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Aktuell
Biomasse in Österreichs Wäldern
Um 70 Prozent mehr Biomasse in Österreichs Wäldern verfügbar
Zwischenergebnisse der Holz- und Biomasseaufkommensstudie liefern gute Argumente für Umstieg auf Erneuerbare Energie
oekonews.at , 13.11.2007
In Österreichs Wäldern ist um knapp 70 Prozent mehr Biomasse verfügbar als angenommen. Dies geht aus der neuen Holz- und Biomasseaufkommensstudie hervor, die in der Vorwoche präsentiert wurde.
Die nun vorliegenden Zwischenergebnisse der Studie gehen von einem jährlichen Mehrpotenzial an Holz und Biomasse von 7,6 Mio. Erntefestmeter bis 2020 aus, was einem Mehr an Biomasse von knapp 70 Prozent entspricht.
Diese Mehrnutzung sei sowohl ökonomisch rentabel als auch ökologisch vertretbar, so Umweltminister Josef Pröll. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die im nationalen Biomasseaktionsplan aufgezeigten Holzmengen verfügbar seien, die Ziele realistisch angesetzt wurden und Österreich seine Klimaschutzziele im Bereich heimischer Biomasse erreichen könne. Die zentrale Herausforderung sei nun, das Mehrpotenzial tatsächlich einer energetischen Verwendung zuzuführen.
Die Studie, die vom Forschungszentrum Wald (BFW) in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur durchgeführt wird, beschäftigt sich im Wesentlichen mit Fragen zur Verfügbarkeit von Nutzholz und Biomasse sowie deren Entwicklung unter verschiedenen Szenarien in den nächsten Jahren. Ausgangspunkt ist, dass in Österreich sowohl die Waldfläche als auch der Holzvorrat trotz steigender Nutzung in den letzten Jahren zugenommen hat, so dass trotz Mehrnutzung eine nachhaltige Bewirtschaftung gewährleistet ist.
Die Zwischenergebnisse orientieren sich an der Österreichischen Waldinventur (ÖWI) und gehen von einem konstant bleibenden Vorrat aus, das heißt die Holznutzung erfolgt in einem solchen Umfang, dass der Gesamtholzvorrat bis 2020 gleichbleibt und nur der Zuwachs genutzt wird. Insgesamt liegt das Potenzial für die Gesamtnutzung sowohl für Nutzholz als auch Biomasse bei 24,8 Mio. Erntefestmeter bis 2020. Derzeit werden 17,2 Mio. Erntefestmeter genutzt, davon 11,8 Mio. Erntefestmeter für Nutzholz und 5,4 Mio. Erntefestmeter für Biomasse. Das Mehrpotenzial, das bis 2020 zur Verfügung steht, liegt somit bei 7,6 Mio. Erntefestmeter. Demnach ist im österreichischen Wald um knapp 70 Prozent mehr Biomasse vorhanden als angenommen.
Die Ergebnisse der Studie belegen auch, dass keine Konkurrenzsituation zwischen Biomassenutzung und holzverarbeitender Industrie bestehe, für beide Nutzungen sei genügend Potenzial vorhanden. Wie aus dem Biomasseaktionsplan hervorgeht, werden für die Biomassenutzung lediglich 4,5 Mio. Erntefestmeter bis 2020 benötigt. Laut Studie werde zukünftig deutlich mehr Biomasse und Nutzholz verfügbar sein. Über die Aufteilung zwischen stofflicher und energetischer Nutzung werde der Markt entscheiden. Ausschlaggebend wird sein, dass die Waldbesitzer entsprechend motiviert werden, den nachwachsenden Rohstoff auch tatsächlich zu nutzen, sagte Markus Neumann, stellvertretender Leiter des Forschungszentrums Wald und Mitautor der Studie.
Die Bedeutung von Biomasse zeigt auch der aktuelle Preisvergleich von Heizöl und Pellets: Lag der Preisunterschied im Jänner dieses Jahres noch bei rund 0,70 Cent je kwh, ging die Preisentwicklung in den vergangenen Monaten wieder deutlich auseinander: So liegt der aktuelle Preis für Pellets bei 3,83 Cent je kwh, der aktuelle Preis für Heizöl ist deutlich höher bei 7,05 Cent je kwh - macht einen Preisunterschied von 4,75 Cent.
Die aktuelle Studie basiert auf den Ergebnissen der Österreichischen Waldinventur, die zuletzt in den Jahren 2000 bis 2002 durchgeführt wurde.
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