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Aktuell
Mängel bei Nationalparks
Donnerstag, 25. Oktober, 12:59 Uhr
Naturschutzring setzt sich für Ausbau der Nationalparks ein
Bonn (ddp). Der Deutsche Naturschutzring (DNR) beklagt erhebliche Mängel in den 14 Nationalparks. DNR-Präsident Hubert Weinzierl appellierte deshalb am Donnerstag in Bonn an die Ministerpräsidenten der Bundesländer, diese «Flaggschiffe des Naturschutzes» auszubauen. «Sie dürfen nicht durch wirtschaftliche Nutzungen gefährdet, verhindert oder durch Mogelpackungen entwertet werden», warnte er. Derzeit umfasse die Fläche der Nationalparks insgesamt 962 212 Hektar, das seien 0,54 Prozent des Bundesgebietes.
Weinzierl zufolge erfüllen nur wenige Parks in Deutschland die Kriterien der Internationalen Naturschutzunion (IUCN). Missstände gebe es vor allem im administrativen Bereich sowie durch Belastungen durch Forst- und Fischereiwirtschaft, Jagd, Aus- und Neubau von Straßen und Wasserstraßen. Der DNR schlug vor, dass die Länder in Zukunft Nationalparke nur noch im Einvernehmen mit dem Bundesumweltministerium ausweisen sollten.
DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen setzte sich zugleich für die Ausweisung weiterer Nationalparks ein. «Weiße Flecken sind bisher Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Zudem haben wir in Europa eine besondere Verantwortung für Buchenwälder und auch Moorflächen», sagte er. Als geeignete Flächen kommen aus Sicht des DNR der Nordschwarzwald, der Pfälzerwald, die Senne und das Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen, der Steigerwald und der Spessart in Bayern in Betracht. Bei den Moorflächen nennt der Verband das Peenetal in Mecklenburg-Vorpommern und der Stechlin in Brandenburg. Möglich wären auch Flächen im Hochgebirge wie das Ammer-und Karwendelgebirge.
Donnerstag, 25. Oktober, 11:29 Uhr
Naturschutzring lehnt Nationalpark Siebengebirge ab
Bonn (ddp-nrw). Der Deutsche Naturschutzring (DNR) lehnt die von der Landesregierung vorgeschlagene Einrichtung eines Nationalparks Siebengebirge ab. Das Bemühen der Landesregierung, nach der Eifel einen zweiten Nationalpark auszuweisen, sei zwar anzuerkennen. Doch dafür gebe es mit der Senne und gegebenenfalls dem Rothaargebirge ökologisch interessantere Gebiete, teilte der Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände am Donnerstag in Bonn mit.
Das Siebengebirge bei Bonn stelle eine großartige Landschaft dar, und die vorhandenen Waldflächen ließen sich auch zu einem Naturwald entwickeln. «Allerdings ist die vorgesehene Fläche von 4500 Hektar sehr gering», sagte ein Sprecher.
Daran könnte auch eine etwaige Ausdehnung auf rheinland-pfälzisches Gebiet um nochmals 1000 bis 2000 Hektar nur wenig ändern. Diese kleine Fläche sei angesichts der touristischen Übernutzung des Gebietes mit drei bis fünf Millionen Besuchern jährlich und der Belastungen durch stark frequentierte Straßen besonders problematisch.
Die Entwicklung hin zu einem nationalparkwürdigen Gebiet setze nach einer Übergangszeit den vollständigen Schutz von mindestens 75 Prozent der Gesamtfläche voraus. Dies ist nach Auffassung des DNR angesichts des wirtschaftlichen Drucks und der Interessen der anliegenden Kommunen kaum vorstellbar.
Derzeit gibt es 14 Nationalparke in Deutschland mit einer Landfläche von insgesamt 962 000 Hektar. Das entspricht 0,54 Prozent des Bundesgebiets.
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