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Aktuell
Wildkatzenkorridor
Donnerstag, 1. November, 11:21 Uhr
Deutschlands erster Wildkatzenkorridor entsteht bei Eisenach
Eisenach (ddp-lth). In der Nähe von Eisenach entsteht seit Donnerstag der erste Wildkatzenkorridor Deutschlands. Rund 20 000 einheimische Bäume, Sträucher und Hecken sollen auf einer Breite von 50 Metern eine Art Wanderweg für Wildkatzen bilden, erläutert die Projektkoordinatorin Sabine Jantschke vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Mit Hilfe dieses bundesweit einzigartigen Vorhabens sollen sich die im Nationalpark Hainich lebenden Wildkatzen in Richtung Süden ausbreiten. Ziel sei ein Populationsaustausch mit den Artgenossen aus Hessen, die im Thüringer Wald gesichtet worden seien, um das Aussterben der Hainich-Katzen zu verhindern.
Derzeit leben etwa 50 Wildkatzen im Nationalpark Hainich, berichtet die Biologin. Diese seien genetisch noch recht ursprünglich, es bestehe die Gefahr des Aussterbens. «Je kleiner die genetischen Variationen sind, desto anfälliger sind die Katzen für gefährliche Krankheiten», sagt Jantschke. Die Tiere seien zwar nicht akut vom Aussterben bedroht, räumt die BUND-Expertin ein. Doch wenn die Wälder und damit der natürliche Lebensraum zerschnitten würden, stelle dies eine Bedrohung für die Wildkatzen dar.
Noch gleiche der Korridor einer künftigen Autobahn. Doch in fünf Jahren, wenn die Büsche, Sträucher und Bäume groß genug sind, könnten die ersten Tiere dort entlangstreifen. Dann sei genügend Deckung vorhanden. Wenn ihr Lebensraum zu eng werde, könnten junge Kater in einer Nacht bis zu 40 Kilometer zurücklegen.
Mit dem Bau des Korridors würden zugleich Verstecke und Schlafhöhlen für die Wildkatzen geschaffen, erläutert Jantschke. Am Rand des 50 Meter breiten Streifens, das am südlichen Ausläufer des Nationalparks Hainich, dem Kindel beginnt, würden Büsche und Hecken gepflanzt. Zudem sollen Reisighaufen verteilt werden, da sich die Wildkatzen dort am liebsten verstecken und auch dort schlafen.
Die Biologin hofft, dass die Wildkatzen durch einen zusätzlichen Zaun, der den Korridor in den kommenden fünf Jahren umschließt, vor Wildschweinen geschützt sind. Außerdem sollten nur wenige Menschen oder größere Tiere Zutritt zu dem Korridor haben. Die einzigen Tiere, denen es ohne Probleme möglich sei, sich in dem künftigen Wildkatzenareal aufzuhalten, seien Füchse, sagt Jantschke.
Den Angaben zufolge soll der Korridor vom Kindel aus über die Bundesstraße 84 durch einen alten Eichenwald in das Naturschutzgebiet Nesseaue verlaufen. Aufgrund des geplanten sechsspurigen Ausbaus der Bundesautobahn 4 werde es in Zukunft eine 50 Meter hohe Talbrücke geben, so dass die Wildkatzen darunter hindurchlaufen könnten. Wenn die Tiere den Fluss Nesse auf einer der vielen Sandbänke überqueren, befänden sie sich am Anfang des bepflanzten Korridors, erläutert Jantschke. Sie hofft, dass irgendwann nach dem Rückbau der jetzigen Autobahntrasse der gesamte Hörselberg als Wildkatzenareal zur Verfügung steht.
Doch bis dahin gebe es noch einige gefährliche Wege für die Katzen, sagt die Expertin. So bestehe die Gefahr, dass die Tiere beim Überqueren der Bundesstraße 84 überfahren werden. Dies müsse man aber in Kauf nehmen.
Der Wildkatzenkorridor soll laut Jantschke der Auftakt eines bundesweiten Wildkatzenprojekts sein. Dieses verbinde anhand eines Computermodells wichtige Waldgebiete miteinander, die den Lebensraum der etwa 3000 in Deutschland lebenden Wildkatzen bilden. In Thüringen will der BUND laut Jantschke weitere Flächen kaufen, um den Korridor der Wildkatzen in Richtung Thüringer Wald auszubauen.
Die Kosten für das Thüringer Projekt belaufen sich auf rund 150 000 Euro, die von der Deutschen Einheit-Fernstraßenplanungs- und Baugesellschaft (Deges) als Ausgleichsmaßnahme für den Autobahnausbau finanziert werden.
Donnerstag, 1. November, 12:43 Uhr
Erste Eschen für Wildkatzen-Korridor in Thüringen gepflanzt
Eisenach (AFP) - Mit Baumpflanzungen in Ettenhausen bei Eisenach haben die Arbeiten an einem Wildkatzen-Korridor zwischen dem Thüringer Wald und dem Nationalpark Hainich begonnen. Die Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Angelika Zahrnt, setzte am Donnerstag gemeinsam mit Thüringens Umweltminister Volker Sklenar (CDU) die ersten Eschen für das nach Angaben des Verbandes größte Artenschutzprojekt Mitteleuropas. Dessen Ziel ist ein 20.000 Kilometer langes bundesweites Wegenetz für Wildkatzen und andere Waldtiere, das auch Harz, Spessart, den Bayerischen Wald sowie Pfälzer Wald, Schwarzwald und Eifel einbeziehen soll.
20.000 Bäume und Büsche sollen allein für den 1,2 Kilometer langen und 50 Meter breiten Grünstreifen zwischen Thüringer Wald und Hainich gepflanzt werden. So entstehe ein Verbindungsweg für waldbewohnende Tierarten wie eben die bedrohte Wildkatze, erklärte ein BUND-Sprecher. Die Bündelung von ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für den Neubau der A 4 östlich von Eisenach ermöglichte die Pflanzungen in Thüringen. Zahrnt appellierte an die anderen Bundesländer, diesem Beispiel zu folgen.
Donnerstag, 1. November, 14:36 Uhr
Wolfsbüro rät Tierhaltern zu Flatterband an Zäunen
Dresden (ddp-lsc). Schafhalter können ihre Tierherden durch ein Flatterband an der Umzäunung besser vor Wölfen schützen. Dieses wirkt als optische Barriere und kann die Raubtiere vom Überspringen abhalten, wie das Kontaktbüro «Wolfsregion Lausitz» am Donnerstag in Rietschen mitteilte. Die Experten erachten den zusätzlichen Schutz im Gebiet des Neustädter Rudels in der Gegend um Spreewitz, Neustadt und Bärwalde als notwendig, da Wölfe dort schon mehrfach Zäune überwunden und Schafe gerissen haben. Das Band kann über das Regierungspräsidium Dresden bestellt werden.
In der Lausitz war es in den vergangenen Monaten mehrfach zu Wolfsrissen gekommen. Tierhalter sollen ab Januar 2008 nicht mehr für Verluste im Wolfsgebiet sowie im Umkreis von 30 Kilometern entschädigt werden, wenn sie ihre Schafe nicht umzäunen oder nachts einstallen.
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