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Streit um NP Harz

Mitarbeiter sind sauer: Lasst uns in Ruhe arbeiten!

Nationalpark Harz: Nach internen Streitereien nun Kritik von außen an Jagd-Praxis

Von Klaus Herrmann, newsclick.de , 22.11.2007

WERNIGERODE. Es gibt Krach im Nationalpark Harz – wieder einmal. Die Jagd im Harz soll gegen das Gesetz verstoßen. Andreas Pusch, der Leiter des Nationalparks, soll Freunden zum Abschuss kapitaler Hirsche verholfen haben.

"Herr Pusch ist im wohlverdienten Urlaub." Die Mitarbeiterin in der Verwaltung des Nationalparks in Wernigerode betont am Telefon die Worte "wohlverdienter Urlaub".

Friedhart Knolle, Pressesprecher des Nationalparks, erklärt: "Andreas Pusch, der Leiter des Nationalparks, ist in den vergangenen Wochen persönlich angegriffen worden. Die Stimmung hier ist nicht gut."

Immer wieder geriet der Nationalpark in die Schlagzeilen, weil die Mitarbeiter aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen nicht so harmonisch zusammenarbeiteten, wie man sich das bei der Gründung erhofft hatte. Unterschiedliche Strategien gegen den Borkenkäfer, unterschiedliche Gehälter: Es gab viel Trennendes, wenig Gemeinsamkeit.

Doch diesmal kam die Kritik von außen. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen Undine Kurth aus Quedlinburg wollte in einer schriftlichen Anfrage im Bundestag wissen, ob die Jagd im Nationalpark mit den Richtlinien der Weltnaturschutz-Union vereinbar sei.

In der Bundeshauptstadt Berlin wurde über den Nationalpark Harz diskutiert. Außerdem war da die Verdächtigung, der Leiter des Nationalparks begünstige Freunde bei der Jagd. Andreas Pusch sollte einen Studienfreund, heute Staatssekretär, bevorzugt haben. Es gab die Gegendarstellungen des Nationalparks: "Der niedersächsische Staatssekretär Dr. Eberl hat keinen Einfluss auf die Jagdbestimmungen im Nationalpark genommen und dort weder einen Hirsch noch sonst ein Stück Wild geschossen. Dr. Eberl und Herr Pusch haben nicht gemeinsam studiert."

In dieser angespannten Situation wurde zu einer Belegschaftsversammlung eingeladen. Friedhart Knolle: "Während der Versammlung wurden der Leiter des Nationalparks, Andreas Pusch, und sein Stellvertreter, Dr. Hans-Ulrich Kison, sowie vier Referatsleiter gebeten, den Raum zu verlassen."

In Abwesenheit der Leitung beschlossen die 200 Mitarbeiter des Nationalparks folgende Erklärung: "Die gegenwärtige Kritik an der Nationalparkverwaltung ist nicht mehr hinnehmbar. Auf falschen Informationen aufbauend werden Zusammenhänge erfunden und Geschehnisse fingiert – ein Schlag ins Gesicht für die Nationalparkbelegschaft! Wir rufen daher alle Beteiligten der öffentlichen Diskussion dazu auf, Diffamierungen und Beleidigungen einzustellen."

Kison: "Wir sind ein Nationalpark in der Entwicklung. Wir können den Wald noch nicht sich selbst überlassen. Es gab in der Vergangenheit unterschiedliche Auffassungen über den richtigen Weg. Aber beide Seiten haben voneinander gelernt. Die internen Schwierigkeiten sind behoben." Wütend sagt einer der Beschäftigten nach der Versammlung: "Lasst uns doch endlich in Ruhe arbeiten!" Die Kritik von Außen führte zu einer Schulterschluss zwischen den Mitarbeitern aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen – und mit dem Leiter aus Niedersachsen.

Positive Nachrichten für den Nationalpark gab es inzwischen aus Berlin. Astrid Kluge, Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, erklärte auf die Anfrage von Undine Kurth: "Nach Kenntnis der Bundesregierung ist eine am Schutzzweck orientierte Jagd als Wildstandsregulierung in nahezu allen deutschen Nationalparken erlaubt, ja sie ist sogar zur natürlichen Waldentwicklung notwendig."







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