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Streit um NP Bayerischer Wald

»Der Wald muss weiter ungestört wachsen«

Touristiker, Naturschützer und Kommunalpolitiker werben mit Pressekonferenz in Freyung für den Nationalpark

Passauer Neue Presse, 17.11.05

Freyung (mow). Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Proklamation des Nationalparks haben sowohl seine offiziellen Vertreter als auch Lokalpolitiker, Touristiker und Naturschützer erneut ihre einmütige Haltung für die Fortsetzung der bisherigen »Parkpolitik« betont. »Wir müssen die Natur weiter Natur sein lassen«, bekräftigte Karl-Friedrich Sinner, der Leiter der Nationalparkverwaltung.

Hintergrund für diese gemeinsame Stellungnahme von Regierungspräsident Dr. Walter Zitzelsberger, Landrat Alexander Muthmann, Bürgermeister Peter Kaspar, Nationalparkleiter Karl-Friedrich Sinner, Naturschutzring-Präsident Hubert Weinzierl und TVO-Geschäftsführer Georg Steiner ist die nächste Sitzung des bayerischen Umweltausschusses. »Er entscheidet am 24. November über vier aus der Region eingereichte Petitionen«, sagte Sinner. So sehen diese im Einzelnen aus:
  • Die Petition der Bürgerbewegung richtet sich gegen die Erweiterung des Nationalparks und gegen das Nichtvorgehen gegen den Borkenkäfer.
  • Der Bund Naturschutz, der auch als Mitglied im Nationalpark-Beirat fungiert, fordert die Beibehaltung der Naturzonen sowie deren Erweiterung bis ins Jahr 2017, auch in den Hochlagenwäldern.
  • Der CSU-Ortsverband der Gemeinde Lindberg möchte ebenfalls keine weiteren Naturzonen. Das Erweiterungsgebiet soll eine Pflegezone bleiben. Der Grund: Tote Bäume schrecken Touristen ab.
  • Die Bürgerbewegung »Pro Nationalpark Zwieseler Winkel« unterstützt mit ihrer Petition diejenige des Bund Naturschutzes, die Naturzonen beizubehalten und zu erweitern.
Die lang und heftig geführten Diskussion über die Bekämpfung oder Nicht-Bekämpfung des Borkenkäfers habe dem Tourismus in der Region geschadet, so Steiner. Einmütig sprachen sich alle Beteiligten für ein besser abgestimmtes gemeinsames Vorgehen aus.

Landrat Muthmann appellierte, man dürfe bei allem Naturschutz nicht den Wirtschaftsfaktor Nationalpark vergessen dürfe. »Das müssen wir uns dringend bewusst machen. « Der ehemalige Nationalparkleiter Dr. Hans Bibelriether gab zu bedenken, dass in Osteuropa eine große Konkurrenz an Naturerholungsgebieten heranwachse: »Wir dürfen die historische Chance, hier wieder einen ursprünglichen Wald wachsen zu lassen, nicht vertun. « Auch Dr. Zitzelsberger bekräftigte: »Diese Wildnis ist einzigartig in Europa, das müssen wir unbedingt so weiterführen. « Der Nationalpark sei ein zentraler Bestandteil der touristischen Infrastruktur.

Der Präsident des Naturschutzrings, Hubert Weinzierl, sieht dem und der Ausschusssitzung jedoch optimistisch entgegen: »Die Abgeordneten werden den Nationalpark in seiner bisherigen Form sicher nicht abschaffen«, prognostiziert er. »Denn er ist doch das Aushängeschild Bayerns. «


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