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Aktuell
UN-Artenschutz-Konferenz: Verhandlungen stocken
Dienstag, 27. Mai, 11:47 Uhr
Merkel eröffnet Ministerrunde bei 9. UN-Naturschutzkonferenz
Bonn (ddp-nrw). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) eröffnen am Mittwoch die Schlussberatungen der 9. UN-Naturschutzkonferenz in Bonn. Zu dem sogenannten «High-Level-Segment» der Tagung werden 122 Minister aus aller Welt erwartet. Sie sollen bis Freitagabend die noch strittigen Fragen für das Abschluss-Dokument klären. Auch der Präsident der UN-Vollversammlung, Srgjan Kerim, hat sein Kommen angekündigt.
Am Wochenende hatte Merkel einen Erfolg der Beratungen angemahnt. Die Kanzlerin verwies darauf, dass auf der Welt derzeit etwa 16 000 Arten vom Aussterben bedroht seien. «Damit bringen wir unsere natürlichen Lebensgrundlagen in Gefahr», warnte sie.
International gehe es bei dem Bonner Treffen darum, Fortschritte bei der Ausweisung globaler Naturschutzgebiete zu erzielen. Wenn die Konferenz ein Erfolg sein solle, müssten bis 2010 ein weltweites Netz ländlicher Naturschutzgebiete und bis 2012 ein Netz maritimer Naturschutzgebiete ausgewiesen werden.
NABU: Durchbruch bei Verhandlungen der UN-Naturschutzkonferenz steht noch aus
Tschimpke: Staatschefs müssen Knoten durchschlagen
NABU Pressemitteilung, 27.5.08
Bonn – Einen Tag vor Beginn des Ministersegments auf der in Bonn tagenden neunten UN-Naturschutzkonferenz hat der NABU eine ernüchternde Zwischenbilanz gezogen. „In den wesentlichen Fragen der Verhandlungen konnten kaum Fortschritte erreicht werden. So ist das weltweite Artensterben nicht zu stoppen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Trotz des anhaltenden Verlustes der biologischen Vielfalt überwiege das „klein-klein“ die Verhandlungen. „Die verantwortlichen Staatschefs und Minister müssen spätestens zum Start des Ministersegments am Mittwoch einen erneuten Anlauf unternehmen, um die festgefahrenen Verhandlungen vor dem drohenden Scheitern zu bewahren“, forderte Tschimpke.
Ziel der Konvention ist unter anderem der Aufbau eines globalen Schutzgebietsnetzes an Land bis 2010 und in den Meeren bis 2012. Nur so könne dem globalen Artensterben wirksam begegnet werden, so der NABU. „Von diesem Ziel sind wir derzeit noch meilenweit entfernt“, betonte Tschimpke. Hintergrund seien in erster Linie die fehlenden Finanzmittel und offene Fragen bei der Einbindung indigener Völker in das Schutzgebietsmanagement. Seit vier Jahren sei klar, dass für die Finanzierung der Schutzgebiete etwa 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr benötigt werden.
„Es ist skandalös, dass hier ausgerechnet reiche Staaten wie Großbritannien, Italien und Japan jeglichen Fortschritt blockieren“, so der NABU-Präsident. Japan richtet 2010 die zehnte Vertragsstaatenkonferenz aus. „Dort wird dann Bilanz gezogen, ob das Artensterben tatsächlich reduziert werden konnte. Ausgerechnet Japan als Gastgeber der nächsten Weltnaturschutzkonferenz bereitet derzeit in Bonn den Tod der Konvention vor“, so Tschimpke.
9. UN-Umweltgipfel in Bonn (19.-30. Mai 2008): Wird Merkel zur Kanzlerin der Vielfalt?
WWF: Verhandlungen in Bonn stocken.
WWF Pressemitteilung, 27.5.08
Einen Tag vor Ankunft von Bundeskanzlerin Merkel und über 100 Umweltministern auf dem Bonner UN-Gipfel zur biologischen Vielfalt stecken die Verhandlungen in einer Sackgasse. „Die Gespräche stocken in allen wichtigen Punkten. Hier wird um jedes Komma gestritten, als ginge es um Leben und Tod. Das Ziel, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 zu bremsen, ist in weite Ferne gerückt“, so WWF-Naturschutzexperte Joerg Roos in Bonn. Bei Themen wie Schutzgebieten, Finanzierung, Bioenergie, Nutzung genetischer Ressourcen oder der Verzahnung von Klimaschutz und Bewahrung der biologischen Vielfalt seien im Moment noch keine wesentlichen Fortschritte in Sicht.
„Ein starker Auftritt von Kanzlerin Merkel könnte die Blockade lösen“, hofft Roos. Der WWF fordert von Deutschland und anderen Industrieländern weitere Finanzzusagen. Der Gipfel müsse sich auf ein klares Ziel zur Finanzierung von Schutzgebieten einigen. Nach einer Schätzung des WWF investiert die Weltgemeinschaft derzeit etwa 3,8 bis 6,3 Milliarden Euro in Schutzgebiete – erforderlich sind jedoch 20 bis 30 Milliarden Euro. Derzeit werde ein Vorschlag disktuiert, die Finanzmittel bis 2015 zu verdoppeln. Ob dieser jedoch Erfolgschancen habe, sei fraglich.
Zwischenbilanz auf der COP 9: Zähe Verhandlungen – hohe Verantwortung für das Ministersegment
NGO-Zwischenbilanz der COP 9: Jetzt muss entschieden werden!
DNR/Forum Umwelt%Entwicklung Pressemitteilung, 27.5.08
Nach einer Verhandlungswoche und vor dem Ministersegment der UN-Konferenz über die biologische Vielfalt wird deutlich: Mehr Engagement ist notwendig. Das gilt auch für die Länder der Europäischen Union, die in zentralen Bereichen eher zaudern oder sich unentschieden zeigen, statt engagiert die Ziele der UN-Konvention zu verfolgen. Bislang ging es langsam voran, gute Ergebnisse wurden nicht erzielt.
Einer der Schwerpunkte der aktuellen UN-Konferenz sind die dringlich notwendigen Fortschritte hin zu einem rechtlich verbindlichen ABS-Regime. Denn nur wenn hier wirklich weltweit verbindliche Regelungen eingeführt werden, dann ist der Anfang zu einem gerechten Vorteilsausgleich geschafft. Die Europäische Union aber zaudert, statt hier klar Position zu beziehen. Damit unterstützt sie die bremsende Position beispielsweise der Delegationen aus Kanada und Japan, die eine rechtliche Verbindlichkeit immer noch ablehnen.
Wie schwierig der faire Umgang ist, dies zeigen Beispiele aus den aktuellen Verhandlungen: In den Arbeitsgruppen ist oftmals nicht sichergestellt, dass die kleineren Delegationen mitarbeiten können. Arbeitssprache ist englisch – Übersetzung in die anderen Konferenzsprachen ist nicht mehr gegeben. Die großen Delegationen sind klar im Vorteil. Dies ist nicht die Basis für einen fairen Umgang. Doch Fairness ist die Grundlage für solide Zusammenarbeit.
Die Staaten der Europäischen Union übernehmen bei den aktuellen Verhandlungen eine ganz besondere Verantwortung. Durch entschiedenes Handeln können sie den Schutz der natürlichen Vielfalt wesentlich stärken – durch Zaudern und Zögern allerdings riskieren sie den Abschluss wirksamer Vereinbarungen. Zum Beispiel beim Thema der Schutzgebiets-Finanzierung: Hier müssen sich die EU-Staaten durchringen und zusätzliche Finanzmittel bereitstellen. Notwendig ist es, die zögerlichen europäischen Staaten wie Italien und Großbritannien zu überzeugen. Besser noch wäre, wenn die anwesenden G8-Staaten ihre Verantwortung übernehmen würden und gemeinsam eine Finanzierungsinitiative starten.
Besondere Sorgen machen den internationalen Nichtregierungsorganisationen die stagnierenden Verhandlungen bei den Problematiken des illegalen Holzeinschlages und der Agrotreibstoffe. Beim illegalen Holzeinschlag bewegt sich nichts. Doch hemmungsloses Abholzen nimmt der Welt die Lunge zum Atmen. Für die Nichtregierungsorganisationen ist erschreckend, dass das Thema der genveränderten Bäume immer noch verhandelt wird – obwohl doch klar ist, dass weder die Risiken abschätzbar sind noch die Menschen diese Technologie überhaupt wollen.
Bei den Agrotreibstoffen geht es eigentlich nur darum eine Arbeitsgruppe zu installieren. Die Finanzierung dafür ist bereits gesichert – und trotzdem können sich die Delegierten nicht darauf einigen. Dies erscheint völlig unverständlich. Dabei ist eine solche Arbeitsgruppe notwendig, um zumindest einen Kriterienkatalog zu entwickeln, der Regeln für den Einsatz der Treibstoffe vom Acker festschreibt.
Auch bei der Finanzierung des CBD-Sekretariates geht es ums Geld: Die Europäische Union und Japan plädieren für ein Nullwachstum. Dies aber bedeutet real bei schlechten Kursen für den kanadischen Dollar und bei der üblichen Inflation ein deutliches Minus. Nimmt man dem CBD-Sekretariat die finanziellen Möglichkeiten, dann schwächt man ganz wesentlich auch den Schutz der natürlichen Vielfalt. Denn dem Sekretariat wachsen eher mehr statt weniger Aufgaben zu.
Notwendig ist außerdem eine Betreuungsstelle für die Nichtregierungsorganisationen – denn die sind traditionell in den Prozess rund um die UN-Konferenz eingebunden. Dafür müssen Strukturen geschaffen werden.
Für das Ministersegment also bleibt, dass Kanzlerin Angela Merkel viel Überzeugungsarbeit bei den Delegationen und Regierungschefs von Kanada, Japan und einigen EU-Staaten leisten muss. Denn der deutsche Vorstoß, mit der LifeWeb-Initiative die ärmeren Länder bei der Schutzgebiets-Finanzierung zu unterstützen, muss ebenso Mitstreiter finden wie ein verbindliches ABS-Protokoll oder eine klare Position für das Schutzgebietsprogramm und dessen Finanzierung.
Es geht um viel – und vor allen Dingen jetzt um grundlegende Entscheidungen. Notwendig ist es, substanzielle Fortschritte in den verschiedensten Bereichen zu erzielen, sei beim Schutz der Wälder und Meere, bei der geregelten Nutzung von Biomasse oder ganz besonders beim fairen Vorteilsausgleich.
Der Erhalt der Artenvielfalt kann nicht warten, die Regierungschefs um die Gastgeberin Angela Merkel müssen zeigen, dass es ihnen ernst ist. Entscheidungen zu Gunsten der natürlichen Vielfalt, das ist die Aufgabe der letzten drei Konferenztage.
Zur Erinnerung: der Zehn-Punkte-Check der NGOs im Überblick
Während der UN-Konferenz über die biologische Vielfalt müssen folgende Maßnahmen eingeleitet oder folgende Punkte beachtet werden:
- Start einer Initiative zur Finanzierung der kontinentalen und maritimen Schutzgebiete. Perspektivisch sind pro Jahr 30 Milliarden Euro zur Finanzierung notwendig – Deutschland als gastgebender Staat übernimmt für zwei Jahre die Präsidentschaft der UN-Konvention und sollte mit zwei Billionen Euro pro Jahr vorbildlich vorangehen.
- Stopp der Biopiraterie und ein deutliches Votum für ein ABS-Mandat. Das Ziel muss sein, das ABS-Protokoll in zwei Jahren zu verabschieden.
- Die Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften sind zu respektieren.
- Der Einstieg in ein Programm zur Beendigung der Entwaldung bis 2015.
- Der schnelle Stopp der illegalen Rodungen.
- Verknüpfung der Themen „Erhalt der biologischen Vielfalt“ und „Klimaschutz“ – denn beide globalen Zukunftsaufgaben sind nur miteinander zu bewältigen.
- Begrenzung der Produktion von Biomasse/Agrotreibstoffen. Dort, wo sie stattfinden, muss sie sozial und ökologisch ausgewogen sein.
- Entwicklung eines konkreten Fahrplans und konkreter Kriterien zur Einrichtung eines Netzwerkes maritimer Großschutzgebiete bis 2012
- Akzeptanz des Vorsorgeprinzips. Dies bedeutet auch, dass Maßnahmen wie die Einführung genveränderter Bäume oder der Terminatorpflanzen im Rahmen eines Moratoriums zu verhindern sind.
- Einführung von Controlling-Verfahren – denn die Wirksamkeit der Entscheidungen, die im Rahmen der UN-Konferenzen über biologische Vielfalt getroffen werden, müssen überprüft werden, damit wirklich Fortschritte im Kampf um den Erhalt der biologischen Vielfalt erreicht werden.
Am Ende der UN-Konferenz über die biologische Vielfalt wird sich entscheiden, wie viele dieser zehn Punkte positiv beantwortet werden. Dann ist auch klar, ob die Konferenz ein voller Erfolg war, ein totaler Misserfolg oder zumindest überwiegend erfolgreich. Die Entwicklungs- und Umweltverbände werden die Messlatte an die Entscheidung der Delegierten anlegen.
Fortschritt beim Affenschutz
Buschfleischjagd soll weltweit bekämpft werden
Pro Wildlife e.V. Pressemitteilung, 27.5.08
München/Bonn. Nach der Halbzeit der UN-Naturschutzkonferenz (CBD) sind bereits erste Erfolge für den Artenschutz zu verbuchen. Die Konvention einigte sich auf Maßnahmen, um die Jagd auf Affen und andere bedrohte Wildtiere einzudämmen. „Buschfleisch“ wurde als eine zentrale Gefahr für die Artenvielfalt der Wälder anerkannt. „Nun sollen endlich Jagdgesetze verschärft und besser umgesetzt werden“, berichtet Dr. Sandra Altherr, die für die Artenschutzorganisation Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt. Mit diesem Beschluss folgt die Staatengemeinschaft dem Appell von 92 Forschern, die vor den drastischen Folgen der Affenjagd warnen.
In den zähen Verhandlungen um ein Maßnahmenpaket zum Schutz der Wälder konnte Pro Wildlife mit Liberia, Kamerun und Ghana wichtige Verbündete im Kampf gegen die Buschfleischjagd gewinnen. „Diesen afrikanischen Ländern ist es vor allem zu verdanken, dass wir nun wesentliche Fortschritte beim Schutz von Wildtieren in den Tropen erzielen konnten“, betont die Biologin Altherr.
Vorausgegangen war ein Appell von 92 Experten aus ökologie und Botanik, den Pro Wildlife anlässlich der Biodiversitätskonferenz initiiert hatte. Die Forscher machen in ihrem offenen Brief auf die verheerenden Folgen der Affenjagd auf die Primatenbestände und deren Fehlen als essentielle Samenverbreiter für hunderte tropische Baumarten aufmerksam.
Als weiteren Erfolg wertet Pro Wildlife die Tatsache, dass auch die Affenjagd in Lateinamerika in das öffentliche Blickfeld rückt. Einer Pro Wildlife-Studie zufolge werden allein im brasilianischen Amazonasgebiet jährlich bis zu 5.4 Millionen Affen gejagt. Auch in den anderen Ländern Mittel- und Südamerikas ist die Jagd außer Kontrolle geraten. Die Ergebnisse der Studie wurden auf der Konferenz vorgestellt. „Die Weltöffentlichkeit dachte bisher beim Stichwort Affenjagd nur an Schimpansen und Gorillas. Nun kann sie nicht mehr ignorieren, wie ernst die Lage auch in anderen Erdteilen ist“, so Altherr.
„Selbst wenn für den Schutz der Wälder noch in vielen Punkten keine Einigung in Sicht ist, sind die Entscheidungen zu Buschfleisch ein erfreulicher Fortschritt“, fasst die Pro Wildlife Sprecherin die Situation zusammen. Strittig bleiben weiterhin die Verhandlungen um die besondere Schutzwürdigkeit von Primärwäldern und ein Moratorium, das das Anpflanzen genetisch veränderter Baeume verhindern soll. Das Maßnahmenpaket zu Wäldern wird erst in der zweiten Wochenhälfte endgültig verabschiedet, doch über das Buschfleisch-Problem sind sich die CBD-Mitgliedsstaaten bereits jetzt einig.
Weinzierl: "Endlich handeln, sonst steht die Glaubwürdigkeit der Delegierten aus 191 Ländern auf der Roten Liste"
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), 27.05.2008
Bonn. "Jetzt wird sich zeigen, ob die Weltgemeinschaft tatsächlich ihre elementarste Grundlage bewahrt: den unschätzbaren Wert ihrer Natur mit ihrer reichen Artenvielfalt. Klappt das nicht, steht die Glaubwürdigkeit der Delegierten aus 191 Ländern auf der Roten Liste." - Anlässlich der Eröffnung der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) organisierten "Expo der Vielfalt" im Rahmen der Konferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt der Vereinten Nationen (United Nations, UN) nahm DBU-Kuratoriumsvorsitzender Hubert Weinzierl heute in Bonn die Teilnehmer der Staatenkonferenz in die Pflicht. Die starten ab morgen in die entscheidende Ministerrunde. Weinzierl betonte, dass angesichts des weltweiten Artenschwundes "endlich gehandelt" werden müsse. Und da sei jeder gefragt. Die DBU etwa habe seit ihrer Gründung 1991 rund 400 Naturschutzprojekte mit 95 Millionen Euro gefördert. Und gerade erst habe sie sich bereit erklärt, 46.380 Hektar Naturschutzflächen des Bundes zu übernehmen und damit für die Zukunft zu sichern. "Deutschland hat einen großen Nachholbedarf bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt im eigenen Lande", sagte Weinzierl. Artensterben habe es auf der Erde zwar immer gegeben, aber noch nie in einem solch rasanten Tempo wie heute: etwa hundert Mal schneller als von der natürlichen Evolution vorgesehen. Jeden Tag würden weltweit circa 150 der insgesamt rund 1,8 Millionen Tier- und Pflanzenarten aussterben. Schuld daran seien vor allem die Ausrottung der Regenwälder und die Überfischung der Meere. Weinzierl: "Kurz: unser Konsumverhalten und Lebensstil."
Das Artensterben werde durch den Klimawandel und die Konkurrenz um Flächen noch verstärkt. Weinzierl: "Täglich werden allein in Deutschland über 110 Hektar für den Siedlungs- und Straßenbau verbraucht - rund 154 Fußballfelder. Weltweit werden pro Tag sogar 35.000 Hektar Wald vernichtet. Diese Zerstörung der biologischen Vielfalt müssen wir stoppen und dem Naturschutz mehr Bedeutung verleihen." Denn es sei die Natur, die den Klimawandel aufhalten könne. Moore und intakte Waldgebiete speicherten riesige Mengen Kohlendioxid. Weinzierl: "Wir müssen Naturflächen bewahren und Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt verbessern. Nur so kann auch der Klimawandel aufgehalten werden. Naturschutz gehört zu unseren wichtigsten Klimaschutzmaßnahmen!"
Erst vor zwei Wochen hatte die Bundesregierung der DBU 46.380 Hektar ehemals militärisch genutzte Liegenschaften als Nationales Naturerbe übertragen. Weinzierl: "Auf diesen Flächen will die DBU die Strukturvielfalt und den heimischen Reichtum an Tier- und Pflanzenarten erhalten und verbessern." Durch den jahrzehntelangen militärischen Übungsbetrieb hätten sich auf den weitgehend unzerschnittenen, ungestörten Flächen wertvolle Lebensräume für bedrohte Arten erhalten und entwickeln können. "Diese Standorte sind Heimat für viele seltene Spezialisten, die sonst kaum noch Rückzugsgebiete finden wie beispielsweise der Wiedehopf oder seltene Insektenarten."
Neben Weinzierl nahmen an der Eröffnung der "Expo der Vielfalt" teil: Jochen Flasbarth, Abteilungsleiter Naturschutz im Bundesumweltministerium, Prof. Dr. Wilhelm Barthlott, Direktor des Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen der Universität Bonn und Träger des Deutschen Umweltpreises der DBU, Edgar Endrukaitis, Koordinator der Business- und Biodiversity-Initiative der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), und die Bundesgeschäftsführerin der Naturschutzjugend im Naturschutzbund (NAJU), Christine Sauer. Auf dem Bonner Robert-Schumann-Platz präsentieren sich Organisationen und Einrichtungen in einem bunten Rahmenprogramm bis Freitag der Öffentlichkeit. Über 200 Aussteller aus fünf Kontinenten bieten nicht nur Fachleuten ein breites Programm: Neben Informationsständen zeigt die DBU zwei Ausstellungen, organisiert hochkarätig besetzte Diskussionsrunden und bringt künstlerische Beiträge auf die Bühne.
WWF: Waldverlust stoppen
Experte fordert Gelder für den Erhalt der Artenvielfalt
Von Jochen Spengler, Deutschlandfunk, 27.5.08
Mit Blick auf die derzeit stattfindende UN-Artenschutz-Konferenz hat der WWF-Naturschutzexperte Jörg Roos gefordert, die Entwaldung, die im Moment 30 Millionen Hektar jährlich weltweit beträgt, zu stoppen. Ein weiterer wichtiger Punkt sei es, dass Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden, die für den Schutz der biologischen Vielfalt benötigt werden.
Jochen Spengler: Seit Anfang letzter Woche tagen in Bonn 6.000 Delegierte aus 190 Ländern: Experten, Regierungsbeamte, Wissenschaftler, Umweltschützer. Ziel der UNO-Konferenz zur Erhaltung der biologischen Vielfalt sind verbindliche Vereinbarungen, um das Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten sowie von Ökosystemen zu verhindern. 16.000 Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben akut bedroht. Morgen wird die hohe Politik in Bonn erwartet. Die Bundeskanzlerin wird dann das Ministertreffen innerhalb dieser Konferenz eröffnen und damit die Schlussphase der Verhandlungen einleiten. Das ist Anlass für uns, heute eine Zwischenbilanz zu ziehen, und zwar mit Jörg Roos, dem Naturschutzexperten des WWF, des World Wide Fund For Nature. Guten Morgen Herr Roos!
Jörg Roos: Guten Morgen Herr Spengler!
Spengler: Herr Roos, zunächst einmal die Frage, was Ihre persönliche Aufgabe auf dieser Konferenz ist. Sie verhandeln doch nicht mit oder?
Roos: Wir als Nichtregierungsorganisation wie der WWF sind Beobachter. Das heißt wir sitzen in den Verhandlungen drin. Wir können auch Äußerungen abgeben, kommentieren und auffassen, dass die Vertragsstaaten in ihren Verhandlungen auch versuchen, die Ziele, die sie erreichen wollen, zu erreichen.
Spengler: Zwischenbilanz habe ich gesagt. Ist die Konferenz bislang ein Erfolg oder nicht?
Roos: Das ist im Moment noch nicht zu sagen. Man muss sagen, diese Konferenz hat sehr intensiv diskutiert. Es ist sehr intensiv gearbeitet worden, auch das ganze Wochenende durch bis spät in die Nacht. Es gibt aber noch einige offene Fragen bei Themen wie Finanzierung von Schutzgebieten, beim Thema Wälder, die noch gelöst werden müssen. Es wird sich erst heute im Laufe des Nachmittags herausstellen, was man dort an Ergebnissen hat. Die endgültigen Lösungen werden wahrscheinlich erst die Minister morgen in ihren Gesprächen auf den Tisch legen können.
Spengler: Was genau müsste passieren, damit Sie am Ende der Woche sagen, die Konferenz war ein Erfolg?
Roos: Beim Thema Wälder zum Beispiel haben wir die konkrete Forderung, dass man sich hier darauf einigt, den Waldverlust, die Entwaldung, die im Moment 30 Millionen Hektar jährlich weltweit beträgt - das ist mehr Wald als es in Deutschland überhaupt gibt - bis 2020 stoppt. Auf dieses Ziel soll man sich hier einigen. Das wäre schon ein Erfolg, wenn es diese politische Einigung gibt. - Ein weiterer Punkt ist, dass man sich einfach darauf einigen kann, dass endlich die Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden, die wir für den Schutz der biologischen Vielfalt benötigen.
Spengler: Das Ziel dieser Konferenz ist unter anderem ein weltweites Netz von Naturschutzgebieten - auf dem Land und auch von Meeresschutzgebieten. Wird es zu so einem Netz kommen?
Roos: Das Ziel, dieses Netz zu etablieren, ist auf 2010 an Land festgelegt worden und für 2012 auf dem Meer. Dieses Netzwerk wird auf dieser Konferenz also noch nicht etabliert sein. Hier werden wichtige Entscheidungen gefällt, ob man dieses Netzwerk überhaupt noch bis 2010 einrichten kann, und das hängt ganz stark damit zusammen, ob wir Finanzmittel bekommen, um dieses Netzwerk, für das wir etwa 20 bis 30 Milliarden Euro im Jahr benötigen würden, überhaupt etablieren können, denn im Moment geben wir gerade mal sechs bis zehn Milliarden dafür aus.
Spengler: "Wir", das sind die Staaten?
Roos: Das sind die Staaten. Das sind die Staaten der Erde und vor allen Dingen sind hier die entwickelten Staaten, die Industrieländer gefordert, Entwicklungsländer beim Schutz der biologischen Vielfalt zu unterstützen.
Spengler: Ist 30 Milliarden nicht reichlich unrealistisch? Wenn ich richtig gerechnet habe, wäre das eine Verfünffachung der Mittel.
Roos: Das ist eine große Aufgabe und es wird schwer sein, diese Mittel zusammen zu bekommen. Aber man muss sagen: Wenn man sich den wirtschaftlichen Nutzen oder den Nutzen von Schutzgebieten anschaut - man schätzt zum Beispiel den Wert der Ressourcen auf der hohen See, auf dem Meer auf 21 Billionen im Jahr ein -, dann ist das eine Investition, die sich lohnen würde.
Spengler: Wen oder was schützen denn Schutzgebiete? Nur Tiere, nur Pflanzen, auch Menschen?
Roos: Schutzgebiete schützen Tiere, Pflanzen, aber vor allen Dingen auch Ökosysteme und dadurch, dass Ökosysteme geschützt werden, die wichtige Leistungen für uns erbringen, mittelfristig im Grunde genommen oder indirekt auch den Menschen. Es ist zum Beispiel so, dass Waldschutzgebiete Wasser speichern, Wasser filtern, also wichtig für die Wasserversorgung von vielen Menschen sind. Es ist so, dass Waldschutzgebiete CO2 speichern und damit auch ein wichtiges Mittel sind im Kampf gegen den Klimawandel. Also es ist nicht nur so, dass wir altruistisch Tiere und Pflanzen schützen, sondern im Grunde genommen erhalten wir auch unsere Lebensgrundlagen, wenn wir durch Schutzgebiete Natur erhalten.
Spengler: Wäre es sinnvoll, den Amazonas-Regenwald zum Schutzgebiet zu erklären?
Roos: Der Amazonas-Regenwald ist eine riesige Fläche, den man sicherlich nicht zum Schutzgebiet flächendeckend erklären kann. Aber es ist sicherlich notwendig, große Teile des Amazonas zu schützen und die Entwaldung am Amazonas auf ein Minimum zu reduzieren, um auf der einen Seite Treibhausgasausstöße aus Entwaldungen zu reduzieren, aber auch um vielen Menschen, die dort am Amazonas im Wald und vom Wald leben, die Möglichkeit zu geben, auch langfristig ihre traditionellen Lebensweisen zu erhalten.
Spengler: Warum sollte sich denn ein Staat wie Brasilien darauf einlassen, seine Souveränität zum Beispiel im Amazonas-Gebiet einzuschränken?
Roos: Es geht nicht darum, die Souveränität eines Landes einzuschränken. Die Souveränität über die biologischen Ressourcen und auch den Amazonas in Brasilien, die liegt ganz klar bei Brasilien selbst als Nationalstaat. Es geht also nicht darum, dass die Weltgemeinschaft auf den Amazonas Zugriff bekommt, auch wenn diese Angst manchmal besteht, sondern es geht darum, Brasilien dabei zu unterstützen, den Amazonas zu schützen, weil es auch in seinem eigenen Interesse ist, denn dieser Amazonas-Regenwald hat im Grunde genommen auch eine sehr wichtige Funktion bei der lokalen Klimaregulation, für den Niederschlag und eben auch für die Leute, die dort im Wald leben. Es ist also auch im Interesse von Brasilien, den Wald zu schützen.
Spengler: Herr Roos, nun sind Tiere und Pflanzen seit Menschengedenken und auch schon vorher immer ausgestorben. Ist das ein vergebliches Unterfangen, den Artenschwund aufzuhalten?
Roos: Es stimmt, dass das Aussterben von Arten es ein natürliches Phänomen ist. Jedoch sind wir im Moment dabei, eine Aussterberate zu beobachten, die etwa tausendmal höher ist als in der Vergangenheit. In den 50 letzten Jahren hat die Menschheit die Ökosysteme der Erde so stark verändert wie nie zuvor und das ist das Problem. Dieses Artensterben und dieser Verlust an Lebensräumen ist menschgemacht und deswegen müssen wir ihn stoppen, weil uns Wissenschaftler prognostizieren, dass wenn dieser Artenschwund und dieser Lebensraumverlust weitergeht dies auch Konsequenzen für unsere eigenen Lebensgrundlagen haben wird.
Spengler: Wenn Sie ganz ehrlich sind, kann man den Verlust stoppen? Kann man den Schwund stoppen, oder kann man ihn nur mildern?
Roos: Im Moment geht es darum, ihn zunächst zu mildern, den Trend umzukehren. Das geht sicherlich! Der Stopp des Artenverlustes, das ist ein Ziel, das man wahrscheinlich erst mittelfristig oder langfristig erreichen kann, wobei wie ich gesagt habe Stopp natürlich nur bedeuten kann, man schafft es wieder, ein natürliches Niveau zu erreichen, das dann etwa eine Aussterberate sein dürfte, die etwa tausendmal niedriger ist als die zurzeit. Einen gewissen Verlust gibt es immer, aber das ist ein natürlicher Prozess, ein evolutionärer Prozess. Was wir im Moment aber feststellen ist einfach ein Prozess, der menschgemacht ist.
Spengler: Jörg Roos, der Naturschutzexperte des WWF. Danke für das Gespräch, Herr Roos!
Protest gegen symbolische Baumpflanzaktion des deutschen Holzhandels
ROBIN WOOD Pressemitteilung, 27.5.08
Rund 30 UmweltaktivistInnen aus vielen Ländern haben heute Mittag bei
der Biodiversitäts-Konferenz in Bonn (CBD-COP9) gegen eine symbolische
Baumpflanzaktion des deutschen Holzhandels protestiert. Sie hielten
Transparente gegen Monokulturen und Genbäume hoch, mehrere von ihnen
waren als „Frankenstein“-Bäume verkleidet.
Die UmweltschützerInnen weisen darauf hin, dass das Pflanzen von Bäumen
in industriellen Monokulturen in vielen Teilen der Erde zu
Ökokatastrophen geführt hat. Dafür ist der deutsche Holzhandel
mitverantwortlich, der mit dem Holz aus diesen Monokulturen Geschäfte
macht. Eine besondere Gefahr geht nach Ansicht der AktivstInnen von
genetisch manipulierten Bäumen aus.
ROBIN WOOD unterstützt den Protest und leitet im Folgenden eine
gemeinsame Pressemitteilung der an der Aktion beteiligten
internationalen Umweltgruppen weiter.
NABU: Mehr lokales Engagement für Erhalt der biologischen Vielfalt
Tschimpke: Städte müssen ihren Flächenverbrauch drastisch reduzieren
NABU Pressemitteilung, 27.5.08
Bonn - Anlässlich des Treffens von Bürgermeistern aus aller Welt im
Rahmen der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn hat der NABU mehr lokales
Engagement im Naturschutz gefordert. Zwar hätten viele Städte und
Kommunen bereits umfangreiche Verbesserungen hinsichtlich der Förderung
des öffentlichen Nahverkehrs, der Energieeinsparung in öffentlichen
Gebäuden und der umweltverträglichen Beschaffung erreicht, der
Flächenverbrauch für Straßen, Gewerbegebiete und Neubausiedlungen sei
aber noch viel zu hoch. „Neben der intensiven Landwirtschaft stellt der
Verbrauch von Freiflächen für Bauen und Verkehr die größte Gefahr für
die biologische Vielfalt in Deutschland dar“, sagte NABU-Präsident
Olaf Tschimpke.
In Deutschland werden immer noch Tag für Tag über 100 Hektar Fläche
bebaut, obwohl die Bundesregierung beschlossen hat, den Flächenverbrauch
bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren. „Der sparsame
Umgang mit Flächen kann von der Bundes- und Landesebene nur vorgegeben
werden, praktisch umsetzen müssen ihn die Stadt- und Gemeinderäte vor
Ort“, so Tschimpke. Der NABU verwies darauf, dass auch Bundeskanzlerin
Merkel kürzlich gefordert habe, das Wirtschaftswachstum ebenso vom
Flächenverbrauch abzukoppeln, wie das beim Energieverbrauch bereits
teilweise gelungen sei. „Die Zukunft gehört innovativen Konzepten, nicht
weiteren Straßen und Gewerbegebieten auf der grünen Wiese. Sonst ist
Deutschland in vierzig Jahren zubetoniert“, warnte Tschimpke.
Der NABU bewertete den Beitrag der Stadt Bonn für den Arten- und
Lebensraumschutz positiv. So habe Bonn etwa 22 Prozent des Stadtgebietes
als „Natura 2000“-Gebiet ausgewiesen und leiste damit einen
erheblichen Beitrag für die Lebensqualität seiner Bürgerinnen und
Bürger. Anlässlich der UN-Naturschutzkonferenz zeigt der NABU in
einer Ausstellung im Museum Koenig in Bonn, was jeder Einzelne konkret
für den Schutz der biologischen Vielfalt in Haus und Garten tun
kann.
"Expo der Vielfalt" eröffnet
Täglich drei- bis fünftausend Gäste erwartet
BMU Pressemitteilung, 27.5.08
Rund um das Tagungszentrum der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn präsentiert sich seit heute die "Expo der Vielfalt": Eine Zeltstadt mit 214 Ausstellern aus aller Welt hat sich für die letzten vier Tage der Konferenz auf dem Robert-Schuman-Platz vor dem Bundesumweltministerium angesiedelt. Die "Expo" präsentiert eine bunte Vielfalt von Nicht-Regierungs-Organisationen, öffentlichen Einrichtungen, Naturparks, Künstlerinnen und Künstlern und nicht zuletzt Wirtschaftsakteuren. "Das Geschehen an den Konferenztischen und bei den Verhandlungen braucht immer wieder Impulse auch von diesseits der Regierungsdelegationen", sagte Jochen Flasbarth, Abteilungsleiter für Naturschutz im Bundesumweltministerium, bei der Eröffnung. Das Bundesumweltministerium rechnet mit täglich drei- bis fünftausend Gästen bei der Veranstaltung.
Der "Expo der Vielfalt" wird bis zum 30. Mai jeweils von 10 bis 20 Uhr für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos geöffnet sein. Ihr ging bereits die "Plaza der Vielfalt" voraus. Dort hatten seit dem 12. Mai ausgewählte Aussteller Informationsangebote für die Delegierten aus der ganzen Welt bereitgestellt. Während der letzten vier Tage der UN-Naturschutzkonferenz finden auf der zentralen Bühne täglich Veranstaltungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt, am Mittwoch, 28. Mai, zu "Innovation und Vielfalt", am Donnerstag, 29. Mai, zur "Vielfalt der Natur". Am Freitag, 30. Mai, schließlich sind am "Bildungstag für Vielfalt" besonders auch die Multiplikatoren aus Schulen und Bildungseinrichtungen angesprochen. Das Bundesamt für Naturschutz wird jeden Abend ab 18 Uhr eine "Happy Hour" organisieren, bei der Delegierte der Konferenz und Gäste bei einem bunten Musikprogramm auf der Hautbühne entspannen können.
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