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Aktuell

Waldbericht Sachsen-Anhalt

Mittwoch 6. Dezember 2006, 15:41 Uhr

Jeder fünfte Baum in Sachsen-Anhalt ist krank

Magdeburg (AP) Rund jeder fünfte Baum in Sachsen-Anhalt ist krank. Besonders betroffen seien die älteren Bäume, wie Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2006 in Magdeburg erklärte. Demnach sind die über 60-jährigen Waldbestände mit 21 Prozent fast doppelt so häufig geschädigt, wie die jüngeren Bestände mit zwölf Prozent. Am gesündesten ist die Kiefer, die zugleich die häufigste Baumart in Sachsen-Anhalt ist.

Der beste Waldzustand nach der Wende 1990 wurde 1996 registriert. Damals waren 15 Prozent der Bäume geschädigt, 19 Prozent dagegen in diesem Jahr und 2005. Die Ministerin nannte dafür verschiedene Gründe: «Eine anhaltende Erwärmungstendenz im Sommer und im Winter, Dürre und Niederschlagsverschiebungen begünstigen den Schädlingsbefall.» Zudem seien die Widerstandskräfte gegen diese Stressfaktoren durch chronisch saure Schadstoff- und hohe Stickstoffbelastungen geschwächt.

Die diesjährigen Wetterkapriolen führten den weiteren Angaben zufolge zu Hitze- und Trockenstress bei Birken und Buchen und teilweise zu vorzeitigem Blätterabfall. «Die Folgen werden erst im nächsten Jahr absehbar sein», kündigte Wernicke an. Ein ähnliches Bild ergebe der Blick auf den Befall mit Pilzen und Insekten. Noch würden sich geringe Schäden zeigen. Doch die warm-trockene Witterung im Juli habe zur Vermehrung von Borkenkäfern geführt, so dass höhere Schäden absehbar seien.

«Das Wetter können wir nicht ändern, wir müssen die Widerstandskraft des Waldes stärken», sagte die Politikerin. Allein 2006 wurden auf 300 Hektar Landeswald junge stabile Bäume gepflanzt.


6. Dezember, 2006

Jeder fünfte Baum ist krank

In Sachsen-Anhalt ist jeder fünfte Baum deutlich geschädigt. Besonders betroffen seien die älteren Bäume, sagte Umweltministerin Petra Wernicke (CDU) am Mittwoch in Magdeburg. Die über 60 Jahre alten Waldbestände seien mit 21 Prozent kranken Bäumen fast doppelt so stark geschädigt wie die jüngeren Waldbestände mit 12 Prozent.

Magdeburg (ddp-lsa). In Sachsen-Anhalt ist jeder fünfte Baum deutlich geschädigt. Besonders betroffen seien die älteren Bäume, sagte Umweltministerin Petra Wernicke (CDU) am Mittwoch in Magdeburg. Die über 60 Jahre alten Waldbestände seien mit 21 Prozent kranken Bäumen fast doppelt so stark geschädigt wie die jüngeren Waldbestände mit 12 Prozent. Die Kiefer als häufigste Baumart in Sachsen-Anhalt ist zugleich auch die gesündeste. Der beste Waldzustand seit 1990 war 1996 erreicht worden. Vor zehn Jahren waren 15 Prozent der Bäume geschädigt, in diesem Jahr waren es 19 Prozent. Die Stagnation sei auf mehrere Ursachen zurückzuführen, sagte die Ministerin. Die Bäume hätten in den vergangenen zehn Jahren mit der anhaltenden Erwärmungstendenz im Sommer und im Winter sowie mit Wetterkapriolen zu kämpfen gehabt. Dürre begünstige den Schädlingsbefall. Die Widerstandskräfte gegen diese Stressfaktoren seien durch chronisch saure Schadstoff- und hohe Stickstoffbelastungen geschwächt.

Eine mehrwöchige Phase mit Temperaturen weit über dem langjährigen Mittel und gleichzeitiger Trockenheit im Juli führte in diesem Jahr zu Hitze- und Trockenstress bei Buchen und Birken, wie die Ministerin sagte. An einigen Standorten habe es vorzeitigen Blattabfall gegeben, der im August zum Stillstand gekommen sei. Die Folgen dieser Witterungsunbilden würden allerdings erst im nächsten Jahr richtig sichtbar werden. Zunächst seien bei den Vorortaufnahmen in diesem Jahr nur geringe Schäden durch Insekten und Pilze festgestellt worden. Die durch die trockene Witterung im Juli ausgelöste Vermehrung der Borkenkäfer habe zu sichtbaren Schäden bei Fichten geführt. Eichen waren von deutlich erhöhten Schäden durch die so genannte Eichenfraßgesellschaft betroffen.

Wernicke betonte: «Wir müssen die Widerstandsfähigkeit des Waldes stärken.« Das bedeute: Senkung der Stickstoffemissionen, Waldpflege und Waldumbau. Das Wald benötige Erneuerung. In diesem Jahr seien auf 300 Hektar Landeswald robustere und besser an den Standort angepasste Bäume gepflanzt worden. Jeder könne etwas zum besseren Zustand des Waldes beitragen, sagte die Ministerin. «Es hilft schon, schadstoffarme Autos zu fahren oder öfter einmal das Fahrrad zu benutzen.»

2006 wurden bei der Erhebung des Waldzustandes in Sachsen-Anhalt 280 Flächen mit 6720 Bäumen besichtigt. In Land sind rund 492 000 Hektar mit Wald bedeckt. Der Waldzustandbericht wurde in diesem Jahr erstmal von der neu gegründeten Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen vorgelegt.


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