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Aktuell

Update Klimaverhandlungen (1)

Montag, 31. März, 13:03 Uhr

Vorgespräche für neues Weltklima-Abkommen

Bangkok (dpa) - In Thailand haben am Montag die Verhandlungen über ein neues Weltklimaabkommen begonnen. Der Nachfolgevertrag für das Klimaschutzprotokoll von Kyoto soll Ende 2009 in Kopenhagen verabschiedet werden.

«Dies ist der Auftakt zu eineinhalb äußerst arbeitsreichen Jahren, und wir müssen den Erwartungen gerecht werden», sagte der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, in Bangkok. Der Startschuss für die neuen Verhandlungen war im Dezember bei der Weltklimakonferenz auf Bali gefallen. Der neue Pakt soll die Klimaziele ab 2013 setzen. «Wir müssen uns hier auf ein Arbeitsprogramm einigen», sagte die deutsche Delegationsleiterin Nicole Wilke. «Dann geht es ans Eingemachte.»

«Die Herausforderung ist, ein Abkommen zu schaffen, das auf wirtschaftlich haltbare und politisch gerechte Weise den Anstieg der Emissionen in den nächsten 10 bis 15 Jahren stoppt und das Emissions- Niveau bis 2050 dramatisch senkt», heißt es in einer Mitteilung des Weltklimarates. «Nach dem Startschuss der Klimakonferenz von Bali müssen die Staaten der Welt nun ihre Karten auf den Tisch legen», sagte der Geschäftsführer der deutschen Umweltschutzorganisation Germanwatch, Christoph Bals. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace drängt darauf, Emissionen der Luft- und Schifffahrt in einem neuen Weltklimaschutzvertrag zu berücksichtigen. Das nächste Arbeitstreffen findet im Juni am Sitz des Klimasekretariats in Bonn statt.

In Bangkok geht es zum einen um den Umfang technischer und finanzieller Hilfen für Entwicklungsländer. Industrieländer haben sich auf Bali im Dezember im Prinzip verpflichtet, ärmeren Ländern mit Geld und Technologien zu einer umweltschonenden industriellen Entwicklung zu verhelfen. Zum anderen wollen Industrieländer diskutieren, wie sie die im Kyotoprotokoll vereinbarten Reduktionsziele bis 2012 erreichen können. Thema sind etwa Programme, die reichen Ländern die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern erlauben. Die Einsparung durch verhinderte Kohlendioxid-Emissionen können sie sich anrechnen lassen.


Montag, 31. März, 13:23 Uhr

Gespräche über weltweites Klimaabkommen

Bangkok (AP) Die Verhandlungen über ein weltweites Abkommen zum Klimaschutz sind am Montag in eine neue Runde gegangen. Vertreter aus 163 Ländern kamen in Bangkok zusammen, um über die Leitlinien eines solchen Vertrages zu diskutieren. Zu den Themen der einwöchigen Konferenz dürften ein möglicher Technologietransfer sowie Finanzhilfen für ärmere Staaten gehören. Die Gespräche knüpfen an die im Dezember auf Bali erzielte Grundsatzvereinbarung an, bis 2009 einen Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll zu schließen.

Während Einigkeit über die Notwendigkeit herrscht, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu reduzieren, gibt es erhebliche Differenzen in der Frage, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Die EU strebt eine Führungsrolle der westlichen Industriestaaten an. Die USA verlangen, dass sich auch China und Indien zu einer drastischen Kürzung der Kohlendioxid-Emissionen verpflichten.

Der Leiter des UN-Klimasekretariats (UNFCCC), Yvo de Boer, sagte, der Weltklimagipfel auf Bali habe in der Öffentlichkeit große Erwartungen geweckt. «Diese Erwartungen müssen wir erfüllen», sagte de Boer als Gastgeber der Konferenz. Auch Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an die Delegierten. Es gehe um die Rettung des Planeten, mahnte Ban in einer Videobotschaft. «Entschlossenes Handeln in den nächsten Jahrzehnten kann noch verhindern, dass die schlimmsten Vorhersagen Wirklichkeit werden», sagte er. Die Welt warte auf langfristige und ökonomisch machbare Lösungen.


1. April, 2008

Arme Länder verlangen Milliarden für Klimaschutz

Bangkok (AP) Für wirksame Maßnahmen zum Klimaschutz verlangen arme Staaten Finanzhilfen in Milliardenhöhe. Andernfalls wollten sie das für 2009 geplante Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll nicht mittragen, warnten Delegierte aus Entwicklungsländern am Dienstag auf der internationalen Klimakonferenz in Bangkok. «Wenn eine Einigung auf die praktische Umsetzung notwendiger Maßnahmen nicht Teil des Abkommens ist, gibt es für uns keinen Anreiz beizutreten», erklärte Selwin Hart aus Barbados.

Die Gruppe der 77 (G-77), die sich aus Entwicklungs- und Schwellenländern zusammensetzt, erklärte, ihre Mitglieder könnten ihre knappen Ressourcen nicht für den Klimaschutz einsetzen, wenn ihnen keine anderen Perspektiven geboten würden. Zunächst müsse ihnen bei der Anpassung ihrer Volkswirtschaft an die neuen Erfordernisse geholfen werden, betonte Gruppensprecher John Ashe. Es handle sich um eine gewaltige Aufgabe, die umgehend in Angriff genommen werden müsse.

In Bangkok beraten seit Montag Delegierte aus 163 Ländern über die Leitlinien eines neuen globalen Klimaschutzabkommens. Die Gespräche knüpfen an die im Dezember auf Bali erzielte Grundsatzvereinbarung an, bis 2009 einen Nachfolgevertrag für das Kyoto-Protokoll zu schließen. Schon auf Bali waren die Forderungen der Entwicklungsländer nach Finanzhilfen ein Streitpunkt, der fast zum Scheitern der Gespräche geführt hätte. Schließlich wurde ein Hilfsfonds eingerichtet, dessen Einlagen nach UN-Schätzungen jedoch bei weitem nicht ausreichen.

Al Gore startet Kampagne für Klimaschutz in den USA

In den USA startete Friedensnobelpreisträger Al Gore eine neue Kampagne für den Klimaschutz. «Wenn die Politiker hören, dass die Amerikaner laut und deutlich nach einem Wandel rufen, werden sie zuhören», erklärte der frühere US-Vizepräsident am Montag zu Beginn der Aktion «We» (Wir) in Nashville. Die von ihm gegründete Allianz für den Klimaschutz will die Öffentlichkeit gezielt über die Gefahren der Erderwärmung informieren und die Politiker zum Handeln aufrufen.

Geplant ist unter anderem eine Anzeigenkampagne, in der die notwendigen Anstrengungen für den Klimaschutz mit historischen Leistungen der USA verglichen werden sollen. So wie es gelungen sei, den Zweiten Weltkrieg zu gewinnen, die Rassentrennung in den USA zu überwinden und den ersten Menschen zum Mond zu bringen, so sollte man auch dem Klimawandel entschlossen angehen, erklärten die Organisatoren.

In den kommenden drei Jahren sollen in die Kampagne 300 Millionen Dollar (189,7 Millionen Euro) investiert werden. Gore hat dafür nach Angaben seiner Allianz seine privaten Einkünfte aus dem Buch und dem Film «Eine unbequeme Wahrheit» gespendet sowie einen Teil des Geldes, das er für den Friedensnobelpreis im vergangenen Jahr erhielt.







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