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Aktuell
UN-Artenschutz-Konferenz: Merkels Millionenangebot
28. Mai, 2008
Merkel fordert Trendwende beim Artenschutz
Bonn (ddp-nrw). Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine Trendwende beim Artenschutz gefordert. «Wir müssen ein Zeichen setzen, dass wir den Reichtum der Erde, die Lebensgrundlage der Menschheit, langfristig bewahren wollen», sagte Merkel am Mittwoch zu Beginn der Schlussberatungen der neunten UN-Naturschutzkonferenz in Bonn. Dafür seien langfristige Vereinbarungen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und der Bevölkerung erforderlich.
«Der dramatische Verlust der Arten ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit», hob Merkel hervor. Deshalb werde die Bundesrepublik von 2009 bis 2012 zusätzlich 500 Millionen Euro für den internationalen Waldschutz zur Verfügung stellen. Ab 2013 werde jährlich eine halbe Milliarde Euro für diesen Zweck bereitgestellt.
Die Kanzlerin nannte die Vielfalt der Natur «eine riesige Chance». Sie berge ein Wissen, das sich teilweise seit Millionen von Jahren entwickelt habe. Dabei seien Armutsbekämpfung und Bewahrung der Artenvielfalt zwei Seiten einer Medaille. Sie erwarte von der Bonner Konferenz wegweisende Entscheidungen zur Sicherung der biologischen Vielfalt, sagte Merkel weiter. Dazu gehöre auch ein fairer Interessenausgleich zwischen den Entwicklungsländern und den Industrienationen.
Vor der Bundeskanzlerin hatte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die Bewahrung der Artenvielfalt als Überlebensfrage der Menschheit bezeichnet. «Weltweit schreitet der Verlust der biologischen Vielfalt dramatisch voran», sagte Gabriel. Jeden Tag werde die Erde ärmer an Arten, an Lebensräumen und an genetischen Ressourcen. «Auf Dauer werden wir alle spüren, dass wir ohne die Vielfalt der Natur nicht leben können», hob Gabriel hervor.
Mit der Rede der Kanzlerin wurden die Schlussberatungen der Konferenz unter Beteiligung hochrangiger Ländervertreter eingeleitet. Bis Freitagabend wollen rund 120 Minister aus aller Welt ein Abschlussdokument der Tagung erarbeiten.
Merkel sagt 500 Millionen Euro zu
Von Stephan Börnecke, AP, 28.5.08
Bonn (ap/fr) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zu Beginn des Ministertreffens auf der Bonner Artenschutzkonferenz weitgehende Finanzzusagen für den Artenschutz gemacht. Merkel sagte, Deutschland stelle für den Waldschutz in den Jahren 2009 bis 2012 zusätzliche 500 Millionen Euro zur Verfügung. Ab 2013 werde die Bundesrepublik dann jährlich eine halbe Milliarde Euro für diesen Zweck aufwenden. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erklärte: "Das ist mehr, als man von einem Gastgeberland erwarten kann."
Unweltorganisationen hatten von Merkel gefordert, das "Klein-Klein" zu beenden, das die Tagung bisher dominierte. Denn das Ziel der vor 16 Jahren begründeten Konvention, das Artensterben auf der Erde zu stoppen oder wenigstens zu begrenzen, sei "in weite Ferne gerückt", so die Organisationen.
Das ist, bemängelt Martin Kaiser von Greenpeace, "seit 16 Jahren ein Talkshop, in dem viel geredet, aber wenig gehandelt wird". Auch der WWF meint, um jedes Komma werde gefeilscht. Kaum eines der etwa 30 angestrebten Dokumente zu Urwaldschutz, Pflanzenvielfalt, Meeresschutzgebiete oder zur Finanzierung von Naturschutz gerade in den armen Südländern habe Unterschriftsreife erlangt, kritisiert Friedrich Wulf, Artenschutzexperte des Bund für Umwelt und Naturschutz BUND.
Bis zum Dienstagnachmittag hatte genau ein Papier diesen Status erreicht: eine Abmachung für eine globale Strategie zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt. Sie wird sicher am Freitag zum Konferenzende von den 190 Vertragsstaaten beschlossen. "Das ist nicht wirklich begeisternd", rügt Wulf.
Die bisher mageren Ergebnisse wären für die Kanzlerin Grund genug, mit einem Machtwort die Staatengemeinschaft auf Naturschutzkurs zu zwingen. Greenpeace verlangt von Merkel gar eine "Kanzler-Initiative zur Rettung der Urwälder und des Klimas". Dabei geht es nicht nur um das Ende der Abholzung der Urwälder, um einen Stopp des illegalen Holzeinschlags etwa in Zentralafrika, Indonesien oder Russland, sondern auch um die Finanzierung des Naturschutzes in Entwicklungsländern.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat mit der deutschen Initiative "Life Web" dafür eine Strategie entworfen: Die Staaten melden in einer Art Börse große Schutzgebiete an und können im Gegenzug auf finanzielle Hilfe der Industriestaaten hoffen.
Nachdem bereits Costa Rica, Ecuador und Indonesien, das allein 4,5 Millionen Hektar Korallenriffe einbringen will, große Refugien eingebracht haben, offerierte gestern der Umweltminister der Demokratischen Republik Kongo, Jose Endundu Bononge, 14 Millionen Hektar Urwald. Die Meldung dieser riesigen Areale "erhöht den Druck auf die Geberstaaten", den Erhalt solcher Gebiete zu finanzieren, hofft das Umweltministerium.
Entscheidend für den Erfolg der Konferenz werden aber Vereinbarungen zum gerechten Vorteilsausgleich bei der Nutzung der genetischen Ressourcen sein. Strittig ist vor allem ein Punkt: Wird es einen rechtsverbindlichen, transparenten Herkunftsnachweis für das Material, ob Pilz oder Pflanze, geben – oder bleibt es bei freiwilligen Abmachungen? Die Südländern dringen auf eine rechtsverbindliche Form. Sie wollen sich bei der Abfassung von Nutzungsverträgen mit Biotech-Firmen über die Verwendung heimischer Ressourcen auf internationale Abkommen berufen können.
Bonn: DNR, BUND, NABU zur Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der UN-Naturschutzkonferenz
DNR/BUND/NABU Pressemitteilung, 28.5.08
Die großen deutschen Umweltverbände Deutscher Naturschutzring (DNR), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) begrüßen die deutliche Aufstockung der Finanzmittel für den Schutz der biologischen Vielfalt durch Bundeskanzlerin Angela Merkel.
„Leider hat Frau Merkel kein Wort über die umweltschädlichen Subventionen in Höhe von 485 – 677 Milliarden Dollar pro Jahr verloren, die eine zentrale Ursache für den Verlust von biologischer Vielfalt sind“, beklagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl. Würden in einem ersten Schritt nur 20 % dieser Subventionen zur Unterstützung der biologischen Vielfalt umgewidmet, könnte der derzeitige Trend beim Verlust an biologischer Vielfalt gestoppt werden, so Weinzierl.
Überfällig ist in Deutschland der Vollzug der gemeldeten Natura 2000 Gebiete durch Management- und Entwicklungspläne. Dazu müssen Agrarsubventionen in die zweite Säule der Förderung des ländlichen Raumes umgewidmet werden“, sagte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. Er forderte die Bundeskanzlerin auf, die Vorschläge der EU zur Fortentwicklung der
Agrarpolitik positiv aufzugreifen und sie nicht länger über ihren Agrarminister Horst Seehofer torpedieren zu lassen.
Im Zusammenhang mit der 9. Vertragsstaatenkonferenz über die biologische Vielfalt bezeichnete es der Präsident des NABU, Olaf Tschimpke, als besonders problematisch, „wenn im soeben vorgelegten Entwurf für ein Umweltgesetzbuch beim Buch III, dem Bundesnaturschutzgesetz, die Eingriffsregelung bei Infrastrukturprojekten zugunsten des Naturschutzes abgeschwächt werden soll. „Wie soll die biologische Vielfalt weltweit erhalten werden, wenn dies nicht einmal zu Hause gelingt“, erklärte Tschimpke.
NABU und TNC begrüßen Merkels Millionen für den globalen Naturschutz
Tschimpke: Deutliches Signal für Waldschutz und Artenvielfalt
NABU Pressemitteilung, 28.5.08
Bonn - Der NABU und The Nature Conservency (TNC) haben die von
Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch bei der
UN-Naturschutzkonferenz zugesagten Finanzmittel für den Waldschutz und
den Aufbau eines globalen Schutzgebietsnetzes ausdrücklich begrüßt.
„Etwa die Hälfte der globalen Wälder sind zerstört und nicht einmal ein
Prozent der Ozeane stehen unter Schutz“, sagte NABU-Präsident Olaf
Tschimpke. „Nach Jahren voller Absichtserklärungen bringt die heutige
Ankündung frischen Wind in den internationalen Naturschutz.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel
haben damit Deutschlands Führungsrolle im Schutz der biologischen
Vielfalt eindrucksvoll bestätigt“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Mit den von der Bundeskanzlerin zugesagten zusätzlichen Mitteln könne
nun der Aufbau neuer Schutzgebiete wirklich gefördert werden und die
weitere Zerstörung von Wäldern und Mooren wirksam unterbunden werden.
Damit werde die von Bundesumweltminister Gabriel gestartete
‚Life-web-Initiative’ für ein freiwilliges Schutzgebietssystem
weiter entwickelt. Die von NABU und TNC inhaltlich voll unterstützte
Initiative setzt dabei Schwerpunkte beim Aufbau von Schutzgebieten in
den besonders stark gefährdeten Regionen.
„Schutzgebiete sind der Grundstein für die globale
Naturschutzstrategie, aber ohne die entsprechenden Mittel kann die
Strategie nicht umgesetzt werden“, so Rebecca Patten, TNC-Sprecherin
auf der Vertragsstaatenkonferenz. „Wir begrüßen die innovative Rolle
Deutschlands bei der Anhebung der Mittel für den internationalen
Naturschutz auf ein Level, das wirksamen Naturschutz ermöglicht.
Roberto Troya, TNC-Delegationsleiter, ergänzt: „International
arbeitende Naturschutzorganisationen wie TNC und NABU haben bei der
Umsetzung der Konvention eine Führungsrolle übernommen. Unsere
integrativen Naturschutzprogramme in der Karibik, Zentralasien, dem
Pazifik und in Lateinamerika ermöglichen eine nachhaltige
Regionalentwicklung in Verbindung mit Naturschutz und der lokalen
Bevölkerung.“ NABU und TNC verfügten über große Erfahrungen mit
Naturschutzprojekten in Deutschland, den USA und einer ganzen Reihe von
Entwicklungsländern, bei denen Naturschutz, Klimaschutz und die
wirtschaftliche Entwicklung kombiniert sind. „Nur durch die Einbindung
von Zivilgesellschaft und Naturschutzverbänden kann ein echtes „Netz des
Lebens“ aufgebaut werden, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Deutsche Gelder sollen Wälder retten
Pro Wildlife: Andere Industrieländer müssen nachziehen
Pro Wildlife Pressemitteilung, 28.5.08
Mit der heutigen Aufstockung des Budgets für den internationalen Waldschutz hat die Bundesregierung ein wichtiges Signal für den Erhalt der Regenwälder gesetzt. Pro Wildlife begrüßt die Initiative: „Wir gratulieren Bundeskanzlerin Merkel und Umweltminister Gabriel zu diesem wegweisenden Schritt. Gleichzeitig fordern wir andere Industriestaaten auf, ebenfalls Gelder bereitzustellen“, sagt Jana Rudnick von Pro Wildlife. Gerade die EU, bislang eher untätig im Kampf gegen die rasante Zerstörung der Wälder, steht nun unter Zugzwang.
Bundeskanzlerin Merkel gab heute auf der UN-Naturschutzkonferenz (CBD) bekannt, dass die Bundesregierungen ihren Etat für Waldschutz von derzeit 210 Millionen Euro jährlich deutlich erhöht. Von 2009 bis 2012 sollen pro Jahr zusätzlich 125 Millionen aus dem Staatshaushalt bereitgestellt werden. Ab 2013 soll der jährliche Beitrag sogar eine halbe Milliarde Euro betragen. „Der internationale Waldschutz wird damit zu einer Priorität der Bundesregierung. Nun gilt es, das Geld möglichst effektiv einzusetzen, um die biologischen Schatzkammern in den Tropen – die letzten Regenwälder – zu erhalten“, so Rudnick.
Die CBD-Verhandlungen zum Waldschutz verliefen bislang schleppend: „Vor allem Brasilien, Kolumbien, Kanada und Malaysia blockieren hier wichtige Einigungen, um die ökologisch herausragenden Primärwälder besonders zu schützen“ berichtet die Pro Wildlife Sprecherin von der Konferenz. „Wir erhoffen uns von dem deutschen Vorstoß auch, dass die Verhandlungen hier endlich in die richtige Richtung gehen, um die Regenwaldvernichtung zu bremsen.“
Deutschland setzt mit seiner Entscheidung wichtige Impulse: Bereits letzte Woche stellte das Bundesumweltministerium seine „Life Web Initiative“ vor, mit der Geldgeberländer gefunden werden sollen, um Waldschutzgebiete in Entwicklungsländern zu finanzieren. Die finanzielle Grundlage für dieses Projekt ist heute auf eine breitere Basis gestellt worden. Zum anderen setzt die Bundesregierung mit dem Geldsegen für Wälder die EU unter Druck, endlich auch tätig zu werden.
„Die EU hat sich bisher im internationalen Waldschutz nicht mit Ruhm bekleckert. Seit Monaten warten wir auf ein Maßnahmenpaket, um den Import illegal geschlagener Hölzer zu bekämpfen. Doch die EU-Kommission weigert sich, ihre lang erwarteten Vorschläge hierzu zu veröffentlichen“, kritisiert Rudnick. Naturschutzverbände wie Pro Wildlife verlangen seit Jahren ein Importverbot für Hölzer aus Raubbau.
Die EU sollte ihre Maßnahmen auf der derzeitigen CBD-Konferenz präsentieren, hält sie jedoch weiterhin unter Verschluss. „Das Vorgehen der EU stößt international auf großes Unverständnis. Wie können wir von den Entwicklungsländern verlangen, dass sie den Raubbau an ihren Wäldern stoppen, wenn die EU weiterhin die Tore für illegale Hölzer offenhält?“, kritisiert Rudnick. Der Schritt Deutschlands ist deshalb für sie ein umso wichtigeres Signal.
WWF fordert zehn Millionen Euro aus Österreich für Rettung des Amazonas
Abholzung des Regenwaldes würde Klimawandel beschleunigen
WWF Österreich, 28.5.2008
Zehn Millionen Euro ist der angemessene Betrag, den die österreichische Bundesregierung beim morgen beginnenden Ministertreffen der UN-Artenschutzkonferenz in Bonn (CBD) für die Rettung des Amazonasregenwaldes bereit stellen sollte. Das fordert der WWF Österreich. Die Summe soll in den Ausbau des ARPA-Schutzgürtels fließen. Dieses größte Naturschutzprojekt der Welt soll in den nächsten Jahren mehr als 500.000 Quadratkilometer Regenwald in Brasilien unter dauerhaften und nachhaltigen Schutz stellen. "Wenn die österreichische Bundesregierung den Klimaschutz ernst meint, müssen neben der Erfüllung der klimapolitischen Hausaufgaben in Österreich auch Mittel bereit gestellt werden, die die Wälder als CO2-Speicher der Erde wirksam schützen", fordert der stellvertretende WWF-Geschäftsführer Andreas Wurzer.
Der Amazonasregenwald speichert knapp 400 Milliarden Tonnen Kohlendioxid und ist eines der artenreichsten Gebiete der Erde. Wenn dieser größte zusammenhängende Regenwald der Erde zerstört wird, beschleunigt dies den Klimawandel massiv, so der WWF. Seit den 70er-Jahren wurden mehr als eine Million Quadratkilometer des Regenwaldes am Amazonas abgeholzt. Bis 2050 sind durch Abholzung und Brandrodung zur Schaffung von Viehweiden und Monokulturen weitere 1,5 Millionen Quadratkilometer gefährdet. Bis 2012 soll deshalb von der brasilianischen Regierung ein Wall aus ARPA-Schutzgebieten (ARPA = Amazon Region Protected Areas) geschaffen werden, der die Entwaldungsfront stoppt. Zur Errichtung dieser Schutzgebiete hat die deutsche Regierung bereits 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und wird weitere zehn Millionen Euro in dieses größte Naturschutzprojekt der Welt investieren. "Zehn Millionen Euro sollten die Untergrenze der österreichischen Bundesregierung für dieses weltweit wichtige Projekt sein", fordert Wurzer die Bundesregierung auf, Bundesminister Josef Pröll als Vertreter Österreichs ein Mandat für diese Zusage in Bonn mitzugeben.
Nach wie vor rückt die Entwaldungsfront aus dem Süden und Südosten in den Amazonas-Regenwald vor, um den weltweiten Hunger der Holz-, Soja-, Zucker- und Fleischindustrie zu stillen. Dadurch könnte in wenigen Jahrzehnten ein "Point of no return" erreicht sein. Dann wird sich der Amazonas-Tropenwald - noch immer der größte der Welt - aufgrund des gestörten internen Wasserkreislaufs nicht mehr von selbst regulieren können und damit seine natürlichen Funktionen als riesiges Süßwasserreservoir, CO2-Speicher und Zentrum der Artenvielfalt unwiederbringlich verlieren. Die Auswirkungen auf das Weltklima wären heute noch nicht abzusehen, doch es wird befürchtet, dass sich die Zerstörung des Kohlenstoffspeichers Regenwald besonders auf den Korngürtel der USA und die EU-Landwirtschaft auswirken könnte.
Der WWF hatte bereits Ende 2007 darauf hingewiesen, dass die Abholzungsraten im brasilianischen Amazonasgebiet nach zwei Jahren wieder massiv ansteigen. Zwischen Juni und September 2007 hat die Entwaldung im Vergleichszeitraum 2006 um acht Prozent zugenommen. Auch die Zahl der Waldbrände hat sich mit fast 50.000 natürlichen und von Menschen gelegten Waldbränden im Jahr 2007 im Vergleich zu 2006 mehr als verdoppelt. Nach der Artenschutzkonferenz in Bonn wird die brasilianische Regierung die neuen bedrohlichen Entwaldungsraten präsentieren.
Brennender Baumriese in Bonn
Greenpeace bringt Urwaldzerstörung zum UN-Biodiversitätsgipfel
Von Beate Steffens, Greenpeace-Online, 28.5.08
Mit einem brennenden Baumstumpf als Mahnmal für die Brandrodung der letzten Urwälder, protestieren 50 Greenpeace-Aktivisten seit den frühen Morgenstunden auf dem Rhein in Bonn. Der fünf Meter hohe Baumstumpf aus dem Amazonas-Regenwald treibt auf einer Schwimmplattform am ehemaligen Bundestag vorbei. Dort wird Angela Merkel heute das Ministertreffen der UN-Konferenz eröffnen. Begleitet wird der in Flammen stehende Baum von sieben Schlauchbooten. Auf Transparenten ist der Satz "Urwaldschutz ist Klimaschutz" in sechs Sprachen zu lesen. Durch Abholzung und Brandrodung von Urwäldern entstehen rund 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, jährlich zwei Milliarden Euro für den Urwaldschutz bereit zu stellen.
"Das Schicksal der Urwälder wird hier in Bonn entschieden", sagt Martin Kaiser, Urwaldexperte von Greenpeace. "Urwaldschutz ist eine der effizientesten Methoden, um den Klimawandel zu bremsen. Dennoch wird weltweit alle zwei Sekunden Urwald in der Größe eines Fußballfeldes zerstört. Angela Merkel muss die festgefahrenen Verhandlungen in Bonn jetzt mit einer Finanzierungsinitiative für den Urwaldschutz in Schwung bringen. Andere Industrieländer müssen sich anschließen."
Durch die Zerstörung von Urwäldern für die Produktion von Holz, Lebensmitteln und Bio-Sprit werden jährlich sieben bis acht Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt, sowie zahlreiche Tier- und Pflanzenarten vernichtet. Die Industrieländer müssten nach Auffassung von Experten jährlich 30 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, um die Entwaldung zu stoppen und ein weltweites Netz von Schutzgebieten einzurichten. "Allein durch den Abbau von klimaschädlichen Subventionen beispielsweise beim Flug- und Autoverkehr könnte die Kanzlerin zwei Milliarden Euro pro Jahr ohne Belastung des Haushaltes für den Biodiversitätsschutz bereit stellen", sagt Kaiser.
Über 5000 Delegierte aus 191 Ländern verhandeln in Bonn unter anderem über die Einrichtung von Schutzgebieten, Kriterien für "Bio"-Sprit und Maßnahmen gegen illegalen Holzeinschlag. Vor allem die Entwicklungsländer sind ohne finanzielle Zusagen der Industrieländer nicht bereit, rechtlich verbindliche Zugeständnisse zum Urwaldschutz zu machen. Neben Kanada und Japan blockiert auch die brasilianische Regierung, die über den größten Urwald der Erde verfügt, konkrete Fortschritte zum Erhalt des klimastabilisierenden Waldes.
Der heute auf den Rhein brennende Baumstumpf stammt von einem illegal im Amazonas gefällten Urwaldriesen der Sorte Angelim Vermelho. Diese Bäume können bis zu 50 Meter hoch werden und bieten zahlreichen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. Verkauft wurde das Holz des Angelim Vermelho für etwa 23 000 Euro auf dem europäischen Markt. Der Stumpf wurde von der Holzindustrie ungenutzt im Wald zurückgelassen.
Eine Auszeichnung der anderen Klasse
Von Janine Lück, Greenpeace-Online, 27.5.08
Schon der kurzer Blick auf eine Weltkarte zeigt: Kanada, Japan, Brasilien und Australien könnten kaum weiter von einander entfernt liegen. Schaut man jedoch in diesen Tagen nach Bonn, wo sich die Vereinten Nationen auf der Konferenz für Biologische Vielfalt (CBD) treffen, sieht das anders aus. Denn eines haben diese Länder gemeinsam: die Nominierung für den Golden Chainsaw Award.
Der Golden Chainsaw Award (Preis der Goldenen Motorsäge) wird seit mehren Jahren von Greenpeace auf der CBD verliehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Auszeichnungen, ist diese nicht sehr beliebt. Vermutlich liegt das in der Begründung für die Nominierung. Ausgewählt werden nur die Länder, die Neuerungen zum Schutz der Artenvielfalt verhindern.
In der ersten Woche der Konferenz ist es meist noch nicht klar, welche Positionen von welchen Ländern unterstützt oder was von ihnen boykottiert wird. Deshalb gab es in der ersten Woche nur zwei Nominierungen: Kanada und Brasilien. Diese machten von Anfang klar, dass sie Schutzmaßnahmen boykottieren, die nicht in ihrem Interesse liegen. Leider sind sie nicht allein geblieben. In dieser Verhandlungswoche gesellen sich weiter Kandidaten für den Golden Chainsaw Award dazu.
So kann sich Japan zu den Glücklichen zählen. In den laufenden Verhandlungen versuchen die japanischen Delegierten alle verbindlichen Übereinkommen zum Schutz der Biodiversität zu untergraben. Sie weigern sich standhaft gegen Projekte und konkrete Maßnahmen zur Finanzierung von Schutzgebieten. Zudem fordern sie, das sofortige Löschen eines Absatzes im Vereinbarungsentwurf, in dem G8-Staaten aufgerufen werden, Finanzierungsprojekte für Schutzgebiete zu unterstützen.
Doch Japan, Kanada und Brasilien sind nicht allein, wenn es darum geht Verhandlungen zu untergraben und konkrete Vorschritte zu verhindern. Auch Australien macht auf sich aufmerksam. In einer Arbeitsgruppe zu Oceans Fertilisation gaben sie erst gar nicht vor, sich mit den Vorschlägen anderer Länder auseinander zu setzen. Anstatt den bestehenden Text weiter zu entwickeln, brachten sie einen neuen Text ein. Veränderter Inhalt, veränderter Fokus.
So kommen die Delegierten in den Verhandlungen nicht weiter. Und leider wird diese Methode von vielen Ländern angewandt - die sogenannte Verzögerungstaktik. Noch haben die Delegationen drei Tage Zeit, die Richtung zu wechseln. Einschwenken in die Richtung zum Schutz unseres Planeten und damit von uns und unseren Kindern. Der Golden Chainsaw Award wird am Ende der CBD ausgelobt.
Steiner: Wir können Umweltpolitik nur noch global voranbringen
Zur 9. UN-Naturschutzkonferenz in Bonn
Von Silvia Engels, Deutschlandfunk, 28.5.08
Der Direktor des UNO-Umweltprogramms, Achim Steiner, erwartet von den Teilnehmern der Artenschutzkonferenz in Bonn finanzielle Zusagen für den Naturschutz. Nachdem in den vergangenen Jahren die Investitionen für den Erhalt von Tieren und Pflanzen eher verringert worden seien, gebe es nun Zeichen für eine gestiegene Bereitschaft, mehr Geld aufzubringen. Vor allem die Entwicklungsländer müssten finanziell unterstützt werden, um Schutzgebiete einzurichten.
Engels: Bei der 9. UN-Naturschutzkonferenz in Bonn treten die Verhandlungen zur Bewahrung von Tieren, Pflanzen und Schutzgebieten heute in eine neue Phase. Bislang verhandelten Experten und Fachdelegationen darüber, wie man den Wert der biologischen Vielfalt berechnen und somit besser schützen kann. Das Ringen geht ab heute auf Ministerebene weiter, aber dann geht es um handfeste Entscheidungen. Einigt man sich auf gemeinsame Standards und wer bezahlt wie viel für die Umsetzung? - Am Telefon ist der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms Achim Steiner. Guten Morgen!
Steiner: Guten Morgen Frau Engels.
Engels: Sie kennen sich aus mit solchen globalen Konferenzen. Was kommt am Ende raus?
Steiner: Ja, das ist manchmal nicht so einfach. Ich komme gerade aus Tokyo, wo ja die Umweltminister der G8 getagt haben, und jetzt hier in Bonn ein weiterer Versuch, in der internationalen Umweltpolitik einen Schritt weiterzukommen. Ich glaube der Ausgangspunkt muss immer sein: Wir sind heute am Beginn des 21. Jahrhunderts an dem Punkt, wo wir Umweltpolitik nur noch global voranbringen können. Das bedeutet, über 190 Länder an einen Tisch zu bringen mit all ihren unterschiedlichen Interessen. Das ist natürlich nicht einfach, aber wir haben keine andere Wahl. Von daher ist auch diese Artenschutzkonferenz ein wichtiger Weg oder ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu dieser internationalen Umweltpolitik.
Engels: Formal geht es ja um den konkreten Fahrplan zur Umsetzung einer UN-Konvention, die bis zum Jahr 2010 die Verluste an biologischer Vielfalt entscheidend verringern soll. Wie ist das zu erreichen?
Steiner: Wir haben ja seit 1992 mit diesem Abkommen zur Artenvielfalt drei Säulen geschaffen. Einmal den Schutz der Artenvielfalt, zweitens die nachhaltige Nutzung und drittens den gerechten Vorteilsausgleich. Hier geht es vor allem um die rechtlichen Grundlagen, wie genetisches Material auch in einem wirtschaftlichen System fair gehandelt und genutzt werden kann. Im Bereich der Schutzsysteme sind wir einen Schritt weiter gekommen, aber das Ziel, bis 2010 entscheidende Verringerung beim Artenverlust herbeizuführen, ist uns bis jetzt noch nicht gelungen. Das heißt hier sind konkrete Maßnahmen, aber auch eine Art Bilanz in Bonn gefragt, denn so wie wir im Augenblick den internationalen Naturschutz betreiben, werden wir dieses Ziel verfehlen und vor allem wir verlieren immer mehr Arten. Das können wir uns einfach nicht leisten!
Engels: Das ist ja eine ganz konkrete Frage des Geldes. Schutzgebiete müssen ausgewiesen werden. Die liegen häufig in Entwicklungsländern. Dort ist die Flora und Fauna sehr, sehr reichhaltig. Der WWF spricht von einem Investitionsbedarf von 20 bis 30 Milliarden Dollar, Ausgegeben für Schutzgebiete werden nach verschiedenen Schätzungen lediglich bis zu 6,3 Milliarden Euro. Wer soll zahlen?
Steiner: Jeder von uns, denn jeder von uns profitiert ja tagtäglich von der Natur. Da ist eben auch unser ökonomischer Kompass des letzten Jahrhunderts einfach fehl gelaufen. Wir sind noch nicht im Bereich der Nutzung der natürlichen Ressourcen an einem Punkt, wie wir es im Grunde in jedem Unternehmen und auch in einer Volkswirtschaft machen, dass wir in die Ressourcen, die wir brauchen und nutzen, investieren. Vor allem die Natur hat ja das Geniale, dass sie sich nämlich jederzeit wieder produzieren kann. Was wir eben in unseren ganzen Nutzungsstrategien - ob das jetzt Landnutzung ist, Landwirtschaft oder auch Industrie - lange verfehlt haben ist, dass wir wieder investieren in die Natur, damit sie genau diese Produkte und Dienstleistungen, die wir ja täglich zur Verfügung haben, auch weiter bereitstellt. Wir betreiben im Grunde das, was man in einem Bergbaugebiet macht, nämlich wir bauen ab und erhalten nicht das, was unsere Wirtschaft letztlich am Leben erhält.
Engels: Aber das Kernproblem besteht ja darin, dass bislang niemand die Kosten bezahlen muss, wenn er Bäume fällt oder Arten zurückdrängt, sondern nur profitiert. So genannte Waldwertpapiere sollen das beenden. Das heißt ähnlich wie bei den Emissionszertifikaten, die wir nun schon kennen, soll das gehandelt werden. Ist das nicht ein rein virtuelles Konzept?
Steiner: Unsere gesamte Volkswirtschaft beruht ja letztlich auf einem bestimmten virtuellen Konzept, nämlich dass man durch bestimmte Rahmenbedingungen Märkte beeinflussen kann. Genau das versuchen wir ja heute in der internationalen Umweltpolitik auch. Ob das beim Klimawandel ist oder jetzt beim Ressourcen-Management, wir müssen ökonomische Instrumente schaffen, die Finanzierungsströme sicherstellen, damit man wieder in diese Ressourcen investieren kann. Von daher ist das kein virtuelles Instrument.
Engels: Aber sehen Sie Ansatzpunkte konkreter Umsetzung?
Steiner: In der Tat! Ich meine wir haben ja gerade im Rahmen der Klimakonvention in den letzten Monaten erlebt, wie Länder inzwischen bereit sind, zum Beispiel für die Erhaltung von Tropenwaldgebieten, die ja eine Schlüsselrolle spielen auch bei der ganzen Klimapolitik, Mittel bereitzustellen. Hier geht es um einen Ressourcen-Transfer und einen Interessensausgleich zwischen denen, die Nutzen haben, und denen, die letztlich diese Ressourcen erhalten. Von daher sind auch hier konkrete Finanzströme nicht zuletzt auch die globale Umweltfazilität, die wir ja seit über 15 Jahren haben. Nur das Geld, das wir im Augenblick investieren, steht absolut in keinem Verhältnis zu dem Nutzen, den wir ziehen, und vor allem zum Handlungsbedarf und darin liegt auch die Krise.
Engels: Herr Steiner, Sie haben es angesprochen. Klimaschutz, Artenvielfalt, das sind zwei wichtige Ziele. Nun wehrt sich beispielsweise Brasilien vehement dagegen, dass auf dieser Konferenz Zusammenhänge zwischen der zur Klimaschonung ja angestrebten Biosprit-Produktion und der Rodung des brasilianischen Regenwaldes verknüpft werden. Bremsen sich also die verschiedenen Umweltschutzziele Klimaschutz und Artenbewahrung aus?
Steiner: In unserem gegenwärtigen internationalen System und vor allem in den sehr widersprüchlichen Interessen natürlich sehr oft und das ist ja auch das Problem. Brasilien als Land widerspricht ja nicht der These und auch nicht dem Wissen, dass der Erhalt des Amazonas nicht nur für sich selber eine enorme Rolle spielt, sondern auch international. Nur ihre Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte ist immer wieder gewesen, dass sie letztlich einen Nachteil in den internationalen Konventionen haben, weil sie selber einen Teil ihrer Souveränität, das heißt das Recht, ihre Ressourcen zu nutzen, aufgeben in internationalen Abkommen, aber eben nicht das bekommen was ihnen versprochen wurde, nämlich substanziell finanzielle Unterstützung aus der internationalen Gemeinschaft. Deswegen steht die gesamte internationale Umweltpolitik im Augenblick letztlich unter einem Schatten, weil das Vertrauen nicht mehr da ist zwischen Entwicklungsländern und Industrieländern.
Engels: Reden wir über Geld. Von wem erwarten Sie wie viel Geld, vielleicht auch mit Blick auf Deutschland?
Steiner: Ich glaube hier in Bonn ist vor allem natürlich die zusätzliche Finanzierung von Schutzgebieten ein sehr wichtiges Thema. Hier erhoffe ich mir von der Bundesregierung, wie aber auch von Europa und letztlich den Industriestaaten ein Signal, dass sie inzwischen bereit sind, das weiterzuführen was ihnen 1992 am Herzen lag, nämlich als man diese Konvention unterschrieben hat. Hier sind Finanzierungsmittel notwendig: Einmal für weitere Entwicklung von Schutzgebieten, aber auch um diese Länder dabei zu unterstützen. Wir können einem Land in Afrika nicht zum Vorwurf machen, wenn es Nationalparks nicht so führen kann wie wir hier, wenn sie international nicht unterstützt werden. Das heißt hier sind Milliarden-Beträge gefragt. Aber man muss das immer in ein Verhältnis setzen mit dem Nutzen, den wir daraus ziehen, und der liegt in einem viel höherem Maße als wir es heute ökonomisch erfassen.
Engels: Haben Sie denn Hinweise darauf, wie viele Milliarden die Konferenz bereit ist in die Hand zu nehmen?
Steiner: Das wird sich heute in dem Ministersegment zeigen. Es gibt positive Anzeichen. Vor allem auch die Bundesregierung hat hier eine sehr positive Rolle gespielt. Jetzt kommt es darauf an, ob die Staaten der Europäischen Union mitziehen und vor allem auch andere Länder wie USA und Japan. Die Zahlen sind sicherlich noch nicht an dem Punkt, wo wir sie vielleicht uns alle erhoffen, aber ich glaube Bonn wird sicherlich hier eine Richtungswende einlenken, denn wir haben im letzten Jahrzehnt eher eine Verringerung dieser Investitionen erlebt und das ist natürlich sehr bedauerlich.
Engels: Die Artenvielfalt - ich sprach es an - ist dort am größten, wo die Menschen andere Probleme haben, denn gerade in Südamerika, in Südostasien gibt es Probleme durch die radikal gestiegenen Nahrungsmittelpreise. Eine weitere Belastung des Artenschutzes?
Steiner: Ist es, wenn wir weiter so verfahren wie wir es heute tun. Und dort schließt sich eben der Kreis. Man darf Umwelt- und Wirtschaftspolitik nicht mehr so trennen, wie wir es in den letzten 100, 200 Jahren getan haben. Klimapolitik, Artenschutz, Nahrungsmittelsicherheit, das sind alles Elemente, wie wir unsere natürlichen Systeme nutzen. Was wir schon seit langem fordern ist, dass wir hier mit einem integrierten Ansatz vorangehen können, denn sonst werden wir diese Ziele nicht erreichen. Die Nahrungsmittelkrise können wir nicht nur dadurch lösen, indem wir die Landwirtschaft weiter so intensivieren wie in den letzten 100 Jahren, denn gerade dies führt ja auch zur Zerstörung genau der Faktoren, die es uns ermöglichen, Lebensmittel zu produzieren. Das heißt eine ökologisch orientierte Landwirtschaft mit anderen ökonomischen Vorzeichen, nicht falschen verzerrenden Subventionen, sondern Subventionen, die den Landwirt nicht nur als maximierenden Produzenten fördern, sondern eben auch als Landschaftsmanager, das sind Richtungsveränderungen, die wir schon seit langem fordern und die sich auch langsam erkennen lassen - auch in Entwicklungsländern.
Engels: Der Leiter des UNO-Umweltprogramms Achim Steiner heute Früh im Deutschlandfunk. Ich bedanke mich für das Gespräch!
Steiner: Vielen Dank!
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