AktuellHessens Umweltbericht
31. Oktober, 2007 Dietzel zieht den Mischwald vorHessen: Der Minister präsentiert den Umweltbericht der Landesregierung und bekennt sich dabei zur AtomkraftWIESBADEN (dpa). Hessen wird bei der Wiederaufforstung nach dem Orkan „Kyrill“ verstärkt den Mischwald bevorzugen. Der Wald der Zukunft sei ein Eichenmischwald, sagte Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) am Dienstag in Wiesbaden. „Kyrill“ habe im Januar zu 80 Prozent Fichtenwälder geschädigt, Laub- oder Mischwälder seien widerstandsfähiger. Dietzel stellte den Umweltbericht der Landesregierung für die ablaufende Legislaturperiode vor. Das Land schütze die natürlichen Lebensgrundlagen nachhaltig, sagte er. Die Opposition warf der CDU-Regierung dagegen vor, Hessen sei beim Umweltschutz zurückgefallen. Bei der notwendigen Umstellung auf Mischwald werde das Land „beratend“ auf kommunale oder private Waldbesitzer einwirken, kündigte der Minister an. Er bekräftigte außerdem das Ziel der Regierung, bis 2015 einen Anteil von 15 Prozent an erneuerbaren Energien zu erreichen. Dafür könne genügend Biomasse gewonnen werden, ohne die hessischen Wälder zu schädigen. Doch zum Erreichen der Klimaschutzziele brauche Hessen weiterhin Atomkraft aus dem Kraftwerk Biblis. „Die Landesregierung steht für die Nutzung von Kernenergie, aber auf höchstem Sicherheitsniveau“, sagte der Minister. Als Erfolg wertete Dietzel, dass es in den vergangenen fünf Jahren keine Umweltskandale in Hessen gegeben habe. In den kommenden Jahren sollten die hessischen Kläranlagen abschließend saniert werden, das kommunale Kanalsystem müsse verbessert werden. Auch die Entsorgung chemischer Altlasten, beispielsweise in Lampertheim, solle abgeschlossen werden. „Beim Klimaschutz ist Nichtstun das Handlungsprinzip der Landesregierung“, kritisierte der umweltpolitische SPD-Sprecher Gernot Grumbach. Die Situation in den hessischen Wäldern verschlechtere sich, weil im Forstwesen zu viel Personal abgebaut worden sei. Die Regierung habe auch das Problem des Feinstaub-Ausstoßes nicht im Griff. Der Grünen-Landesvorsitzende Tarek Al-Wazir warf dem Umweltminister vor, er sei gescheitert. Der Ausstoß von Kohlendioxid in Hessen sinke nicht, sondern steige. Die Regierung gebe Wirtschaftsinteressen Vorrang vor Naturschutz. Lob kam nur von der FDP. Dietzels Bericht zeige, dass eine ausgewogene Mischung von Kernenergie, Kohle und alternativen Energien zur Stromerzeugung den CO2-Ausstoß senken könne, sagte der Abgeordnete Heinrich Heidel. » zurück |
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