Aktuell


Klimakonferenz ohne Ergebnis

Freitag, 13. Juni, 18:01 Uhr

Beratungen zu Klimaschutz in Bonn beendet

Bonn (AP) Ohne konkrete Ergebnisse sind am Freitag in Bonn zweiwöchige Verhandlungen über ein neues UN-Klimaschutzabkommen zu Ende gegangen. Experten zeigten sich besorgt über den schleppenden Fortgang der Gespräche. Nötig sei ein völlig neuer Teamgeist, sagte der Norweger Harald Dovland, der eine der Arbeitsgruppen geleitet hatte. «Wenn wir in dem Tempo und der Arbeitsweise weitermachen, werden wir, fürchte ich, unser angestrebtes Ziel nicht erreichen.»

Das Treffen in Bonn war nur einer von mehreren bei der Weltklimakonferenz auf Bali vereinbarten Zwischenschritten zur entscheidenden Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009. Auf Bali hatten sich die UN-Staaten im Dezember 2007 nach viel Streit grundsätzlich darauf geeinigt, bis 2009 ein neues weltweites Klimaabkommen auszuhandeln, das das Kyoto Protokoll nach 2012 ablösen soll. Es soll dafür sorgen, dass der Ausstoß an Treibhausgasen weltweit reduziert und die gefährliche Erwärmung der Erde gebremst wird.

Angesichts der relativ kurzen Zeit, die bis 2009 zur Verfügung stehe, müssten die Vorschläge künftig etwas zielgerichteter sein, forderte UN-Klimachef Yvo de Boer. Bill Hare von Greenpeace warf insbesondere den Industriestaaten vor, zu wenig kreative Vorschläge gemacht zu haben.

Aus Sicht der Wissenschaft müssen bereits bis 2020 die Emissionen der Industrieländer um 25 bis 40 Prozent unter dem Wert von 1990 liegen. In dem neuen Abkommen sollen sich erstmals auch die Schwellenländer zu aktivem Klimaschutz verpflichten.

An den Beratungen in Bonn nahmen rund 2.000 Teilnehmer aus 172 Ländern teil. Weitere Gespräche finden in den nächsten Monaten in Accra in Ghana sowie im polnischen Poznan (Posen) statt. Bis zur entscheidenden Konferenz in Kopenhagen sind dann noch mindestens vier weitere Treffen geplant.


UN-Klimatagung endet enttäuschend

Von Beate Steffens, Greenpeace-Online, 13.6.08

An den Gesprächen über ein neues UN-Klimaschutzabkommen haben in Bonn rund 2000 Delegierte aus 170 Ländern teilgenommen. Fortschritte auf dem Weg zu einem neuen weltweiten Klimaabkommen sind nicht erzielt worden. Die üblichen Verdächtigen - Kanada, Japan, Australien und die USA - bremsten die Verhandlungen wieder einmal aus. Doch auch sie sollten wissen, dass für solche Spiele keine Zeit mehr ist. Der Klimawandel ist da.

"Die USA, Kanada, Japan und Australien haben wieder ihre unrühmliche Gesprächstaktik eingesetzt, um die Verhandlungen zu verzögern", sagt Stephanie Tunmore, Greenpeace Klima-und Energieexpertin, die die Verhandungen vor Ort beobachtete. "Dabei sind konkrete Vorschläge zum Schutz des Klimas mehr als dringend erforderlich."

Im Gegensatz zu den meisten Industrienationen zeigten sich die Entwicklungs- und Schwellenländer auf der Konferenz sehr konstruktiv. China, Indien oder Mexiko präsentierten eigene Vorschläge zu wichtigen Finanzierungs- und Technologiefragen. Doch wenn die Industriestaaten keine Zusagen für eine notwendige finanzielle Unterstützung machen, werden auch sie kein neues Klimaschutz-Abkommen unterstützen.

Bei den derzeitigen Verhandlungsrunden geht es um die Umsetzung der Beschlüsse der Weltklimakonferenz in Bali von Ende 2007. Dort hat sich die Staatengemeinschaft verpflichtet innerhalb von zwei Jahren ein Nachfolgeabkommen für das dann auslaufende Kyoto-Protokoll zu erarbeiten. In dem neuen Vertragswerk soll der Klimaschutz nach 2012 festgelegt werden. Erstmals sollen auch Schwellen- und Entwicklungsländer mit einbezogen werden.

Ganz besonders die Industriestaaten haben eine historische Verantwortung für den Klimaschutz, denn sie sind für den größten Teil des Problems verantwortlich. Die Industrieländer sind auch diejenigen, die dank ihrer wirtschaftlichen Stärke finanziell in der Lage sind, handeln zu können und Geld für den Klimaschutz zur Verfügung zu stellen.

Und wie geht es nun weiter? Nach einer weiteren Verhandlungsrunde im August 2008 in Accra (Ghana) sollen auf der nächsten Vertragsstaatenkonferenz im Dezember in Posen (Polen) die Weichen für einen Verhandlungsendspurt bis zum anvisierten Abschluss im Dezember 2009 in Kopenhagen gestellt werden.

"Regierungen und Minister müssen endlich aufwachen und sich das Ausmaß der Klimawandels vor Augen führen", fordert Tunmore. "Millionen von Menschen, insbesondere in den Entwicklungsländern, werden ihre Lebensgrundlagen oder gar ihr Leben verlieren, wenn wir nicht schnellstens handeln. Wir haben keine Zeit mehr, wir müssen jetzt anfangen."


Freitag, 13. Juni, 14:34 Uhr

Fonds soll Entwicklungsländer im Kampf gegen Klimawandel unterstützen

Osaka (AP) Ein Sonderfonds mit zunächst zehn Milliarden Dollar soll Entwicklungsländer im Kampf gegen Klimawandel unterstützen. US-Finanzminister Henry Paulson rief die anderen Mitglieder der G-8 am Freitag in Japan auf, den von der Weltbank geführten Fonds zu unterstützen. Der Kampf gegen den Klimawandel gehörte neben den Preissteigerungen bei Treibstoffen und Lebensmitteln zu den wichtigsten Themen der Beratungen der Finanzminister der sieben führenden Industrienationen und Russlands.

Paulson kündigte in Osaka an, ein erstes Treffen zur Einrichtung des Fonds werde gegen Ende des Jahres in den USA stattfinden. Mit dem Geld sollten die Energieeffizienz in den Entwicklungsländern gesteigert und der Ausstoß an klimaschädlichen Gasen verhindert werden.

Die Finanzminister der G-8 kamen auch mit ihren Kollegen aus Australien, Brasilien, China, Südkorea, Südafrika und Thailand zusammen, um über die Auswirkungen der steigenden Öl- und Lebensmittelpreise zu beraten, wie das japanische Finanzministerium mitteilte.

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde forderte dabei mehr Informationen über Ölreserven, um den Druck auf den Ölpreis zu vermindern. «Wir sollten nicht übereilt Maßnahmen beschließen, ohne sie zuerst getestet zu haben», sagte Lagarde am Rande des G-8-Treffens. Die Gespräche dienten der Vorbereitung des G-8-Gipfels vom 7. bis 9. Juli.

Es wurde erwartet, dass die Finanzminister den Internationalen Währungsfonds (IWF) auffordern, erneut zu prüfen, in welchem Ausmaß Spekulanten für die hohen Ölpreise verantwortlich sind. Eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums werde vermutlich auch den Preisanstieg dämpfen, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Freitag in Osaka. Zur G-8 gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die USA, Kanada, Japan und Russland.

Ban dringt auf Eindämmung der steigenden Preise

(London) Jeder Schritt zur Eindämmung der steigenden Treibstoff- und Lebensmittelpreise ist nach den Worten von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wichtig für die weltweite Stabilität. Die schnell steigenden Preise könnten zu politischen und Sicherheitsproblemen auf der ganzen Welt führen, sagte Ban am Freitag nach einem Gespräch mit dem britischen Premierminister Gordon Brown in London.

Er werde am Samstag in dieser Sache auch Gespräche in Saudi-Arabien führen. Zu einem Ölpreis-Gipfel am 22. Juni in Dschidda will auch Brown nach Saudi-Arabien reisen. Es gehe dort um einen Dialog zwischen den Verbrauchern und den Ölförderern.







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