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WWF-Auszeichnung für Papierfabrik
Umwelterfolg für SCA-Papierfabrik
Worldwide Fund for Nature (WWF) zeichnet Hygienepapier-Sparte im Betriebsvergleich aus
Von Wolfgang Wenzel, Allgemeine Zeitung, 29.11.06
KOSTHEIM Als Teil einer grünen Industrie, die sich der Umwelt verpflichtet fühlt, bekommt das SCA-Papierwerk einen guten Namen. Die Umweltorganisation Worldwide Fund for Nature setzte die Hygienepapiersparte der schwedischen Gruppe in einem Betriebsvergleich auf Platz eins.
Dafür dürfte das Kostheimer Papierwerk einen gehörigen Beitrag geleistet haben. Fünf weltweit tätige Unternehmen wurden in der Studie verglichen. "Wir sind stolz darauf, das ist eine große Anerkennung", sagte Siegfried Krys von der Geschäftsleitung des 450 Mitarbeiter zählenden SCA-Betriebs, der Handtücher zum Einmalgebrauch aus Altpapier herstellt. Das Bemühen, die Wälder zu schonen und den Rohstoff aus wieder aufbereitetem Material zu gewinnen, war eines der wichtigsten Kriterien in dem Betriebsvergleich des Worldwide Fund für Nature. Schon im vorigen Jahr hatte die SCA-Gruppe bei der gleichen Studie den ersten Platz, aber keine gute Note bekommen. Damals erfüllte das Unternehmen die Anforderungen der Umweltorganisation nur zu 46 Prozent. Diesmal machte es einen großen Sprung nach vorne und erhielt mit 69 Prozent die Note zufrieden stellend, wie WWF-Sprecherin Jenni Glaser vom Frankfurter Büro der Organisation formulierte.
Das meiste des hier verarbeiteten Altpapiers kommt aus dem Rhein-Main-Gebiet, ein kleiner Teil wird auch aus den Niederlanden beschafft, wie Siegfried Krys als der bei SCA für den Umweltbereich Zuständige berichtete. Über 130 000 Tonnen Altpapier wandern in Aufweichbecken, werden gequetscht und gepresst, bis die Zellstofffasern in einem Brei zu neuen Handtüchern geformt werden. Kein einziger Baum muss dafür gefällt werden. "Gerade bei den Hygieneprodukten soll es Ziel sein, den Anteil an Altpapier zu erhöhen. Und wenn schon frischer Zellstoff zugesetzt werden muss, dann sollte er aus zertifizierten Waldflächen stammen", sagte Michael Evers, der in der Umweltorganisation die Abteilung Wald als Referent betreut.
Mit diesem Anspruch hat das Kostheimer SCA-Werk, das sich im Geist der schwedischen Konzernmutter ganz dem Geist einer nachhaltigen Produktion verschrieben hat, keine Probleme. Die Option, das Werk ganz an das Bahnnetz anzubinden, halte sich SCA weiterhin offen. "Das wäre eine große Investition, weil die vorhandenen Gleise nicht mehr nutzbar sind", sagt Siegfried Krys. Doch nachgedacht werde darüber immer wieder neu. Das Gleiche gelte für den Einsatz neuer Produktionsverfahren. So sei die Ablösung der giftigen Chlorbleiche durch reduktive Verfahren, bei denen Harnstoff und Sulfate übrig blieben, ein großer Schritt für mehr Umweltfreundlichkeit gewesen. "Früher waren die Recycling-Papiere noch grau. Doch heute erreichen wie den gleichen Weißgrad wie unsere Mannheimer Schwesterfirma mit ihren Zellstoffprodukten, vielleicht noch besser", sagt Siegfried Krys. Der hohe Wasserbedarf in der Papierproduktion halte sich wegen fast geschlossener Kreisläufe im Werk in Grenzen. In der Kostheimer Kommunalpolitik trifft die Studie der Umweltorganisation auf großes Wohlgefallen. Es sei bemerkenswert, dass der größte Arbeitgeber im Stadtteil ein grüner Betrieb sei, sagte Walter Losem (SPD).
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