AktuellWildkatzenbüro im Hainich
'Wildkatzenbüro' im Hainich eröffnetThüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, 8.12.05Vor zehn Jahren wurde der Anstoß für das Modellvorhaben 'Artenschutzprogramm Wildkatze' gegeben. Heute eröffnete der Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Prof. Dr. Christian C. Juckenack, das 'Wildkatzenbüro' im Europa Jugendschloss Behringen. Dieses Büro ist Anlaufstelle für alle Aktivitäten im Rahmen des Projektes 'Ein Rettungsnetz für die Wildkatze'. Die Mitarbeiter sollen die Kampagne betreuen und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit übernehmen. Es ist außerdem geplant, Vorträge und Fachveranstaltungen für beteiligte Gruppen, wie z.B. Jäger, Landwirte oder Förster zu organisieren und die Lobbyarbeit zu steuern. Der Staatssekretär prämierte bei dieser Gelegenheit auch die Sieger des Malwettbewerbes 'Wer malt die schönste Wildkatze'. Das 'Artenschutzprogramm Wildkatze' wurde vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt gefördert und vom BUND von 1995 bis 1999 durchgeführt. Das Vorhaben wurde in zwei Teilbereiche gegliedert: Landesweit wurden im ersten Schritt die verbliebenen Restbestände der Wildkatze erfasst. Im zweiten Teilprojekt hat der BUND im Hainich im Rahmen eines Telemetrieprojektes untersucht, wie sich die Tiere in der Grenzregion zwischen den gesicherten Vorkommen im Hainich und den nördlicher gelegenen bewaldeten Höhenzügen zu den südlicher gelegenen Vorkommen im Thüringer Wald verhalten. 'Aus den beiden Teilprojekten des Modellvorhabens konnten Vorschläge für konkrete Artenschutzmaßnahmen abgeleitet werden', so der Staatssekretär. Die wichtigste Schlussfolgerung aus dem Modellprojekt war, dass es zur Stabilisierung der Bestände, die als isolierte Inselbestände existieren, langfristig einer großräumigen Vernetzung der Lebensräume bedarf. Diese will der BUND nun mit dem seit 2004 laufenden Folgeprojekt 'Ein Rettungsnetz für die Wildkatze' umsetzen. Dieses Projekt wird von der Thüringer Naturschutz-, Landwirtschafts- und Flurneuordnungsverwaltung maßgeblich unterstützt. So sollen die Kompensationsmaßnahmen zur A 4-Hörselbergumfahrung zugunsten des Biotopverbundes für die Wildkatze im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren optimiert werden. Weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel die Einrichtung eines Flächenpools südlich der Hörselberge, in dem Kompensationsmaßnahmen der Eingriffsregelung konzentriert werden, sind vorgesehen. Besonders begrüßte Prof. Juckenack den Ansatz, die Betroffenen, insbesondere die Landnutzer, durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit frühzeitig in das Projekt einzubeziehen. » zurück |
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