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Aktuell

Klimawandel in Deutschland

Mittwoch, 17. Oktober, 12:04 Uhr

Forstverein warnt vor Waldschäden durch Klimawandel

Stuttgart (ddp). Der Deutsche Forstverein verlangt von der Politik mehr Anstrengungen zum Schutz des Waldes vor den Auswirkungen des Klimawandels. Vereinspräsident Anton Hammer legte am Mittwoch in Stuttgart einen Forderungskatalog vor, wonach weitaus mehr finanzielle Mittel als bisher für die Forschung und die Waldpflege erforderlich sind, um die Gefahren abzumildern.

Hammer bemängelte, dass der Wald in der Klimaschutzdebatte nur eine geringe Rolle spiele. Dabei sei er in existenzieller Gefahr. Problematisch sei, dass sich der Wald als langlebiges Ökosystem nur langsam an den Klimawandel anpassen könne. Dem müsse etwa durch mehr Grundlagenforschung in der Forstwissenschaft Rechnung getragen werden, um besser auf die Entwicklung reagieren zu können. Auch seien mehr Förster notwendig.

Der Deutsche Forstverein, der ab Freitag seine 63. Jahrestagung in Baden-Baden abhält, sprach sich auch dafür aus, den Gegenwert für den Beitrag, den der Wald zur Senkung von Treibhausgasen leiste, wieder dem Wald insgesamt zukommen zu lassen. Dabei gehe es um mehrere Hundert Millionen Euro jährlich. Die Bundesregierung müsse zudem stärker gegen die weltweite Waldvernichtung vorgehen. Auch sollte erwogen werden, den deutschen Wald mit klimaunempfindlicheren Baumarten aus anderen Ländern wie zum Beispiel Schwarzkiefer oder Roteiche anzureichern.

Nach Angaben von Michael Köhl vom Institut für Weltforstwirtschaft an der Universität Hamburg leistet der Wald einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Nutzung von Holz etwa bei der Wärmegewinnung würden fossile Brennstoffe eingespart. Jeder fünfte Baum in Europa sei aber bereits geschädigt. Komme dann noch der «Klimastress» hinzu, werde die Substanz des Waldes «relativ stark bedroht», etwa durch zusätzlichen Insektenbefall, Baumsterben, Wassermangel und Erosion.


Mittwoch, 17. Oktober, 12:04 Uhr

Fichte vom Klimawandel besonders gefährdet

Stuttgart (AP) Der Fichte setzt der Klimawandel besonders zu. Wie der Präsident des Deutschen Forstvereins, Anton Hammer, am Mittwoch in Stuttgart mitteilte, ist der Baum in deutschen Wäldern besonders weit verbreitet. Normalerweise komme er im Bergwald vor. Die Fichte liebe Feuchtigkeit und eine kühle Umgebung. Auch die Kiefer sei besonders in der Rheinebene gefährdet. Ihr machten dort Wassermangel und Schädlinge zu schaffen.

Die Forstwirtschaft forderte eine Beteiligung aus den Erlösen des Handels mit Luftverschmutzungsrechten. Hammer sagte, mit dem Geld solle der Wald gepflegt werden, denn er leide verstärkt unter den erwarteten Klimaveränderungen. Er könne sich nur langsam dem veränderten Klima anpassen. Die Bäume leisteten zudem einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Kohlendioxidemissionen. «Der Gegenwert hierfür beträgt mehrere hundert Millionen Euro jährlich», sagte Hammer.

Beim Handel mit Luftverschmutzungsrechten benötigen die Betreiber von Kraftwerken und Fabriken Zertifikate für die Menge von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen, die ihre Anlagen emittieren. Der EU-Emissionshandel wird seit 2005 erprobt.

Hammer sagte, jährlich würden weltweit mehr als zehn Millionen Hektar Wald vernichtet. Es sei Unsinn, den Regenwald abzuholzen und dann Maisplantagen zu machen, um Biokraftstoff herzustellen. Er forderte mehr Geld vom Bund und den Ländern, um die Folgen des Klimawandels für den Wald zu erforschen. Nach Angaben von Michael Köhl vom Zentrum Holzwirtschaft der Universität Hamburg ist jeder fünfte Baum in Europa geschädigt.


20. Oktober, 2007

CO2-Speicherung des Waldes wird auf Reduktionsverpflichtung angerechnet

Wiesbaden (pd) - Der hessische Staatssekretär Karl-Winfried Seif begrüßt die Anrechnung forstwirtschaftlicher Maßnahmen auf das deutsche Kyoto-Minderungsziel.

Nach den Worten des Staatssekretärs des hessischen Ministeriums für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz wirke eine dauerhafte Erhöhung der insgesamt im Wald oder auch bei Neuaufforstungen vorhandenen Biomasse als CO2-Senke. Die Bundesrepublik Deutschland habe deshalb beschlossen, sich diese Speicherfähigkeit der Wälder auf die nationalen Reduktionsverpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls bis zur maximal möglichen Höhe von 4,55 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr anrechnen zu lassen. Bei einem gegenwärtigen Wert der Emissionszertifikate von rund 21 Euro entspreche dies einem Gegenwert von etwa 96 Mio. Euro pro Jahr. "Diese Grundsatzentscheidung der Bundesregierung wurde von den Agrarministern der Länder einhellig begrüßt", so Staatssekretär Seif weiter. Die Bundesregierung wurde von den Länderministern aufgefordert, noch offene Fragen der Ermittlung der CO2-Reduktionen, deren Monitoring und deren Anrechnung zu klären und die dafür bedeutsamen Verfahrensfragen mit den Ländern zu klären. Dabei werde auch die Frage von Bedeutung sein, wie die aus der Waldbewirtschaftung über entsprechende Zertifikate generierte Wertschöpfung, die zur Erfüllung der nationalen Reduktionsverpflichtungen von CO2 dient, an die Waldbesitzer zurückgegeben werden kann.

Der Landesbetrieb Hessen-Forst ist nach Angaben des Staatssekretärs derzeit dabei, im Rahmen der beschlossenen Anerkennung von Wald und Forstwirtschaft als CO2-Senke entsprechende Berechungsgrundlagen zu schaffen und die Möglichkeiten eines freiwilligen Emissionshandels auszuloten. Wenn man dabei für den Gesamtwald Hessens einen bei der letzten Bundeswaldinventur ermittelten Gesamtvorrat von rund 265 Mio. Festmeter Holz zugrunde legt, bedeute dies allein für diesen Teil des im Wald vorhandenen Holzes eine CO2-Fixierung von derzeit über 240 Mio. Tonnen. (pd)


Montag, 15. Oktober, 18:01 Uhr

Konferenz zum Klimawandel in den Alpen in Innsbruck

Innsbruck (AP) Die Organisatoren einer Konferenz zum Klimawandel in den Alpen haben am Montag in Innsbruck zur länderübergreifenden Zusammenarbeit aufgerufen. So könnten negative Aspekte der Globalisierung positiv kompensiert werden, sagte Peter Schuster, der Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Eric Veulliet, der Leiter des alpS-Zentrums für Naturgefahren Management, sagte, es sei wichtig, die vielen Gesichter des Klimawandels zu erkennen. Für Vorbeugung sei es zu spät, ein Handeln sei längst überfällig. Zu der dreitägigen Konferenz, zu deren Organisatoren auch die Universität Innsbruck gehört, haben sich rund 400 Teilnehmer aus 20 Ländern angemeldet. Sie befasst sich unter anderem mit den Auswirkungen des Klimawandels auf den Alpentourismus.







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