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Schweiz plant Wolfsjagd
WWF: Schweiz heult gegen die Wölfe
Der WWF verurteilt die wiederholte Absicht der Eidgenossen, die Berner Konvention zu lockern und die Jagd auf Wölfe wieder zu erlauben.
WWF-Pressemitteilung, Frankfurt a. M., 23.11.2005
Der WWF kritisiert den erneuten Vorstoß der Schweiz, die Berner Konvention zu lockern und die Jagd auf Wölfe zu erleichtern. "Der Antrag ist nach wie vor unbegründet und überflüssig", sagt WWF-Experte Frank Mörschel. "In der Schweiz lebt erst seit 1994 wieder eine kleine Wolfspopulation, und auch in anderen Ländern ist die Situation für Wölfe nicht rosig." Die Schweiz hat anlässlich der 25. Konferenz zur Berner Konvention, die vom 28. November bis 1. Dezember in Straßburg stattfindet, eine Lockerung des Schutzstatus für Wölfe beantragt. Im vergangenen Jahr war ein gleich lautender Antrag der Schweiz vertagt worden. Der WWF fordert die 45 Mitgliedsstaaten der Berner Konvention auf, den Vorstoß der Schweiz abzulehnen.
Die Schweizer Regierung argumentiert in ihrem Antrag vor allem mit Übergriffen von Wölfen auf Schafherden. Für den WWF kein Grund, die Jagd zu eröffnen. Mörschel: "Überall dort, wo in den letzten Jahren Schutzmaßnahmen für die Herden ergriffen wurden, haben sich die Verluste deutlich verringert. Hier hat der WWF zusammen mit Bauern und Schafzüchtern Pionierarbeit geleistet." Zudem erlaube die Berner Konvention schon heute den Abschuss von Wölfen, die wiederholt Vieh reißen. Das "Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume" aus dem Jahr 1979 legt Schutzstandards für gefährdete Arten fest und wurde auch von der Schweiz unterzeichnet.
"Es ist schwer verständlich, weshalb gerade die Schweiz den Antrag stellt, den Schutzstatus des Wolfes zurückzustufen", so Mörschel. "Dort halten sich gegenwärtig lediglich zwei bis drei Wölfe auf." Die Wolfsbestände weisen europaweit große regionale Schwankungen auf, wie kürzlich eine im Auftrag des Europarates durchgeführte Studie bestätigte. Diese kommt unter anderem zu dem Schluss, dass nur in wenigen Ländern Südosteuropas einigermaßen stabile Wolfspopulationen leben.
Die Rückkehr der einstmals nahezu ausgerotteten Wölfe in Mittel-, Ost- und Nordeuropa ist eine der großen Erfolgsgeschichten des Naturschutzes - neben der Rückkehr des Bären sowie der Stärkung der Luchs- und Bartgeierpopulation. "Die Berner Konvention ist ein Eckpfeiler dieser Errungenschaften, daran darf nicht gerüttelt werden", betont der WWF-Experte.
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