AktuellBa-Wü: Streit um Waldpolitik
19. November, 2007 "Unterlassene Hilfeleistung" der RegierungDem Waldzustandsbericht 2007 zufolge sind 40 Prozent des Waldes in Baden-Württemberg "deutlich geschädigt"Stuttgart (dpa/lsw) - Die CDU/FDP-Landesregierung tut nach Ansicht der Opposition nicht genug zum Schutz des Waldes. Die Grünen warfen dem Landwirtschaftsministerium am Mittwoch im Stuttgarter Landtag vor, in den vergangenen 25 Jahren dazu kein Konzept vorgelegt zu haben. "Man kann hier von unterlassener Hilfeleistung sprechen", sagte der Grünen-Forstexperte Reinhold Pix. Das Waldsterben dürfe nicht verharmlost werden. Auch der SPD-Abgeordnete Alfred Winkler sagte, die Regierung tue "zu wenig" für den Wald. Dem im November veröffentlichten Waldzustandsbericht 2007 zufolge sind 40 Prozent des Waldes in Baden-Württemberg "deutlich geschädigt". Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) wies die Kritik zurück und kündigte an, die Kalkung der Waldböden zu intensivieren, damit die Bodenqualität kurzfristig verbessert werde. Gleichzeitig müsse das Holz aus heimischen Wälder in den kommenden Jahren stärker genutzt werden, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. "Intensive Nutzungen stimulieren den Zuwachs, so dass es langfristig gelingt, mehr CO2 auf derselben Fläche zu binden", sagte Hauk. Auch solle mehr Energie aus Biomasse gewonnen werden. Hauk räumte ein, dass es den Wäldern im Land tendenziell schlechter gehe. "Es wird sich auch keine Verbesserung in den nächsten Jahren zeigen", sagte er. Deshalb müsse der Wald durch "Symptombekämpfung" über die kommenden Jahrzehnte gerettet werden. Parallel gelte es, die Ursachen der Waldschäden zu bekämpfen. Pix kritisierte, dass im Nachtragshaushalt zu wenig Geld für den Klimaschutz veranschlagt worden sei. Das Kalkungsprogramm zur Entsäuerung der Böden sei "Symptomkuriererei" und nur teilweise sinnvoll. Die Regierung solle sich stattdessen konsequent zum naturnahen Waldbau bekennen und Konzepte zur Luftreinhaltung vorlegen. Der agrarpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Friedrich Bullinger, warf der Automobilindustrie vor, nicht genug in die Produktion klimafreundlicherer Fahrzeuge zu investieren. "Leider hat die Autoindustrie ihre Glaubwürdigkeit verloren, da sie ihre eigene Selbstverpflichtung nicht eingehalten hat", sagte Bullinger. » zurück |
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