AktuellStreit um Laubbläser
Mittwoch 8. November 2006, 12:02 Uhr Naturschützer und Ämter streiten über Einsatz von LaubsaugernWetzlar (ddp-hes). In Hessen gibt es Streit um den derzeit verstärkten Einsatz von Laubsaugern. Während der Naturschutzbund Hessen (Nabu) den Gebrauch der Geräte kritisiert, betonen die Grünflächenämter, ohne Laubsauger und -bläser gehe es nicht.Nach Ansicht von Nabu-Chef Gerhard Eppler zerstören die Sauger das Ökosystem Garten. Die Zweitaktmotoren der Geräte verursachten viel Lärm und pusteten Schadstoffe in die Luft. Vor allem aber saugten sie nicht nur Laub auf, sondern auch Kleinlebewesen, die für das Gleichgewicht von Flora und Fauna nützlich seien, sagte Eppler. «Wir müssen Wege laubfrei halten, damit Fußgänger nicht auf glitschigen Blättern ausrutschen», entgegnete Doris Fath, Leiterin des Darmstädter Grünflächenamtes, am Dienstag. Stephan Heldmann, Leiter des Grünflächenamtes Frankfurt, räumte ein, dass die Geräte «ökologisch nicht das Feinste» sind. «Aber ohne sie geht es aus wirtschaftlichen Gründen nicht.» Die Sprecherin der Kasseler Straßenreinigung, Birgit Knebel, sieht das genauso: «Wir müssen der ungeheuren Laubmenge mit wenigen Mitarbeitern Herr werden». Beim «Gartentelefon» der Hessischen Gartenakademie sieht man das Problem vor allem bei Hobbygärtnern, die den Laubsauger als Spielzeug anschafften und oft unsachgerecht bedienten. Hans-Jürgen Borneis empfahl: «Man kann das Laub, das in einem normalen Garten herabfällt, im Winter unter den Büschen verteilen. Dies verhindert durch Frost bedingte Trockenschäden». » zurück |
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