Aktuell


Greenpeace-Urwaldaktion

8. Mai, 2008

Greenpeace fordert zwei Milliarden Euro für Urwaldschutz

(AFP) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Bundesregierung aufgefordert, zwei Milliarden Euro pro Jahr für den Urwaldschutz bereitzustellen. Dazu entrollten Aktivisten vor dem Berliner Reichstag einen Geldschein mit dem Bild der Bundeskanzlerin.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Bundesregierung aufgefordert, zwei Milliarden Euro pro Jahr für den Urwaldschutz bereitzustellen. Um diese Forderung zu unterstreichen, entrollten Greenpeace-Aktivisten vor dem Reichstagsgebäude in Berlin einen überdimensionalen Geldschein mit einem Bild von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Zur Gegenfinanzierung sollten im gleichen Umfang klimaschädliche Subventionen beim Flug- und Autoverkehr gestrichen werden. Die Finanzierung von Schutzgebieten ist ein zentrales Thema der UN-Konferenz für biologische Vielfalt ab dem 19. Mai in Bonn, die auch Gegenstand einer Debatte im Bundestag war.

"Die Kanzlerin hat bislang kein Konzept vorgelegt, wie sie den UN-Gipfel zu einem Erfolg führen will", erklärte dazu der Greenpeace-Urwaldexperte Martin Kaiser. Vor allem gegen die dramatische Unterfinanzierung des Urwald- und Artenschutzes sei bislang keine Initiative der Bundesregierung erkennbar. Nach Berechnungen von Experten müssten die Industriestaaten insgesamt 15 Milliarden Euro jährlich bereitstellen, um ein weltweites Netz von Wald-Schutzgebieten einzurichten. Dadurch würden sich auch die CO2-Emissionen deutlich verringern, die zu 20 Prozent durch die Vernichtung von Urwäldern entstehen. Die norwegische Regierung hat angekündigt, sie werde in den kommenden fünf Jahren einseitig jeweils eine halbe Milliarde Euro in den Urwaldschutz investieren.


UN-Urwaldkonferenz: Kanzlerin ohne Konzept

Greenpeace protestiert am Bundestag fuer den Schutz der Urwaelder

Greenpeace Pressemitteilung, 8.5.08

Berlin, 8. 5. 2008 - 40 Greenpeace-Aktivisten haben heute einen ueberdimensionalen Geldschein mit einem Bild von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Treppe vor dem Reichstagsgebaeude in Berlin entrollt. Die Aktivisten fordern damit die Bundeskanzlerin auf, sich fuer den Schutz der letzten Urwaelder einzusetzen und dafuer jaehrlich zwei Milliarden Euro zur Verfuegung zu stellen. Die Finanzierung von Schutzgebieten fuer den weltweiten Arten- und Klimaschutz ist eines der umstrittensten Themen der kommenden UN-Biodiversitaetskonferenz (Convention on Biological Diversity) in Bonn. Der Bundestag hat heute ueber die deutsche Position fuer die UN-Konferenz beraten, die vom 19. bis 30. Mai unter deutscher Schirmherrschaft stattfindet. In der Bundestagsdebatte stellte Umweltminister Sigmar Gabriel fest, dass ein Scheitern der UN-Konferenz nicht auszuschliessen sei.

"Die Kanzlerin hat bisher kein Konzept vorgelegt, wie sie den UN-Gipfel zu einem Erfolg fuehren will", sagt Martin Kaiser, Urwaldexperte von Greenpeace. "In ihrer Fraktion hatte Frau Merkel vor einem Monat angekuendigt, sie wolle eine Fuehrungsrolle fuer den Schutz der Biodiversitaet uebernehmen. Wer von der Bundestagsdebatte heute erwartet hat, dass die Kanzlerin diesen Worten auch Taten folgen laesst, wurde enttaeuscht."

Vor allem gegen die dramatische Unterfinanzierung des Urwaldschutzes und der Biodiversitaets-Konvention ist bisher keine Initiative Merkels erkennbar. Die Industrielaender muessten nach Auffassung von Experten jaehrlich 15 Milliarden Euro bereit stellen, um ein weltweites Netz von Wald-Schutzgebieten einzurichten. Dadurch wuerden sich auch die weltweiten Treibhausgasemissionen drastisch verringern, die zu 20 Prozent durch die Zerstoerung von Urwaeldern entstehen. Die norwegische Regierung hatte schon Ende 2007 angekuendigt, in den kommenden fuenf Jahren eine halbe Milliarde Euro jaehrlich in den Schutz der Urwaelder zu investieren. "Allein durch den Abbau von klimaschaedlichen Subventionen beispielsweise beim Flug- und Autoverkehr koennte die Kanzlerin zwei Milliarden Euro pro Jahr ohne Belastung des Haushaltes fuer den Biodiversitaetsschutz bereit stellen", sagt Kaiser.

Zur CBD-Konferenz in Bonn werden rund 5000 Teilnehmer aus 189 Staaten erwartet. Hoch umstrittene Themen sind vor allem der Wald- und Meeresschutz, die Nutzung genetischer Ressourcen, der Anbau von Pflanzen fuer "Biotreibstoffe" und die fehlende Finanzierung von Naturschutzgebieten. Bei vielen Themen ist derzeit noch keine Einigung in Sicht. So lehnt vor allem Brasilien eine verbindliche Regelung zur Bekaempfung des illegalen Holzeinschlags ebenso ab wie die Festlegung von Kriterien fuer eine nachhaltige Biomasse-Produktion durch die CBD. Die Industriestaaten sind hingegen bisher nicht bereit, ausreichend Geld fuer die Umsetzung der Konvention bereit zu stellen.


Debatte zur UN-Biodiversitätskonferenz von Protesten begleitet

Von Antonia Berndt, Greenpeace-Online, 8.5.08

Am Donnerstag haben 40 Greenpeace-Aktivisten in Berlin für die Finanzierung von Urwald-Schutzgebieten protestiert. Die Greenpeacer entrollten einen überdimensionalen Geldschein auf der Treppe vor dem Bundestag. Derweil fand im Bundestag eine Debatte zur UN-Biodiversitätskonferenz (CBD) statt.

Auf der riesigen 2-Milliarden-Euro-Banknoten ist ein Bild von Angela Merkel zu sehen. Greenpeace fordert die Kanzlerin auf, sich aktiv für den Urwaldschutz einzusetzen. Als Gastgeberin der diesjährigen CBD soll sie mit gutem Beispiel voran gehen und zwei Milliarden Euro für den Urwaldschutz bereitstellen.

Bisher ist keine Initiative Merkels gegen die Unterfinanzierung der Biodiversitäts-Konvention bemerkbar. Nach Auffassung von Experten müssten die Industrieländer jedoch jährlich 15 Milliarden Euro für ein weltweites Netz von Schutzgebieten investieren.

Auch Deutschland kann zu der Finanzierung beitragen. Dazu Martin Kaiser, Greenpeace-Urwaldexperte: "Allein durch den Abbau von klimaschädlichen Subventionen beispielsweise beim Flug- und Autoverkehr könnte die Kanzlerin zwei Milliarden Euro pro Jahr ohne Belastung des Haushaltes für den Biodiversitätsschutz bereit stellen."

Die CBD findet ab dem 19. Mai in Bonn statt. Rund 5000 Delegierte aus 189 Staaten werden erwartet. Zu den umstrittensten Themen gehört auch die Finanzierung von Naturschutzgebieten. "Umweltminister Gabriel sagte, die Regierung könnte ein Scheitern der Konferenz nicht ausschließen. Aber weder er noch die Kanzlerin haben gesagt, wie die Bundesregierung dieses Scheitern verhindern will", berichtet Kaiser.

Schon vor sechs Jahren wurde die Ausbremsung des Verlustes von Arten und Lebensräumen bis 2010 auf dem Umweltgipfel von Johannesburg beschlossen. Doch bisher sind die Hauptursachen wie die Urwaldabholzung nicht gestoppt. Gelinge es in Bonn nicht, die Hauptverursacher zu bremsen, könne das Ziel nicht mehr erreicht werden, so Kaiser. Wenn in Bonn nichts passiere, würden auch die Probleme um Klimaerwärmung, Biodiversitätsverlust aber auch um Hunger und Armut dramatisch verschärft.







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