CVP dagegen begrüssen die Revision. Die Waldfläche nehme zu, der Borkenkäfer wüte, das Holz werde zu wenig genutzt, der Wald sei alt und die «Wettbewerbsuntauglichkeit» der Holzwirtschaft erwiesen, schreibt die CVP. Die Revision biete hier Lösungsansätze.

Die SVP lobt die Effizienzsteigerung bei der Waldwirtschaft. Angesichts der Finanzen sei die zeitliche Befristung der Bundeshilfen an den Strukturwandel des Forstwesens zu begrüssen.


31. Oktober 2005, 09:58

Franz Webers Initiative «Rettet den Wald» zustande gekommen

(sda) Volk und Stände werden über die künftige Waldpolitik mitbestimmen. Die Volksinitiative «Rettet den Schweizer Wald» von Franz Webers «Helvetia nostra» ist mit 115'464 Unterschriften zustande gekommen, wie die Bundeskanzlei am Montag mitteilte.

Gemäss der Initiative sollen Bund und Kantone dafür sorgen, dass der Wald seine Schutz-, Nutz- und Wohlfahrtsfunktionen gleichzeitig und dauerhaft erfüllen kann und die biologische Vielfalt erhalten bleibt. Rodungen und Kahlschläge werden verboten.


Für die Mehrheit der Schweizer Waldbesitzer ist der Wald ein Hobby

sda, 01.11.2005 11:07

BERN - Zu gut einem Viertel ist der Schweizer Wald in privatem Besitz. Mehr als die Hälfte der rund 250 000 Privateigentümer sieht in ihm lediglich ein Hobby, wie eine repräsentative Umfrage ergab.

Im Auftrag des Bundes hat die Professur Forstpolitik und Forstökonomie der ETH Zürich 1300 private Waldbesitzer befragt. Bei über der Hälfte der Befragten beträgt die Waldfläche weniger als eine Hektare. Andererseits besitzt ein Prozent allein rund einen Viertel des Privatwaldes.

Fast die Hälfte des im Privatwald genutzten Holzes dient laut der in Bern veröffentlichten Studie dem Eigengebrauch. Für drei Viertel der Befragten ist die Deckung des Eigenbedarfs denn auch zentral. Hingegen nennen nur knapp 20 Prozent den Wald als Einnahmequelle.

Für mehr als die Hälfte ist der Wald ein Hobby. Vier von zehn Waldeigentümern haben in den vergangenen zwölf Jahren überhaupt kein Holz genutzt - oder wissen nicht mehr, wann sie es zum letzten Mal getan haben.

Zu rund einem Drittel stehen die Privatwaldbesitzer bereits im Pensionsalter. Nur 10 Prozent sind noch nicht 40 Jahre alt, während es in der Gesamtbevölkerung 33 Prozent sind. Vier von fünf Befragten sind Männer.

Etwa 70 Prozent besitzen neben dem Wald auch Landwirtschaftsland oder haben solches gepachtet. Von ihnen sind zwar nur rund die Hälfte aktive Landwirte. Sie besitzen zusammen aber mehr als die Hälfte des Schweizer Privatwaldes.

Die Vielfalt der Waldfunktionen - Holznutzung, Schutz, Erholung - wird von der grossen Mehrheit der Privateigentümer anerkannt. Gegen Pilz- und Beerensammler wie gegen Jäger gibt es kaum Vorbehalte, und auch Sportler und Spaziergänger werden nur von jedem Fünften als zuweilen störend empfunden.


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