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Klimaschutz und Artenschutz

Klimaschutz ist Artenschutz

Glocalist, 22.5.08

Potsdam (22.5.08): Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) stellen Zusammenhang zwischen Arten- und Klimaschutz her. Die Klimarahmenkonvention umzusetzen ist daher notwendig, um viele Lebensräume und ihre Funktionen für den Menschen zu bewahren, so das PIK.

Im Jahr 2000 hat die Menschheit rund ein Viertel der weltweiten Netto-Produktion von Biomasse geerntet, verbrannt oder ihr Wachstum durch die veränderte Landnutzung verhindert, so die Fakten- und Ausgangslage.

„Der Klimawandel wird diese Situation verschärfen, indem er die Verbreitungsgebiete vieler Pflanzen und Tiere weiter einschränkt und natürliche Prozesse in den Lebensräumen stört“, sagt Wolfgang Cramer, Leiter des PIK-Forschungsbereichs „Erdsystemanalyse“.

Bioräume verschieben sich

Computersimulationen des PIK zeigen, dass der Klimawandel fast alle Ökosysteme der Erde großräumig verändern wird. Die Prognosen im Detail: In weite Bereiche der baumlosen Tundra dringt Wald vor, während sich die Waldzone vom südlichen Rand her aufgrund zunehmender Trockenheit auflockert. In Mischwäldern nehmen Laubbäume gegenüber Nadelbäumen zu. Trockenheit verändert die Ökosysteme des südlichen Afrikas und könnte auch südamerikanische Regenwaldgebiete gefährden.

„Der Druck auf die Ökosysteme der Erde nimmt dramatische Ausmaße an, wenn nicht klug umgesteuert wird“, sagt Wolfgang Lucht, Leiter des PIK-Forschungsbereichs „Klimawirkung und Vulnerabilität“.

Massiv davon sind besonders die arktische Lebensräume und die Küstenökosysteme wie Korallenriffe und Mangrovenwälder betroffen. Aber auch sogenante Kulturlandschaften sind wichtige Reservoirs für die Erhaltung der Biodiversität, die eben durch den Klimawandel gefährdet ist.

Gefahr Mensch und Marktmechanismen nicht hinreichend

Die größte direkte Gefährdung der Biodiversität ist jedoch die Landnutzung durch den Menschen. Bei einem weiteren Bevölkerungswachstum um zwei Milliarden Menschen bis 2050 werden noch mehr Flächen beansprucht werden. Die Landwirtschaft wird zudem weiter intensiviert werden, um die Ernährung zu sichern. Die Nachfrage nach Agrargütern und Naturprodukten wird vor allem in den Zentren wirtschaftlichen Wachstums überproportional steigen.

„Unsere Berechnungen zeigen, dass die Landnutzung weltweit koordiniert werden muss, damit das Dreieck aus Naturschutz, Nahrungsmittelproduktion und künftigem Bioenergieanbau nicht instabil wird“, sagt Lucht und weiter: Marktmechanismen allein würden dafür nicht ausreichen. Daher, so die Empfehlung des PIK, müssen die Organisationen der internationalen Staatengemeinschaft entschlossen handeln, um den Klimawandel und den Verlust von Biodiversität zu begrenzen.







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