Aktuell


Schröders Note in Entwicklungshilfe

Dienstag 18. November 2003, 16:14 Uhr

Schröder bekommt eine "Vier" für Entwicklungshilfe für Grundbildung

Berlin (AFP) Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat in einem "Schulzeugnis" von Bildungsgewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen nur die Note "Ausreichend" für deutsche Entwicklungshilfe im Bereich Grundbildung bekommen. Deutschland sei wie viele andere Staaten "meilenweit" davon entfernt, die Milleniums-Entwicklungsziele der internationalen Staatengemeinschaft zu erreichen und unter anderem das Versprechen "Bildung für alle" bis zum Jahr 2015 einzulösen, sagte Jörn Kalinski von der internationalen Hilfsorganisation Oxfam nach der Zeugnisübergabe am Dienstag in Berlin. Insgesamt wurden 22 Länder unter diesem Aspekt bewertet.

"Strengt Euch mehr an!" lautete der Titel des Berichts, den Oxfam, World Vision und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zusammen mit dem Zeugnis an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übergab. "Die Mittel für Entwicklungshilfe müssen in Deutschland weiter aufgestockt werden", erklärten die deutschen Mitglieder der internationalen Bildungskampagne "Global Campaign for Education". "Sie dürfen nicht dem Spardiktat zum Opfer fallen." Die vier Organisationen wiesen darauf hin, dass derzeit mehr als hundert Millionen Kinder weltweit keinen Zugang zu Schulbildung hätten.

Die 22 Staats- und Regierungschefs von Mitgliedsländern der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurden danach bewertet, welche Leistungen sie für die Entwicklung von Grundbildung erbringen. Die Noten in den einzelnen "Fächern" wurden unter anderem dafür vergeben, welcher Anteil der Entwicklungshilfe für den Sektor Grundbildung aufgewendet wird und ob die international angestrebte Entwicklungshilfequote von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht wurde.

Eine gute Note erhielt die Bundesregierung nur für einen "angemessenen Beitrag" zur so genannten "Fast Track"-Initiative der Weltbank. Dabei handelt es sich um ein internationales Beschleunigungsverfahren, auf das sich reiche und arme Länder gemeinsam verständigt haben. Es soll Entwicklungsländern mit überzeugenden Plänen und starken Eigenbemühungen um eine flächendeckende Grundbildung schnellen Zugang zu den nötigen Finanzhilfen verschaffen. Wie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung betonte, fördert Deutschland im Rahmen dieser Initiative bislang Guinea, Honduras, Jemen und Mosambik.

Während Deutschland sich bei der Bewertung wie Australien und die Schweiz mit einer Vier zufriedengeben musste und lediglich auf Platz 10 landete, schnitten die Niederlande vor Norwegen und Schweden am besten ab. An drittletzter Stelle der bewerteten Länder lagen die USA, Neuseeland und Griechenland.


» zurück

Aus der easy.wdss.de, gedruckt am: Mi, 03.12.2008 © easy.wdss • Besuchen Sie die www.weitblick.net unter www.weitblick.netBildschirm-Version

< zurück | nach oben scrollen^