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Zustand Thüringer Wälder
Thüringer Wälder: Eiche am stärksten geschädigt
Regioweb, 20.11.06
Anlässlich eines Symposiums an der Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei in Gotha wurden heute die Einzelheiten der diesjährigen Waldzustandserhebung bekannt gegeben. Demnach wirkten sich Hitze und Trockenheit der Monate Juni und Juli erwartungsgemäß nachteilig auf den Zustand der Wälder aus. Die Temperatur lag deutlich über den langjährigen Mitteltemperaturen und führte zu einer erheblichen Stresssituation bei der Wasserversorgung der Baumarten. In ganz Thüringen lag die Juli-Mitteltemperatur mehr als 5 Grad C über den Normalwerten und übertraf damit die des Rekordmonats August 2003.
Da die Niederschläge im Juli meist als Gewitterschauer und teilweise unwetterartig niedergingen, floss ein großer Teil dieser Wassermengen oberflächig ab und konnte nicht zur Auffüllung der Bodenwasservorräte genutzt werden. Insbesondere in Ostthüringen fiel die Wasserbilanz negativ aus.
Die Schadstufen 1 sowie 2 bis 4 sind jeweils um einen Prozentpunkt zu Lasten der ungeschädigten Bäume gestiegen. Die Waldschadenserhebung 2006 weist in Thüringen 35 % der Waldfläche als deutlich geschädigt (Schadstufen 2 - 4), 43 % als schwach geschädigt (Schadstufe 1) und 22 % ohne Schadmerkmale (Schadstufe 0) aus. Die Kronenverlichtung aller Baumarten liegt 2006 im Durchschnitt bei 23 % und ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Die Eiche ist dabei trotz geringfügiger Verbesserung mit 30,2 % Kronenverlichtung nach wie vor die am stärksten geschädigte Baumart in Thüringen.
Während die Bäume durch die sich häufenden Trockenperioden leiden, bieten diese für Insekten günstige Entwicklungsbedingungen. Dadurch steigt z. B. das Risiko der Borkenkäferschäden insbesondere dort, wo durch die standörtlichen Verhältnisse von Natur aus die Wasserversorgung der Waldbäume angespannt ist. Hier wird es in Zukunft dringend erforderlich sein, einen verstärkten Waldumbau zu betreiben, um die anfälligen Bestände, zumeist Fichtenreinbestände, durch widerstandsfähige Baumarten zu ersetzen.
„Die Thüringer Landesregierung setzt sich für politische Entscheidungen und Weichenstellungen zur Vorbeugung und Begrenzung von Schäden sowie zur Reduzierung von Schadwirkungen ein“, betonte Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Christian C. Juckenack.
Seitens der Landesforstverwaltung werden geeignete forstliche Maßnahmen zur rechtzeitigen Erkennung von Gefährdungspotenzialen sowie zur langfristigen Erhaltung der Stabilität von Waldökosystemen umgesetzt. Hierzu zählt beispielsweise die intensive Waldpflege und damit verbundene Holznutzung.
„Durch naturnahen Waldbau und Waldumbau werden die Waldbestände stabilisiert, durch eine ´saubere Waldwirtschaft´ und sofortige Schadenssanierungen werden die Gefahren durch klimatische Einflüsse und den Borkenkäfer minimiert und durch die Bodenschutzkalkung die Auswirkungen der anthropogen bedingten Schadstoffeinträge teilweise kompensiert“, unterstreicht Juckenack abschließend.
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