AktuellFolgen des Klimawandels
Mittwoch, 9. April, 06:02 Uhr Münchner Rück: Volle Wucht des Klimawandels trifft uns erst nochBerlin (AP) Der Vorstandsvorsitzende der Münchner Rück, Nikolaus vom Bomhard, hat eindringlich vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. «Die volle Wucht der Folgen des Klimawandels trifft uns aber erst noch. Wir sehen heute erst die Vorzeichen», sagte der Chef eines der weltweit größten Rückversicherer. So seien die Zunahme der extremen Wetterereignisse wie Stürme, Starkregen oder Dürren «eindeutig Folgen des Klimawandels».Von Bomhard forderte die Politik auf, noch entschiedener für den Klimaschutz einzutreten. «Die Politiker haben erkannt, wie wichtig das Thema ist und handeln. Sie haben aber Schwierigkeiten in der Umsetzung. Denn wir können die Herausforderung Klimawandel nicht heute lösen», sagte er. Die Folgen der Maßnahmen, die jetzt entschieden werden, sähe man erst in 20 oder 30 Jahren. Die Münchner Rück hat die weltweit größte Schadensdatenbank und erfasst seit mehr als 30 Jahren die Folgen des Klimawandels, wie die Zeitung schreibt. Montag, 7. April, 13:22 Uhr WHO warnt vor dramatischen Gesundheitsfolgen von KlimawandelGenf (AFP) - Zum 60. Jahrestag ihrer Gründung hat die Weltgesundheitsorganisation der UNO vor dramatischen Gesundheitsfolgen des Klimawandels gewarnt. "Die Tatsache des Klimawandels kann nicht mehr bezweifelt werden", sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf. Die Folgen des Klimawandels seien schon heute zu spüren. Extremes Wetter wie Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen bedeuteten große Gesundheitsgefährdungen durch die Verbreitung von Krankheiten sowie die Zerstörung von Wohnraum und Lebensgrundlagen, warnte Chan.Es seien die armen Länder, welche die große Last der Klimaprobleme tragen müssten. Dabei nannte sie als konkrete Beispiele jüngste Überschwemmungen in Angola, die zu einer Ausbreitung der Cholera geführt hatten. Chans Stellvertreter David Hayman sprach von einem regelrechten "Meningitis-Gürtel", der Schwarz-Afrika überziehe und der auf größere Trockenheit zurückzuführen sei. Klimawandel solle im Jubliäumsjahr die oberste Priorität der WHO sein, sagten Vertreter der UN-Organisationen auf weltweiten Veranstaltungen. Als die Organisation 1948 gegründet worden sei, habe ihre Hauptaufgabe darin bestanden, eine ganz elementare Gesundheitsversorung in einer vom Krieg zerstörten Welt wiederherzustellen, erinnerte Chan. Diese Herausforderungen hätten sich bis heute "tiefgreifend verändert". Die Erderwärmung ist der WHO zufolge jährlich mehr oder weniger direkt für 150.000 Todesfälle und fünf Millionen Kranheitsfälle weltweit verantwortlich. Der Weltklimarat hatte jüngst darauf hingewiesen, dass die Folgen des Klimawandels in armen Ländern am meisten zu spüren sind. Malaria, Cholera, Unterernährung, Hitzeschläge und Pollenallergien drohten immer mehr zuzunehmen. Gefahr durch Klimawandel schon spürbarNABU veranstaltet Konferenz „Klimawandel und Biodiversität"NABU Pressemitteilung, April 2008 Mit Blick auf den sich immer weiter beschleunigenden Klimawandel hat der NABU mehr Spielraum für die Natur gefordert. „Das Klima wandelt sich immer rascher und unser bis zum Anschlag genutzter Naturhaushalt hat kaum noch Möglichkeiten, sich daran anzupassen. Ein Teil der Politik hat das leider bis heute nicht verstanden“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich der zweitägigen Konferenz „Klimawandel und Biodiversität“ in Berlin. Gefährdet sind neben der Artenvielfalt auch kostenfreie „Serviceleistungen“ der Natur wie das Trinkwasserangebot oder die Filter- und Speicherfunktion von Böden. „Dieser akuten Bedrohungslage muss von allen – vom Gesetzgeber bis hin zum Praktiker vor Ort – Rechnung getragen werden“, betonte der NABU-Präsident. Vor diesem Hintergrund ist der aktuelle Streit um ein einheitliches Umweltgesetzbuch und die Blockadehaltung des Bundeslandwirtschafts- und des Verkehrsministers nicht nachvollziehbar. Tschimpke: „Die Sicherung unserer Tier- und Pflanzenwelt und damit unserer Lebensqualität darf nicht den wirtschaftlichen Interessen Einzelner aus Forst-, Landwirtschaft und Industrie geopfert werden.“ Hartmut Graßl vom Max-Planck-Institut für Meteorologie und NABU-Kuratoriumsmitglied betonte, wie stark der vom Menschen verursachte Klimawandel bereits sichtbar sei. „Unsere Emissionen haben Einfluss auf das gesamte Erd- und Klimasystem: die Temperaturen steigen und die Niederschläge verändern sich schnell und mit großen regionalen Unterschieden. Auch die Auswirkungen auf die Natur sind bereits sichtbar. Viele Organismen verändern ihre Verbreitungsgebiete oder ihre Lebensweise, so dass bestehende Lebensgemeinschaften zerrissen werden können“. „Zwischen 5 und 30 Prozent der in Deutschland vorkommenden Tier- und Pflanzenarten könnten bis zum Ende dieses Jahrhunderts durch den Klimawandel gefährdet sein“, erklärte Horst Korn vom Bundesamt für Naturschutz. Der Naturschutz könne als Sicherung der biologischen Vielfalt zu Klimaschutz und Anpassung gleichermaßen beitragen. „Ökosysteme haben nicht nur die Fähigkeit, Treibhausgase aufzunehmen und zu speichern, etwa in der Biomasse von Wäldern und den Torfschichten der Moore. Die Vielfalt von Lebensräumen, Arten und genetischen Informationen ist auch die wichtigste Grundlage für die Anpassungsfähigkeit der Natur und somit letztlich auch des Menschen.“ Während der Konferenz am 8. und 9. April diskutierten Fachleute aus Forschung, Politik, Verbänden, Behörden und Medien auf Einladung des NABU im Rahmen des Projektes „Klimawandel und Biodiversität“ über den Stand der Forschung zu den Folgen des Klimawandels, aber auch über die Rolle und Perspektiven des Naturschutzes sowie der ehrenamtlichen Arbeit. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Tiefensee muss Flugverkehr eindämmenStudie prognostiziert dramatische KlimabelastungenBUND Pressemitteilung, 9.4.08 Berlin: Der Energieverbrauch und damit die CO2-Emissionen des Flugverkehrs nehmen in Deutschland pro Jahr um etwa dreieinhalb Prozent zu. Der Anteil der Fliegerei an den gesamten Klimabelastungen beträgt derzeit rund acht Prozent. Bei Fortsetzung des gegenwärtigen Wachstums werden die Klimawirkungen des Fliegens bereits in fünf Jahren die des heutigen Pkw-Verkehrs übersteigen. Dieser ist in Deutschland für jährlich rund 100 Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid verantwortlich. Vermeiden lässt sich ein solches Szenario nur, wenn der Flugverkehr in ein wirksames Emissionshandelssystem einbezogen wird, Kurzstreckenflüge unterbleiben, das entsprechende Passagieraufkommen auf die Bahn verlagert und die vorhandenen Flughäfen nicht weiter ausgebaut werden. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute veröffentlichten umfangreichen Expertise mit dem Titel "Luftverkehrsstudie 2007: Im Steigflug in die Klimakatastrophe?". Verfasser ist der Wuppertaler Flugverkehrsexperte Karl Otto Schallaböck, weitere Auftraggeber der Studie waren der Bund Naturschutz und die Grünen in Bayern. Schallaböck: "Analysiert habe ich vor allem den Stand und die zu erwartende Entwicklung des Luftverkehrs. Herausgekommen ist, dass ein Ausbau der Flughäfen wie an den verschiedenen Standorten geplant die Klimaschutzziele der Bundesregierung komplett unterlaufen wird. Bereits 2013 würde der Flugverkehr die Klimawirkung sämtlicher Pkw auf deutschen Straßen übertreffen. Leider werden die Klimalasten des Fliegens total unterschätzt. Geht die Bundesregierung in ihren Klimabilanzen von zwei Prozent aus, die heute auf das Konto der Fliegerei gehen, ist die tatsächliche Klimalast nach den Kriterien des Weltklimarates bereits rund dreimal so hoch. Dies bezieht sämtliche Klimawirkungen des Fliegens ein, die Bundesregierung hingegen berücksichtigt nur einen Teil davon." Wegen der dramatischen Datenlage erwartet der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger von der Bundesregierung jetzt geeignete Vorschläge zur Eindämmung des Flugverkehrs: "Vor einem Jahr hat die Bundesregierung auf Schloss Meseberg in ihrem Energie- und Klimaprogramm die Senkung der CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent beschlossen. Das Programm enthält zwar Maßnahmen für den Straßenverkehr und zur Stärkung der Bahn, der rasant wachsende Flugverkehr wird aber weitgehend ausgeklammert. Als einzige Maßnahme soll der Luftverkehr ab 2012 in den europäischen Emissionshandel einbezogen werden. Es ist unbedingt erforderlich, dass dabei alle Klimawirkungen des Fliegens, auch jene die über die schädlichen Wirkungen des Kohlendioxids hinausgehen, vollständig berücksichtigt werden. Hier muss Umweltminister Gabriel für Nachbesserungen sorgen. Aber auch die Abschaffung der Steuerbefreiung für Kerosin muss endlich kommen." Der BUND-Verkehrsexperte Werner Reh appellierte vor allem an Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, die Vorschläge aus der Studie des Wuppertal-Institutes aufzugreifen. Tiefensees in Kürze zu erwartender "Masterplan zur Entwicklung der Flughafeninfrastruktur" dürfe das Luftverkehrswachstum nicht mit zusätzlichen Start- und Landebahnen ankurbeln. Die Studie führe detailliert aus, wie durch Optimierungen und Verlagerung eines Teils des Passagieraufkommens auf die Bahn die Zahl innerdeutscher Flugbewegungen am Frankfurter Rhein-Main-Flughafen um ein Zehntel und auf dem Münchener Franz-Josef-Strauß-Airport sogar um die Hälfte reduziert werden könnten. Voraussetzungen dafür seien u. a. das Streichen nicht ausgelasteter und das Zusammenfassen schwach ausgelasteter Flüge sowie die Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf parallele Angebote der Bahn. Die Bundesregierung als Alleineigentümer der DB AG müsse die Vorraussetzungen für solche Verlagerungen schaffen und für eine bessere Kooperation zwischen Bahn und Fluggesellschaften sorgen. Beendet werden müsse auch der Wildwuchs von Flughäfen mit Unterstützung durch staatliche Subventionen. Derzeit gebe es 257 Flughäfen und Flugplätze, davon allein 40 in Bayern. Damit habe Deutschland bereits die höchste Flughafendichte der Welt. Dienstag, 8. April, 13:50 Uhr Wegen Klimawandels droht BierknappheitWellington (AP) Auch Biertrinker werden wahrscheinlich in den kommenden Jahrzehnten die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen. Besonders in Australien könnte die Braugerste knapp werden, prognostizierte der Klimaforscher Jim Salinger vom neuseeländischen National Institute of Water and Atmospheric Research in Wellington. Braugerste ist neben Wasser der Hauptbestandteil von Bier.«Entweder wird es Kneipen ohne Bier geben oder das Bier wird teurer», erklärte Salinger. Und nicht nur Australien und Neuseeland werden diese speziellen Folgen der Erderwärmung zu spüren bekommen. Salinger erwartet einen Rückgang der Bierproduktion aufgrund des Klimawandels innerhalb von 30 Jahren. «Die meisten Gebiete Australiens, in denen Braugerste angebaut wird, werden wahrscheinlich Ernterückgänge haben», erklärte der Klimaforscher. Die Brauindustrie stehe vor zahlreichen Herausforderungen. Dazu gehöre auch, nach neuen Sorten Ausschau zu halten, die besser Hitze und Trockenheit vertragen. Der neuseeländisch-australische Brauereikonzern Lion Nathan's hat die Auswirkungen des Klimawandels schon zu spüren bekommen, wie Direktor Liz Read erklärte. So seien die Preise für Gerstenmalz und Zucker bereits deutlich gestiegen. Montag, 7. April, 14:19 Uhr «Ultravioletter Frühling»Washington (ddp). Nicht nur ein weltweiter Atomkrieg hätte verheerende Folgen. Schon ein regional begrenzter nuklearer Konflikt wie etwa zwischen Indien und Pakistan könnte ein Ozonloch von fast globalem Ausmaß reißen. Das zeigen amerikanische Forscher anhand einer Computersimulation. Den Berechnungen zufolge erhöhten sich durch aufsteigenden Rauch die Temperaturen in der oberen Atmosphäre. Dadurch beschleunigten sich chemische Reaktionen, bei denen Ozon abgebaut würde, berichten die Forscher um Michael Mills von der Universität von Kalifornien in Boulder in der Fachzeitschrift «PNAS» (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0710058105).In ihrer Computersimulation simulierten Mills und seine Kollegen die Auswirkungen eines Atomkriegs zwischen zwei Ländern in den Breitengraden von Indien und Pakistan. Sie gingen dabei von Explosionen mit der 100-fachen Stärke der Atombombe aus, die 1945 über der japanischen Stadt Hiroshima abgeworfen wurde. Der von den Abwurfstellen aufsteigende Rauch gelangt bis in die Stratosphäre, was einer Höhe von 15 bis 50 Kilometern entspricht. Dieser absorbiert die Sonnenstrahlung und lässt die Temperaturen im Bereich der Ozonschicht im ersten Jahr um 30 bis 60 Grad ansteigen. Die erhöhte Temperatur wiederum beschleunigt Reaktionen, die zum Abbau von Ozon führen, fanden die Forscher heraus. Diese Abnahme der Ozonschicht variiert nach Breitengrad, aber für drei Jahre würde die Schicht weltweit durchschnittlich auf das Niveau des heutigen antarktischen Ozonlochs zurückgehen. Auf dieses als «ultravioletter Frühling» bezeichnete Phänomen haben Forscher bereits früher hingewiesen. Doch wie die Simulation nun zeigte, sind die Auswirkungen schwerwiegender als bislang angenommen, da in früheren Studien die Erhitzung der oberen Atmosphärenschichten nicht genau berücksichtigt wurde. «Die große Überraschung ist, dass laut unserer Studie bereits ein regionaler nuklearer Konflikt eine stärkere Zerstörung der Ozonschicht verursachen würde, als es bislang für einen weltweiten Atomkrieg vorhergesagt wurde», sagt Brian Toon, Co-Autor der Studie. Erkrankungen wie Hautkrebs und Grauer Star würden dadurch ebenso zunehmen wie Schäden an Pflanzen, Tieren und Ökosystemen. Schon in den 1980er Jahren hatten Studien über einen möglichen Atomkrieg zum Modell des «Nuklearen Winters» geführt. Danach würden durch nukleare Explosionen große Mengen Rauch, Ruß und Staub in die Atmosphäre gelangen. Dies absorbierte große Teile des Sonnenlichts, wodurch die Temperaturen auf der Erde auf winterliche Werte sinken würden. » zurück |
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