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Preis für Al Gore

Dienstag, 20. Mai, 16:52 Uhr

Gore appelliert an Gerechtigkeitssinn im Kampf gegen Klimawandel

Tel Aviv (AP) Im Kampf gegen die globale Erwärmung hat der frühere US-Vizepräsident Al Gore die Menschheit aufgerufen, die Welt als Ganzes zu betrachten. Dafür sei eine höhere Bewusstseinsebene notwendig, sagte Gore am Dienstag in Tel Aviv. Die sinkenden Pegelstände in Israel und weiteren Ländern des Nahen Ostens bezeichnete der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Umweltschützer als eines der deutlichsten Anzeichen für den weltweiten Klimawandel.

Gore würdigte vor einer Präsentation an der Universität von Tel Aviv die Bewässerungssysteme Israels. Er warnte aber zugleich vor weiter sinkenden Wasserständen in den Seen und Flüssen des Nahen Ostens. Nach Angaben von Umweltschutzgruppen werden die natürlichen Ressourcen von der Landwirtschaft Israels belastet. Etwa die Hälfte des zur Verfügung stehenden Wassers sei für Ackerbau vorgesehen, heißt es in einem Bericht der Organisation Friends of the Earth Middle East.

Gore appellierte an den «Gerechtigkeitssinn» des jüdischen Volkes, sich angesichts der weltweiten Klimakrise für Umweltschutz zu engagieren. Der Pegelstand des Toten Meeres ist in den vergangenen 25 Jahren um etwa einen Meter pro Jahr zurückgegangen. Der Jordan ist an manchen Stellen nur noch einige Zentimeter tief.

Am Montagabend wurde Gore in Tel Aviv für seine Bemühungen um den Klimaschutz und seine Hinweise auf den übermäßigen Verbrauch fossiler Brennstoffe mit dem Dan-David-Preis ausgezeichnet. Ein Zehntel des Preisgeldes von umgerechnet 640.000 Euro will er jungen Forschern spenden, der Rest soll an seine Alliance for Climate Protection gehen. Die internationale Gemeinschaft stehe einer «planetarischen Notlage» gegenüber, erklärte Gore. «Dieser Ausdruck klingt für manche schrill, aber er ist leider ziemlich korrekt.»


Dienstag, 20. Mai, 19:55 Uhr

Bundesregierung wird laut Studie Klimaziele verfehlen

München (AP) Die Bundesregierung wird laut einer Studie möglicherweise ihre Klimaziele nicht schaffen. Das «integrierte Energie- und Klimaprogramm» werde nur etwa die Hälfte der angestrebten Kohlendioxid-Minderung erreichen, heißt es laut «Süddeutscher Zeitung» in einer Studie des Umweltinstituts Ecofys für die Grünen-Bundestagsfraktion. Deutschland werde 2020 nicht 40 Prozent weniger CO2 verursachen als 1990, sondern nur 28 Prozent.

Allerdings seien 18 Prozent schon jetzt geschafft - das «Meseberg-Paket», ursprünglich Herzstück der deutschen Klimapolitik, bringe nur zehn Prozent zusätzliche Einsparungen, heißt es. Gründe seien nach Auffassung der Umweltexperten übertrieben optimistische Annahmen und nachträgliche Verschlechterungen im Gesetzespaket.

So seien etwa die Pläne für eine Förderung effizienter Kraftwerke «nicht ambitioniert genug». Bei verschärften Vorgaben für die Sanierung von Gebäuden verzichte der Bund auf Kontrollen und Sanktionen. Zuletzt hatte die Bundesregierung zudem ihr Ziel aufgeben müssen, den Anteil von Biosprit zu erhöhen. Gleichzeitig verfehle das Paket das Ziel, den Stromverbrauch drastisch zu senken.


Montag, 19. Mai, 05:25 Uhr

Studie: Mehr Hurrikans nicht wegen Erderwärmung

Washington (AP) Die Zunahme von Wirbelstürmen im Atlantik ist einer Studie zufolge nicht auf die Erderwärmung zurückzuführen. Höhere Temperaturen werden sogar für einen Rückgang von Hurrikans auf dem Ozean und an Land führen, wie der Meteorologe Tom Knutson am Sonntag berichtete. Die Studie könnte zu einer neuen Debatte über die Auswirkungen der Erderwärmung auf den Atlantischen Ozean führen.

Seit dem verheerenden Hurrikan «Katrina» im Jahr 2005 sind die Stürme ein Symbol für die Klimaveränderung. Viele Experten sahen bislang einen Zusammenhang zwischen höheren Wassertemperaturen und der Zunahme der Stürme. Andere bezweifeln einen Zusammenhang und sehen natürliche Schwankungen als Grund.

Knutson hat wiederholt vor den Auswirkungen des Klimawandels gewarnt. Jetzt schrieb er, dass die Zunahme von Hurrikans und die Erderwärmung nicht zusammenhingen und beruft sich dabei auf ein Computermodell. Demnach wird die Zahl der Hurrikans im Atlantik bis zum Ende des Jahrhunderts um 18 Prozent abnehmen. An Land könnte dies noch drastischere Folgen haben: In den USA sagt der Forscher einen Rückgang um 30 Prozent voraus. Die Zahl der schwersten Stürme geht laut Studie um acht Prozent zurück. Allerdings gibt es nicht nur positive Aspekte, wie aus der Studie hervorgeht. Hurrikans und tropische Stürme werden nasser und heftiger.

Mehrere Wissenschaftler kritisierten Knutson und wiesen auf Schwächen der Modellrechnung hin. Der Meteorologe gestand ein, dass das Modell nur einen groben Überblick liefere und sich nicht mit einzelnen Stürmen und ihren Stärken befasst. Die Studie wurde am Sonntag im Internet vom Magazin «Nature Geoscience» veröffentlicht.


Dienstag, 20. Mai, 13:17 Uhr

Karton-Känguru forscht in Australien über die Erderwärmung

Melbourne (AFP) - Ein riesiges weißes Karton-Känguru ist in die Bücher wissenschaftlicher Forschung "gehopst": Das große Papptier aus zahllosen weißen Kartons wurde auf dem Gelände der Monash-Universität im australischen Melbourne von Studenten und Lehrkräften ausgelegt - es kommt auf Umrisse von 32 mal 18 Meter. Mit dem Riesen-Känguru soll gemessen werden, wieviel Licht die Erde zurück zur Sonne reflektiert. Die Forscher erhoffen sich davon Aufschlüsse über den Klimawandel.

Über die Form des Riesenreflektors gab es nach Angaben von Professorin Patricia Vickers-Rich eine heiße Diskussion: "Erst wollten wir einfach nur ein Quadrat auslegen. Aber dann dachten wir uns: Warum nehmen wir nicht ein Tier?" Im Gespräch gewesen seien unter anderem ein Riesen-Koala oder eine Eidechse. Aber dann seien alle übereingekommen, "dass ein Känguru einfach von jedermann erkannt wird".







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