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Aktuell
Waldbericht Brandenburg
13. November 2007
Zwei Drittel der Wälder in Brandenburg und Berlin geschädigt
Potsdam (ddp-lbg). Die Situation des Waldes bleibt in Brandenburg und Berlin weiter kritisch. In der Region seien 13 Prozent der Forsten deutlich und 55 Prozent leicht geschädigt, sagte Brandenburgs Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2007.
Dem Bericht zufolge sind in der Region Berlin-Brandenburg lediglich 32 Prozent der Wälder gesund.
Besonders die Laubbäume bedürften einer größeren Aufmerksamkeit, betonte Woidke. Die langsame Erholung der Eiche, die sich in den vergangenen beiden Jahren abgezeichnet habe, stagniere. Lediglich 22 Prozent des Bestands sind ohne sichtbaren Schaden.
In Brandenburg ist die Zahl der deutlichen Schäden um sechs Prozentpunkte auf zwölf Prozent gefallen. 33 Prozent der Wälder sind gesund. Besonders der Kieferbestand hat sich im vergangenen Jahr deutlich erholt. Die in der Region dominierende Baumart ist zu rund zehn Prozent geschädigt. Das sind rund sieben Prozentpunkte weniger als noch im Vorjahr.
In Berliner Wäldern ist die Situation dramatischer. Insgesamt sind dort zehn Prozent der Bäume gesund. Gründe sind der hohe Bestand an empfindlicheren Laubbäumen und die höhere Luftverschmutzung in der Hauptstadt. 32 Prozent der Berliner Bäume weisen deutliche Schäden auf, zwei Prozentpunkte weniger als 2006.
Die Ursache für die Waldschäden ist den Angaben zufolge der Klimawandel und dadurch bedingte Wetterextreme. Eine Lösung sieht Woidke im Umbau der Forsten von Mono- zu Mischkulturen. Dadurch könne der Wald an den Wandel angepasst werden und seine Aufgabe als Kohlendioxidspeicher weiter erfüllen.
Zustandsbericht 2007: Kiefern gesund / Ein Drittel der Eichen geschädigt
Von Rüdiger Braun, Maerkische Allgemeine, 14.11.07
POTSDAM Während es den Kiefern gutgeht, hatten Brandenburgs Eichen in den vergangenen Jahren zu leiden. "Im Jahr 2007 waren immer noch 37 Prozent der Eichen deutlich geschädigt", sagte Brandenburgs Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) gestern. Woidke und Berlins Staatssekretärin für Stadtentwicklung, Maria Krautzberger, stellten in Potsdam den gemeinsamen Waldzustandsbericht 2007 vor.
"Im Jahr 2007 haben wir erstmals wieder eine leichte Besserung", fasste Woidke zusammen. So sei der Anteil deutlich geschädigter Bäume in der Region Berlin-Brandenburg von 18 Prozent im Vorjahr auf 12,4 Prozent zurückgegangen. "Es ist insbesondere die Kiefer, der Baum des Jahres 2007, die uns zur Verbesserung verhilft", sagte Woidke. Nur knapp zehn Prozent der Kiefern seien deutlich geschädigt. Ohne Schäden seien immerhin 33 Prozent der Kiefern. Die Kiefer ist die häufigste Baumart in Brandenburg. Etwa 83 Prozent des Waldes sind damit bestückt. Die Zahlen besagten jedoch auch, dass man nicht tatenlos bleiben könne, erklärte Woidke. So gehe es auch der Buche nicht viel besser als der Eiche. Deutliche Schäden verzeichneten knapp 32 Prozent der Buchen. Ohne Schäden seien 31 Prozent.
"Es ist klar, dass besonders Laubbäume und dabei besonders die Eichen unserer Aufmerksamkeit bedürfen", betonte Woidke. Ein Hauptgrund der Schäden sei der Klimawandel. Die Bäume litten unter der zunehmenden Trockenheit. Daher zählt der Minister insbesondere wasserbauliche Maßnahmen zu den Gegenstrategien. Er verwies auf das brandenburgische Waldmoorprogramm. "Das hat dazu beigetragen, dass wir den Wald resistenter gegen Witterungsextreme machen konnten." Brandenburg setze vor allem auf den naturnahen Waldumbau. Dabei sollen Kiefermonokulturen schrittweise durch Mischwälder ersetzt werden. In den vergangenen 15 Jahren seien für insgesamt 110 Millionen Euro 50 000 Hektar Wald "umgebaut" worden. "Das hat geholfen, den Wald so aufzustellen, dass er für die kommenden Herausforderungen gewappnet ist", sagte Woidke. In den nächsten Jahren will die Landesregierung jährlich 20 Millionen Euro in den Waldumbau investieren. Mischwaldkulturen sollen das Risiko minimieren, dass ganze Bestände in Mitleidenschaft gezogen werden, wenn nur bestimmte Bäume beispielsweise anfällig für extreme Wetterlagen sind.
In Berlin ist nach Aussagen von Staatssekretärin Krautzberger der Laubholzanteil viel höher als in Brandenburg. Bei den Jungbäumen betrage er 80 Prozent. 20 Prozent aller Berliner Bäume seien Eichen. "Wir haben ein sehr viel höheres Niveau der deutlichen Schäden", sagte Krautzberger.
Die Flächen ohne Schäden seien mit zehn Prozent relativ konstant geblieben. Der Anteil deutlich geschädigter Bäume sei mit 32 Prozent fast dreimal so hoch wie in Brandenburg und nur um zwei Prozent zurückgegangen. Es müsse aber nicht so bleiben, sagte Krautzberger. Laubbäume reagierten langsamer auf Entwicklungen. Bei der Schadensbekämpfung stehe – anders als in Brandenburg – vor allem die Verbesserung der Luftqualität im Vordergrund. Darüber hinaus setze Berlin auf eine "naturnahe Bewirtschaftung" mit heimischen Baumarten.
Ralf Kätzel vom Landesforstamt Eberswalde (Barnim) wies darauf hin, dass etwa Traubeneichen aus der Türkei Trockenheit wahrscheinlich besser vertrügen als einheimische Traubeneichen. Allerdings verhindere bislang allein schon das so genannte Forstsaatgut-Gesetz der Europäischen Union, dass ohne weiteres Bäume aus anderen Ländern nach Brandenburg verpflanzt werden könnten.
Eine Million Hektar
Seit 2002 gibt es eine gemeinsame Datenerhebung von Berlin und Brandenburg für den Zustand der Waldgebiete. Laut Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) ist diese Zusammenarbeit sinnvoll, weil weder klimatische Bedingungen, noch die Luft- und Gewässerverschmutzung vor den Landesgrenzen Halt machten.
Die Waldfläche Brandenburgs umfasst rund eine Million Hektar. Ein Drittel davon ist Privatwald, ein weiteres Drittel sind kleine private Flächen, das letzte Drittel ist Landeswald. Kiefern machen rund 82 Prozent des brandenburgischen Waldes aus, Buchen und Eichen nur jeweils fünf Prozent.
Berlin mit einer Waldfläche von rund 28 000 Hektar hat dagegen einen Eichenbestand von 20 Prozent. Kiefern machen nur 60 Prozent der Berliner Bäume aus. bra
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