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Aktuell

Klimawandel in Alpen

Mittwoch 13. Dezember 2006, 11:30 Uhr

Klimawandel trifft deutsche Skigebiete härter

München (AP) Der Klimawandel bedroht den Wintertourismus in den Alpen. Am stärksten seien die deutschen Skigebiete betroffen, warnte die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa (OECD) am Mittwoch. Schon ein Temperaturanstieg um ein Grad würde die Zahl der schneesicheren Gebiete in Oberbayern um 90 Prozent und im Allgäu um 47 Prozent verringern.

In Österreich, wo die Hälfte des Tourismusgeschäfts auf den Wintersport entfällt, wären 35 der bislang 190 schneesicheren Regionen betroffen. Weniger beinträchtigt wäre die Schweiz: Erst bei einem Temperaturanstieg um vier Grad wären die meisten Skigebiete im Berner Oberland, in der Zentralschweiz, im Waadtland und in Freiburg nicht mehr schneesicher. Das Wallis und Graubünden würden dank ihrer sehr hohen Lage kaum betroffen, erklärte die OECD. Derzeit gelten 599 von 666 großen Skiregionen in den Alpen als schneesicher - das heißt, sie haben für mindestens 100 Tage im Jahr eine Schneedecke von über 30 Zentimeter.

Die Jahre 1994, 2000, 2002 und 2003 seien die wärmsten der letzten 500 Jahre gewesen, sagte der OECD-Klimaexperte Shardul Agrawala. Klimamodelle ließen eine beschleunigte Erwärmung erwarten.

Bei einem Anstieg der durchschnittlichen regionalen Jahrestemperatur um ein Grad Celsius wären noch rund 500 Gebiete schneesicher, bei vier Grad noch 200 Skiregionen. In den Alpen mache sich der Klimawandel besonders deutlich bemerkbar: Der Temperaturanstieg sei in den vergangenen Jahren drei mal größer als im globalen Durchschnitt gewesen, sagte Agrawala. «Derzeit wird aber noch viel zu viel auf Technologie und zu wenig auf einen Strategiewechsel im Tourismus-Marketing gesetzt.» Wenn die Temperaturen weiter stiegen, würde künstliche Beschneiung bald unrentabel.


Mittwoch 13. Dezember 2006, 17:08 Uhr

OECD schreibt deutsche Wintersportorte wegen Klimawandels ab

(AFP) - Nahezu alle Skigebiete in Deutschland und rund 70 Prozent der Skiregionen in Österreich müssen wegen des Klimawandels um ihre wirtschaftliche Grundlage fürchten . Immer wärmere Winter (Xetra: 555560 - Nachrichten) seien eine "ernste Gefahr für die Schneesicherheit in den Skigebieten der Alpen und folglich für die regionale Wirtschaft", heißt es in einer Studie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Für Deutschland ist die Lage besonders düster: Laut OECD würde schon bei einem bis 2025 erwarteten Temperaturanstieg um ein Grad die Zahl der schneefesten Skigebiete um 60 Prozent sinken.

"Die Alpen sind besonders anfällig für den Klimawandel", schreibt OECD-Klimaexperte Shardul Agrawala. Klimamodelle zeigten "noch größere Veränderungen in den kommenden Jahrzehnten mit weniger Schnee auf niedrigen Höhen sowie zurückweichenden Gletschern und schmelzendem Permafrost weiter oben". Wie Agrawala sagte, wird bis etwa 2050 eine Erwärmung um zwei Grad angenommen und bis zum Ende des Jahrhunderts eine Erwärmung um vier Grad.

Dies werde deutliche Spuren im Milliardengeschäft mit dem Skitourismus in den Alpen hinterlassen, erklärte Agrawala. Heute hätten noch 609 mittelgroße und große Alpen-Skigebiete ausreichend Schnee an mindestens hundert Tagen im Jahr - schon dies seien nur noch 91 Prozent der einst 666 in Frage kommenden Orte. Mit dem Klimawandel könne für viele weitere das Aus kommen: Steige die Temperatur um ein Grad, hätten nur 500 Gebiete ausreichende Schneesicherheit, bei einer Erhöhung um zwei Grad nur noch 400 und bei vier Grad nur noch 200.

"In Deutschland werden die niedrig liegenden Ski-Gebiete am stärksten betroffen sein", erklärte die OECD. In Schwaben würde demnach bei einem Ein-Grad-Anstieg die Zahl der schneesicheren Wintersport-Orte von heute 47 auf 16 Prozent sinken, in Oberbayern von 90 auf 40 Prozent. Bei zwei Grad wären noch elf Prozent der schwäbischen Gebiete verlässlich mit Schnee bedacht und 15 Prozent in Oberbayern.

Am wenigsten würde die Schweiz mit vielen hoch gelegenen Pisten leiden. Auch Österreich liege bei der Anfälligkeit über dem Durchschnitt, Frankreich im Mittelbereich und Italien leicht darunter.


Donnerstag 14. Dezember 2006, 08:46 Uhr

Eis-Baum in Österreich wegen milden Wetters abgebaut

(AFP) - Wegen der milden Witterung ist in Österreich aus Sicherheitsgründen ein Weihnachtsbaum aus Eis nach nur einer Woche wieder abgebaut worden. Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad sorgten dafür, dass die ursprünglich mehr als fünf Meter hohe und 30 Tonnen schwere Skulptur in Klagenfurt nur so dahinschmolz. In einem normalen österreichen Winter hätte der Eisbaum im Stadtzentrum mindestens zwei Monate lang gehalten, wie der Vize-Bürgermeister von Klagenfurt, Walter Zwick, sagte.

Tourismus-Vertreter Helmut Ellensohn begründete den Schritt mit Sicherheitsbedenken. Das Spezialeis sei vor allem durch den Regen der vergangenen Tage in Mitleidenschaft gezogen worden. Eisstückchen hätten sich lösen und Passanten verletzen können.


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