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Streit um Albino-Reh

Mittwoch 1. November 2006, 12:34 Uhr

Streit um Abschuss von seltenem Albino-Reh in Sachsen

Dresden/Oberlungwitz (ddp). In Sachsen ist ein Streit um den geforderten Abschuss eines seltenen Albino-Rehs im Erzgebirge ausgebrochen. Das Tier soll nach einem Medienbericht getötet werden. Das Umweltministerium sprach sich am Mittwoch dagegen aus. «Als Rarität und Naturphänomen sollte man es leben lassen», sagte eine Ministeriumssprecherin auf ddp-Anfrage.

Zwar unterliege das Tier laut Jagdgesetz prinzipiell keinem höheren Schutz als gewöhnliche Rehe. Zugleich handle es sich bei einer Mutation aber nicht um eine Krankheit, die einen Abschuss erforderlich machen würde. Unzulässig wäre die Tötung, wenn es sich um ein männliches Jungtier handeln würde. Dann gälte für das Reh eine Schonzeit und es dürfte nicht gejagt werden.

Das Ministerium reagierte damit auf die Forderung des Präsidenten des Sächsischen Jagdverbandes, Günter Giese. Dieser hatte in der «Bild»-Zeitung (Mittwochausgabe) die Tötung des Tieres gefordert: «Das Reh ist eine Mutation. Und die gehören nicht in die Wildnis, sie müssen geschossen werden.»

Das weiße Reh lebt bei Oberlungwitz im Erzgebirge in einem rund 900 Hektar großen Hirschgrund. Dessen Pächter Ralf Georgi wehrte sich gegen einen Abschuss. «Wenn einer in meinem Revier das Reh heimlich schießt, ist das Wilderei», sagte der der Zeitung.

Thomas Hildebrandt vom Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung betonte, der Tierbestand könnte zwar gefährdet sein, wenn sich das Albino-Reh mit gesunden Rehen paare. «Aber das Tier muss nicht sterben. Es könnte auch gefangen werden», sagte er dem Blatt.

Verantwortlich für das weiße Fell des Albino-Tiers ist ein genetischer Defekt, der nur bei jeder zehntausendsten Reh-Geburt vorkommt. Dem sächsischen Tier brachte sein Äußeres bereits den Spitznamen «Rehweißchen» ein.




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