AktuellEichhörnchen ahnen Nahrungsabgebot
Donnerstag 21. Dezember 2006, 22:16 Uhr Eichhörnchen ahnen Nahrungsangebot vorausWashington (dpa) - Eichhörnchen bekommen mehr Nachwuchs, wenn sie in naher Zukunft ein größeres Nahrungsangebot erwarten. Auf bislang ungeklärte Weise erkennen die Tiere , wann bestimmte Bäume besonders viele Samen produzieren werden, berichtet ein internationales Forscherteam im Journal «Science» (Bd. 314, S. 1928).Für gewöhnlich passten Tiere ihr Fortpflanzungsverhalten erst im Nachhinein an ein besonders günstiges Nahrungsangebot an. Bei einigen Bäumen schwankt die Samenproduktion in unregelmäßigen Intervallen. Forscher vermuten, dass dies eine Strategie ist, um die Zahl der Tiere in Grenzen zu halten, die sich von den Samen und anderen Früchten des Baumes ernähren. Stan Boutin von der University of Alberta in Kanada und seine Mitarbeiter zeigten nun, dass Rote Eichhörnchen diese Strategie umgehen und vorab erkennen können, wann ein besonderer Produktionsschub zu erwarten ist. Die Wissenschaftler hatten über mehrere Jahre Populationen zweier Arten von Roten Eichhörnchen (Tamiasciurus hudsonicus und Sciurus vulgaris) in Kanada, Belgien und Italien untersucht. Die Eichhörnchen bekamen im Frühjahr immer dann mehr Junge, wenn die Bäume im Herbst besonders viele Samen trugen. Häufig warfen die Weibchen auch noch ein zweites Mal im Sommer, berichten die Wissenschaftler. Auf diese Weise erreiche die Population genau dann ein Maximum, wenn die Samen der Bäume reif sind. Möglicherweise helfen chemische Signale der Bäume, etwa von Blüten oder Pollen, den Eichhörnchen bei ihrem Blick in die Zukunft, vermuten die Wissenschaftler. Donnerstag 21. Dezember 2006, 20:04 Uhr Eichhörnchen tricksen Bäume aus(AFP) - Im Kampf ums Überleben tricksten bestimmte Populationen roter Eichhörnchen in Kanada und Europa die Bäume in ihrer Region aus, schreiben US-Wissenschaftler von der University of Alberta in der Zeitschrift "Science". Die Nager schaffen es ihren Erkenntnissen zufolge, in bestimmten Jahren zweimal nacheinander Junge zu werfen. Damit trotzen sie der Strategie der Bäume, in einigen Jahren kaum oder gar keine Samen zu produzieren, in anderen aber besonders viele.Eigentlich wollen die Bäume mit ihrem Samenproduktions-Verhalten Nagetiere "austricksen" - denn diese ernähren sich von Baumsamen. Die Tiere sollen sich nach einem kargen Jahr auf ein weiteres mageres Jahr einstellen - und daher wenige Junge werfen. Damit blieben mehr Samen - und die Bäume pflanzten sich stärker fort. Meist funktioniert das auch: Wenn die Samen der Bäume im Herbst reifen, haben die Tiere ihre Fortpflanzungspläne an sich bereits abgeschlossen. Anders aber die roten Eichhörnchen. "Diese Tiere haben einen Weg gefunden, zu einer futterarmen Zeit ein zweites Mal Junge zu werfen, bevor es zu einem Samenboom kommt", sagt Stan Boutin, der die Studie leitete. Dabei scheinen die Tiere sogar ihren eigenen Fortpflanzungszyklus auszutricksen. Der zweite Wurf erfolgt bereits 35 Tage nach dem ersten - zu dieser Zeit säugen die Eichhörnchen noch und haben daher normalerweise gar keinen Eisprung. Die neue Erkenntnis ist für den Wissenschaftler Boutin beeindruckend: "Es ist ein weiteres wunderbares Beispiel für die natürliche Auslese, die Eigenschaften von Tieren begünstigt, die das Überleben der Art fördern." Forschungsbedarf besteht allerdings weiterhin: Den Wissenschaftlern um Boutin ist noch unklar, wie die Eichhörnchen Boomjahre in der Samenproduktion voraussagen. Sie vermuten allerdings, dass die Tiere den Knospen Hinweise entnehmen, aus denen die Zapfen oder Nüsse der Bäume entstehen. » zurück |
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