|
Aktuell
Rekord-Herbst schadet Wäldern
Freitag 8. Dezember 2006, 12:10 Uhr
Wälder leiden unter Wärme und Trockenheit
Potsdam (ddp-lbg). Die Wälder in Brandenburg leiden unter dem warmen Herbst und der anhaltenden Trockenheit. Die Pflanzen kämen nicht zur Ruhe, besonders Laubbäume verbrauchten bereits ihre Reservestoffe für den Austrieb der Blätter im nächsten Jahr, sagte ein Sprecher des Umweltministerium am Freitag in Potsdam. Vor allem Eichen und Buchen würden durch die Wetterkapriolen der vergangenen Monate und Jahre weiter geschwächt.
Laut Messungen der Landesforstanstalt Eberswalde ist rund die Hälfte der Waldmoore ausgetrocknet. Dem Oberboden, wo die Hauptwurzeln der Bäume stecken, fehle oftmals Feuchtigkeit.
In diesem Herbst wurde in Brandenburg den Angaben zufolge ein Wärmerekord gemessen. Von September bis November lagen die Durchschnittstemperaturen um 3,4 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Zum Teil fiel in dieser Zeit weniger Regen als im Trockenjahr 2003.
Rund 70 Prozent der gesamten Waldfläche in Brandenburg werden von Kiefern eingenommen. Die übrige Fläche ist vor allem von Eichen und Buchen bewachsen.
Freitag 8. Dezember 2006, 13:58 Uhr
Milder Herbst gefährdet Wälder
Potsdam (AP) Der ungewöhnlich milde Herbst gefährdet die ohnehin durch Schadstoffe geschädigten Wälder. Besonders Laubbäume kämen wegen der anhaltend hohen Temperaturen nicht zur Winterruhe und verbrauchten ihre für den Austrieb der Blätter im kommenden Frühling nötige Kraft bereits jetzt, erklärten Waldökologen der Landesforstverwaltung Brandenburg am Freitag in Eberswalde. Die kurze Abfolge mehrerer meteorologischer Extremjahre potenziere die Schäden, da sich die Bäume nicht von den Folgen erholen könnten.
Als Besorgnis erregend werteten die Fachleute auch die besonders in Ostdeutschland ausbleibenden
Niederschläge. An der Wetterstation Angermünde in Nordostbrandenburg etwa registrierten sie in den vergangenen Herbstmonaten September, Oktober und November nur 395 Millimeter Niederschlag. Der Wert sei typisch für Steppenklima, hieß es. Messungen auf einer Versuchsfläche in Eberswalde ergaben, dass nach dem fehlendem Regen im vergangenen Sommer und vor allem im Herbst die oberen Schichten des Bodens weitgehend ausgetrocknet sind.
In vielen Gebieten Brandenburgs führt der Niederschlagsmangel auch dazu, dass der Grundwasserspiegel weiter sinkt und Waldmoore austrocknen. Da die meisten Baumarten in etwa 60 Zentimetern Tiefe wurzelten, könnten sie kaum noch Wasser aufnehmen, erklärten die Forstexperten. Um sich allein von einem Extremjahr zu erholen, benötige ein Baum mindestens vier bis sechs Jahre. Schon die Jahre vor 2006 werteten Meteorologen jedoch in weiten Teilen Ostdeutschlands als zu trocken. Klimawissenschaftler beurteilen dies als Zeichen für den Klimawandel.
Als Folge der extremen Witterung prognostizierten die Forstexperten für die kommenden Jahre eine nachlassende Vitalität besonders bei Eichen und Buchen. Das kann unter anderem dazu führen, dass die Bäume mangels Kraft noch anfälliger auf Umweltschäden wie sauren Regen und die Verunreinigung des Grundwassers reagieren.
Freitag 8. Dezember 2006, 17:29 Uhr
Metereologen messen Jahrhundert-Wärmerekorde
(AFP) - Angesichts des milden Winters gerät die Natur in Russland aus dem Lot: Pilze und Löwenzahn sprießen in den Parks, Aprikosenbäume und Fliederbüsche schlagen aus, die Bären zeigen nicht die geringste Neigung, mit ihrem Winterschlaf zu beginnen, und am Donnerstag registrierten die Wetterbehörden für den Dezember einen den wärmsten 7. Dezember seit Beginn der Temperaturaufzeichungen vor fast 130 Jahren. In Deutschland ist der diesjährige Herbst laut Deutschem Wetterdienst der wärmste in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1901.
Die Temperaturen der vergangenen Tage von um die sechs bis acht Grad plus liegen nach Angaben der Meteorologen um acht bis zehn Grad höher als um diese Jahreszeit normal. Am 1. Dezember beispielsweise lag die Temperatur nur rund zwei bis drei Grad niedriger als am 1. Juli.
Inzwischen macht sich die russische Presse Sorgen wegen des ungewöhnlich milden Wetters und die Russen werden depressiv, weil sie statt mit Schnee einfach nur mit einem wochenlangen Ausbleiben von Sonne leben müssen. Der Wetterdienst verspricht jedoch eine baldige Rückkehr zur Normalität: "Ab Mitte Dezember gehen die Temperaturen in den Normbereich", versichterte Chef-Meteorologe Roman Wilfand. Auch der Schnee, der in Russland normalerweise Anfang November sein Stelldichein gibt, soll endlich fallen.
» zurück
|