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Aktuell

Luchse und Wildkatzen

26. November, 2007

Nach der Wildkatze jetzt auch der Luchs?

Spuren deuten auf die Rückkehr der scheuen Raubkatze nach Hessen hin
70 Hinweise jährlich


(dpa) - In hessischen Wäldern haben sich wieder zwei äußerst seltene und scheue Katzen angesiedelt. Während die Europäische Wildkatze bereits in mehreren Regionen nachgewiesen wurde, gibt es auf den Luchs bislang nur Hinweise. Doch diese werden immer konkreter.

Es seien eindeutige Pfotenabdrücke der Großkatze mit den charakteristischen Pinselohren gefunden worden, sagte Carsten Wilke vom hessischen Umweltministerium in Hann.Münden. Auch vom Luchs gerissene Beutetiere seien entdeckt worden. Noch gebe es keinen Beweis, dass sich Luchse in Hessen auch vermehren, aber "alle Zeichen sprechen dafür, dass das nur eine Frage der Zeit ist", sagte Wilke.

Rund 70 Hinweise auf Luchse gehen jährlich bei den Naturschutzbehörden in Hessen ein. Im Foto festgehalten wurde ein Luchs in Hessen bisher nur ein einziges Mal, 2005 lief ein Tier der Überwachungskamera eines Baumarkts in Marburg ins Bild. Beobachtungen gab es unter anderem vom Hohen Meißner, aus dem Reinhardswald, dem Lahn-Dill-Bergland, dem Vogelsberg und dem Spessart. Die bis zu 1,30 Meter langen und bis zu 35 Kilo schwere Raubkatzen wurden in Deutschland im 19. Jahrhundert ausgerottet. Heute gibt es wieder gesicherte Vorkommen mit Nachwuchs im Harz und im Bayerischen Wald. Von dort seien möglicherweise Tiere nach Hessen abgewandert, vermuten die Experten.

Wildkatzen im Nationalpark Kellerwald nachgewiesen

Die Europäische Wildkatze gehört ebenfalls zu den seltensten heimischen Säugetierarten. Erstmals sei in diesem Sommer der Nachweis ihres Vorkommens im hessischen Nationalpark Kellerwald südlich des Edersees gelungen, sagte Karl Apel vom Umweltministerium. An Pflöcken, die mit Leim bestrichen und mit einem Lockstoff versehen wurden, waren Katzenhaare hängengeblieben. Die genetische Untersuchung der Haare habe ergeben, dass sie von Wildkatzen stammen. Die grau-getigerten Tiere wirken wegen ihres dicken Fells kräftiger und größer als Hauskatzen. Sie haben einen breiten Kopf, und einen dicken Schwanz mit schwarzen Ringen und schwarzer Spitze. In Hessen leben Wildkatzen in dichten Waldgebieten, darunter im Reinhardswald nördlich von Kassel, im Knüll, Rothaargebirge sowie im Taunus, Rheingau und Spessart.







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