Aktuell


Beginn Frühwarnkonferenz

Donnerstag, 16. Oktober 2003

Klimawandel ist eine der Hauptursachen von Naturkatastrophen

Trittin eröffnet Internationale Frühwarn-Konferenz der UN

Die Bedeutung von Umwelt- und Klimaschutz für die Katastrophenvorsorge hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin heute in Bonn zur Eröffnung der Zweiten Internationalen UN-Konferenz zur Frühwarnung vor Naturkatastrophen betont. "Die 755 Naturkatastrophen des letzten Jahres haben ein Zehntel der Weltbevölkerung direkt betroffen. Frühwarnung und Vorbeugung sind ein Gebot der Nachhaltigkeit und der Mitmenschlichkeit", sagte Trittin vor rund 250 Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern aus 66 Ländern von allen Erdteilen.

Die Folgen des globalen Klimawandels und die Übernutzung natürlicher Ressourcen drohen zur Hauptursachen von Naturkatastrophen bis hin zu militärischen Konflikten und sogar Kriegen in diesem Jahrhundert zu werden, so der Bundesumweltminister. Trittin betonte, dass das im Rahmen der UN vereinbarte sogenannte Millenniumsziel zur Armutsbekämpfung nur erreicht werden könne, wenn die Menschen ihre Häuser, Schulen, Straßen und Krankenhäuser nicht immer wieder durch Naturkatastrophen verlieren. Es gebe heute drei mal so viele Naturkatastrophen wie in den sechziger Jahren, die Schadenssumme habe sich sogar versiebenfacht. Eine der wichtigsten Ursachen für diese Entwicklung, der globale Klimawandel, werde weltweit immer noch nicht mit der nötigen Entschlossenheit bekämpft. "Die globale Energiewende, weg von fossilen Energien und Atomkraft, hin zu Erneuerbaren Energien und effizienterer Energienutzung, ist auf lange Sicht das wichtigste Instrument zur Vorbeugung von Krisen und Katastrophen", sagte Trittin.

Die verheerenden Überschwemmungen des letzten Jahres haben nicht nur bei uns, im Elbeeinzugsgebiet, sondern auch im Schwarzmeerraum, in Bengalen, Südchina oder Südostasien, das Bewusstsein der Menschen für die Ursachen dieser Katastrophen geschärft. Der Aufbau effizienter Frühwarnsysteme vor Naturkatastrophen ist weltweit ein Gebot der Stunde, um zukünftigen Katastrophen besser vorbereitet zu begegnen. "Gerade im Hochwasserschutz ist Vorbeugung essentiell. Durch das in der Bundesregierung derzeit vorbereitete Hochwasserschutzgesetz, das zum Beispiel auch Nutzungsbeschränkungen und Bauverbote in Überschwemmungsgebieten vorsieht, werden wir einen weltweiten Standard setzen", ergänzte der Bundesumweltminister.

Am Rande der Konferenz übergab Bundesumweltminister Jürgen Trittin eine Studie zum Thema Umweltschutz und Völkerrecht im Krieg an UNEP-Exekutivdirektor Klaus Töpfer. Mit diesem Beitrag sollen die entsprechenden Bemühungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen unterstützt werden. Die von dem amerikanischen Völkerrechtsprofessor Daniel Bodansky verfasste Studie wird bis Mitte Dezember 2003 auch in Buchform in der Berichte-Reihe des Umweltbundesamtes (Erich Schmidt Verlag, Berlin) erscheinen.

Weitere Informationen zur EWC-II und die relevanten Dokumente finden Sie ab sofort hier. Auszüge aus der Studie von Prof. Bodansky finden Sie hier.

Quelle/Text: BMU


Mittwoch, 15. Oktober 2003

Internationale Konferenz zur Frühwarnung vor Naturkatastrophen

Schutz vor Ereignissen, die hoffentlich nie eintreten

Minister, Bürgermeister und Meteorologen sowie eine Vielzahl von Experten nehmen vom 16. - 18. Oktober in Bonn an der Zweiten Internationalen Konferenz zur Frühwarnung vor Naturkatastrophen (EWC-II) teil. Über 350 Teilnehmer haben sich zu der Konferenz angemeldet, bei der konkrete Ergebnisse erzielt werden sollen, einschließlich einem internationalen Warnsystem und einer Checkliste, wie Frühwarnung in die Reduzierung von Naturkatastrophen integriert werden kann.

Die Konferenz wird von Bundesumweltminister Jürgen Trittin und dem UNO-Untergeneralsekretär für Humanitäre Angelegenheiten, Jan Egeland eröffnet. Unter den Teilnehmern finden sich hochrangige Vertreter, wie der Exekutivdirektor des UNO-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, und der Stellvertretende Generalsekretär der World Meterological Organization, Michel Jarraud, außerdem Minister aus zehn Staaten.

"Die Verpflichtung der Politiker ist notwendig, um ein effektives Frühwarnsystem aufzubauen. Indem die politische Verantwortung übernommen wird, integrierte Strategien zur Frühwarnung zu fördern, übernehmen die Regierungen einen wichtigen Anteil daran, die Menschen vor künftigen Naturkatastrophen besser zu schützen", betont UNO-Untergeneralsekretär Jan Egeland. "Als ein wichtiges Element zur Reduzierung von Naturkatastrophen wird die Frühwarnung auch dafür sorgen, dass die Millenniums-Entwicklungsziele erreicht werden können."

Frühwarnung wird auch als wichtiges Element in die Reduzierung von Naturkatastrophen einbezogen, um langfristig zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Während die Grundprinzipien der Reduzierung von Naturkatastrophen weltweit akzeptiert sind, gibt es häufig noch eine Diskrepanz zwischen dem, was Politiker der Öffentlichkeit berichten und dem, was sie tatsächlich tun, um die Schäden von Naturkatastrophen zu reduzieren.

"Jeder weiß, wie schwierig es sein wird, unsere 'reaktive Kultur' in eine 'Kultur der Prävention' umzuwandeln", sagt Bundesaußenminister Joschka Fischer. "Es wird viel Überzeugungskraft kosten, um die politische und wirtschaftliche Unterstützung für Maßnahmen zu mobilisieren, die die Menschen vor Ereignissen zu schützen, die hoffentlich niemals auftreten werden."

Die EWC-II findet von Donnerstag, 16. Oktober bis Samstag, 18. Oktober statt. Die Konferenzergebnisse werden bei einer zweiten Pressekonferenz am Samstag, 18. Oktober präsentiert. Während der Konferenz wird Jan Egeland am 16. Oktober um 18 Uhr im Kunstmuseum Bonn den UN-Sasakawa-Preis zur Reduzierung von Naturkatastrophen verleihen.

Quelle/Text: Dt. Komitee f. Katastrophenvors.


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