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Waldbericht Ba-Wü

Nur jeder fünfte Baum ist gesund

Bessere Werte als 2006, aber noch keine Erholung vom extremen Trockenjahr 2003

Von Roland Muschel, Südwest Presse, 24.11.07

STUTTGART Der noch unveröffentlichte "Waldzustandsbericht 2007" stuft 40 Prozent der Bäume in Baden-Württemberg als "deutlich geschädigt" ein. Gesund ist nur jeder fünfte. "Der Wald hat sich auch vier Jahr nach dem Extremtrockenjahr 2003 noch nicht grundsätzlich erholt", schreibt Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) im Vorwort zum "Waldzustandsbericht 2007", der am Montag im Kabinett behandelt wird.

Das Gutachten, das der SÜDWEST PRESSE vorliegt, stuft 40 Prozent der Baumbestände im Land wegen starker Nadel- oder Blattverluste, Vergilbungen und abgestorbener Baumpartien als "deutlich geschädigt" ein. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als 2006. Trotz der "Erholungstendenz" gibt der Bericht keine Entwarnung: "Absolut gesehen ist das Schadniveau der Wälder Baden-Württembergs aber nach wie vor sehr hoch." Nur 22 Prozent des Bestand gelten als völlig gesund (2006: 23 Prozent).

Seit der ersten Erhebung 1983 waren die Bäume nur in den letzten drei Jahren stärker durch Wetter- und Umwelteinflüsse geschwächt als derzeit. Die stark geschädigte Waldfläche lag 2003 bei 29 Prozent, war aber 2004 steil auf 40 Prozent, 2006 sogar auf 45 Prozent gestiegen.

Größtes Sorgenkind ist die Eiche, der vor allem blattfressende Raupen zusetzen. In einigen Gebieten gelten über 70 Prozent des Bestands als krank. Der Zustand der Fichten hat sich gegenüber 2006 kaum verbessert. In Oberschwaben, wo über 45 Prozent deutlich geschädigt sind, gilt die Lage als "besonders kritisch". Dagegen haben sich Buchen und Kiefern infolge der häufigen Niederschläge und milden Sommertemperaturen 2007 erholt. Als "äußerst stabil" gelte der Zustand der Tanne, die aufgrund ihrer tief greifenden Wurzeln widerstandsfähiger gegen Witterungsextreme sei.

Aufgrund der hohen Schadstoffeinträge, heißt es im Bericht, würden die Wälder an "chronischer Destabilisierung" leiden. Das erhöhe die Anfälligkeit bei Extremwetterlagen, mit denen infolge des Klimawandels vermehrt zu rechnen sei. Zudem verbessere der Temperaturanstieg die Lebensbedingungen vieler Schädlinge. Daher sei es "zwingend notwendig", die Widerstandsfähigkeit des Waldes zu stärken. Der Bericht mahnt ein langfristiges Programm für Waldkalkungen zur Stabilisierung der Böden an - "unabhängig von den Schwankungen in der Verfügbarkeit" von Etatmitteln.







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