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Wolf erschossen
Sonntag, 16. Dezember, 12:32 Uhr
Frei lebender Wolf im Wendland erschossen
Lüneburg (ddp). Zwei niedersächsische Jäger haben im Wendland einen frei lebenden Wolf erschossen. Das Tier lief den beiden Waidmännern während einer Jagd am Samstag nahe der Ortschaft Gedelitz im Landkreis Lüchow-Dannenberg vor die Flinte, wie ein Polizeisprecher in Lüneburg sagte. Obwohl Wölfe streng unter Schutz stehen und die Jagd auf sie verboten ist, gaben die 46- und 51-jährigen Männer mehrere Schüsse auf das Tier ab und trafen es dabei tödlich. Gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz eingeleitet. Im Mai 2006 war erstmals seit der Ausrottung im Jahre 1904 wieder ein frei lebender Wolf in der Lüneburger Heide fotografiert worden.
Die Männer hatten das Tier nach bisherigen Ermittlungen als Wolf erkannt. Zur Begründung gaben sie an, das Tier sei bereits verletzt gewesen. Möglicherweise wurde es bereits während einer Jagd in einem benachbarten Revier angeschossen. Eine Untersuchung des toten Tiers sollte dies klären.
Der Wolfexperte und Leiter der Forstverwaltung Unterlüß im Regierungsbezirk Lüneburg, Theo Grüntjens, sagte der Nachrichtenagentur ddp, Wölfe wanderten seit etwa anderthalb Jahren aus der Lausitz oder aus Polen zu. Seit Anfang der 90er Jahre seien die Tiere europaweit unter Schutz gestellt.
Jägerschaft und NABU verurteilen Wolfsabschuss im Wendland
Gemeinsame Strafanzeige angekündigt
NABU/DJV Pressemitteilung, 17.12.07
Berlin/Hannover - Mit Unverständnis und Bestürzung haben der Deutsche- Jagdschutzverband (DJV), die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) und der NABU auf die Nachricht vom Abschuss eines frei lebenden Wolfes in Niedersachsen reagiert und eine gemeinsame Strafanzeige angekündigt.
"Die Jägerschaft steht einer natürlichen Rückkehr von Großsäugern positiv gegenüber. Konflikte lassen sich nur durch eine intensive Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden und Verbände sowie das Aufstellen von Managementplänen verhindern. Illegale Abschüsse stellen keine Lösung dar und werden von uns zutiefst verurteilt" so LJN- Präsident Professor Dr. Dr. Klaus Pohlmeyer. "Wir setzen uns für ein Zusammenleben von Menschen und Wölfen in Deutschland ein", so Christian Unselt, NABU-Vizepräsident. Das Beispiel zahlreicher europäischer Länder zeige, dass dies möglich sei. "Wir müssen gemeinsam lernen, mit Rückkehrern wie dem Wolf zu leben", so Pohlmeyer und Unselt.
Trotz umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit und Unterrichtung der örtlichen Jägerschaften wurde auf einer Gesellschaftsjagd am Samstag im Wendland ein Wolf erlegt. Zwei Schützen hatten Schüsse auf das nach ihren Aussagen bereits verletzte Tier abgegeben.
Wölfe unterliegen jedoch dem Naturschutzrecht und gehören zu den streng geschützten Arten. Deshalb dürfen Jäger nicht eigenmächtig verletzte Tiere von ihrem Leid erlösen. DJV-Präsident Jochen Borchert stellte klar: "Sollten Jäger einen verletzten Wolf im Revier antreffen, dann müssen sie unverzüglich die Polizei oder einen Veterinär benachrichtigen. Diese leiten dann die notwendigen Schritte ein."
NABU, Landesjagdverband Niedersachsen und DJV setzen darauf, dass die Hintergründe des Abschusses rasch ermittelt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden.
Ausgehend von der polnischen Wolfspopulation sind die Wölfe wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Nach mehr als 140 Jahren waren im Jahr 2000 in der sächsischen Lausitz erstmals wieder freilebende Wölfe in Deutschland geboren worden. Derzeit leben in Sachsen und Brandenburg vier Familienverbände. Die Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Wölfe liegt bei etwa 35 Tieren.
Die Position der Jägerschaft zum Wolf gibt es im Internet unter www.jagd-online.de, Rubrik über den DJV - Positionen des DJV.
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