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GfbV-Report "Indigene Völker"

Ureinwohner fordern ein Ende des Ausverkaufs ihrer Ressourcen und ihres Wissens

Weltnaturschutzkonferenz in Bonn (19. - 30. Mai.): GfbV legt Report zur Lage indigener Völker vor

GfbV Pressemitteilung, 15.5.08

Mehr als 120 Vertreter von Ureinwohnern aus aller Welt werden auf der am Montag in Bonn beginnenden 9. Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention ein Ende des Ausverkaufs der Rechte indigener Völker fordern. Dies erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag in Göttingen bei der Vorstellung eines neuen Menschenrechtsreportes zu Biodiversität und indigenen Völkern.

In der Diskussion um einen wirksamen Artenschutz werde kaum wahrgenommen, dass das Überleben von weltweit etwa 370 Millionen Ureinwohnern massiv vom Verlust der Artenvielfalt bedroht sei, erklärte die Menschenrechtsorganisation in dem 37 Seiten umfassenden Report.

Die Biodiversitätskonferenz, an der 188 Vertragsstaaten teilnehmen werden, biete die Chance eines wirksamen Schutzes der Rechte von mehr als 5000 indigenen Gemeinschaften in 75 Staaten. Nicht nur die Folgen des Klimawandels und der Zerstörung der Regenwälder bedrohten die Artenviel-falt und das Überleben von Millionen Ureinwohnern. Als massiven Eingriff würden die indigenen Völker auch die Bemühungen von Pharmakonzernen und großen agro-industriellen Unternehmen betrachten, das traditionelle und medizinisch verwertbare Wissen indigener Kulturen für sich in Form von Patenten nutzbar zu machen. Denn die Ureinwohner würden weder zuvor gefragt, noch hätten sie irgendeine Einspruchsmöglichkeit oder würden angemessen an den daraus erzielten Gewinnen beteiligt.

Immer mehr indigene Völker sähen nicht mehr ein, warum seit Generationen überliefertes Wissen nur von Fremden genutzt werden dürfe und werteten dieses Verhalten großer Unternehmen als Biopiraterie. Nachdrücklich forder-ten die Ureinwohner einen wirksameren Schutz der Biodiversität und ihres traditionellen Wissens. So verlangten sie, dass biologische Ressourcen nur verwertet werden dürften, wenn die von ihnen lebenden Ureinwohner dem zuvor zugestimmt hätten. Nur so könne einer unerwünschten Erforschung und einseitigen wirtschaftlichen Nutzung von traditionellem Wissen und von Heilpflanzen indigener Völker wirksam vorgebeugt werden. Dies sei wichtig, um einen Raubbau an biologischen Ressourcen zu verhindern, der allzu oft die unmittelbare Folge wissenschaftlicher Erforschung dieser Pflanzen sei.

Immer häufiger versuchten indigene Völker, juristisch gegen die Biopiraterie vorzugehen. Doch nur in wenigen Fällen sei es ihnen bislang gelungen, wirksam ihre Rechte zu sichern. Daher ruhten nun viele ihrer Erwartungen auf der Weltnaturschutzkonferenz, die die Möglichkeit biete, diesen Raubbau zu beenden und das Überleben indigener Völker zu sichern.

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